Bistro „Le Phylo“

Ich hatte abends Hunger, die Rue de Cherche Midi war nur ein paar Minuten Fußweg entfernt und so kehrte ich in diesem kleinen unscheinbaren Bistro um die Ecke ein, in Sichtweise des „Nemrod“, in dem ich auch schon war, aber nur etwas getrunken hatte.

Leider waren die wenigen Plätze draußen schon besetzt und so musste ich hinein, wo ich zunächst der erste Gast war, was sich aber zum Glück ändern sollte.

An der Bar tranken Stammgäste ihren Aperitif, die Atmosphäre war angenehm, nicht anonym.

Auch die männliche Bedienung war sehr freundlich und hielt mir schnell die Tafel mit den Tagesgerichten vor die Nase.

Doch ich hatte sie schon inspiziert und mich für die Entenbrust nach Art des Bistros entschieden. Was dann aus der Küche kam bzw. aus dem „Speisenfahrstuhl“ (so ganz durchschaute ich nicht, was die „Ampfelfarbe“ Grün bedeutete, denn wenn die Bedienung die Tür bei Grün öffnete, war noch längst nicht immer was dahinter. Nun ja, das Nichts sozusagen, aber unten ist ja auch der Keller – kurz, ich glaube, nicht nur ich blickte nicht durch), war anders als erwartet: eine große Portion Fleisch und dazu, gänzlich schmuck- und gemüsefrei, eine ebenso große Portion gebackene Kartoffeln.

Die Kartoffeln mundeten mir jedoch sehr gut. Die Entenbrust war stellenweise noch rot, fast roh und obwohl sie schmeckte, brachte ich es nicht fertig, sie so zu essen und ließ sie – problemlos – ( die Bedienung schaute und fragte ohnehin, ob es schmeckte) zum Nachgaren noch einmal in den Fahrstuhl und ins Küchenfegefeuer gehen. Ja, der Teufel muss dort in der Unterwelt wohl am Werk gewesen sein, denn so ganz geglückt war das Ergebnis nicht. Außen war die Entenbrust nun überkross und fast zu dunkel, innen gerade essbar, und leider hatte man die Kartoffeln ganz offenbar miterhitzt und nun waren sie leider etwas zu kross außen. Schade!

Aufgrund der Wartezeit bestellte ich ein zweites kleines Glas Wein während des Essens. Der Service war sehr bemüht und fragte, ob ich eine andere Sorte probieren wolle. Er schenkte mir drei Sorten ein, von denen ich auswählen durfte. Das hat mir sehr gefallen.

Da das Essen so schwer war, schaffte ich danach nur noch einen Espresso. Vielleicht ist das Bistro einen zweiten Versuch wert, aber mich zöge es dann doch eher in andere Lokale.

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