Le Jardin du Luxembourg, zweiter Bilderbogen / deuxième suite d‘images

Un nouveau jour se lève sous un ciel prometteur – pas de pluie aujourd’hui à Paris!? Bon, quelques nuages, mais… Et la Tour de Montparnasse a enfilé une robe de fête. (le reste n’est pas encore traduit, pardon, mes amis français, la traduction ne se fait pas si vite!)

Ein neuer Morgen bricht an, unter einem viel versprechenden Himmel – kein -Regen heute in Paris!? Nun gut, ein paar Wolken, aber… Und der Turm von Montparnasse hat ein Abendkleid übergestreift.

Den Tag verbrachte ich mit einer Freundin im Viertel Montmartre. Was würde der Abend bringen? Am besten, man startet am Platz Saint-Sulpice, dann wird sich schon etwas ergeben. Diesmal erwartet mich kein Werwolf, doch das Ballett der Ankommenden, Wartenden und Suchenden wird aufgeführt wie jeden Abend.

Vom Platz aus ist es ein Katzensprung zum Jardin du Luxembourg – und dort kann man gar nicht oft genug spazierengehen!
Betritt man den Park vom nordwestlichen Eingang aus, erfreut zur Rechten ein schöner alter Baum. Er wirkt fast selbst wie eine der vielen Skulpturen hier, doch auf urwüchsige Art, vielgestaltig und vieldeutig, je nachdem, aus welcher Perspektive man ihn betrachtet.

Nur ein paar Schritte weiter zieht die Figur L’Effort von Pierre Roche den Blick an. Pierre Roche – was für ein passender Name für einen Bildhauer, bedeutet doch Pierre (griechisch petros) „der Stein, der Fels“ und Roche ebenfalls „Fels(gestein)“.

Die Skulptur stellt die fünfte von zwölf Aufgaben dar, die Herakles zu lösen hatte: Er musste innerhalb eines Tages die riesigen Stallungen von König Augias ausmisten. Herakles bewältigte die Arbeit, indem er den Fluss Alpheios umleitete und durch die Ställe führte – eine wahre Kraftanstrengung!

Ein Spaziergang durch den Jardin du Luxembourg indes kostet keinerlei Kraft und Mühe, hier lustwandelt es sich mit luftiger Leichtigkeit. Boulespieler nutzen den Feier-Abend, indem sie ihre Kugeln werfen – mit Eleganz!

Kugeln wachsen auch an Bäumen in der „Obstgartenabteilung“ des Parks. Hier wird das Obst – ob Äpfel oder Birnen – hübsch verpackt präsentiert; warum, weiß ich nicht.

Sind die Früchte reif, wie diese rotwangigen paradiesisch schönen Äpfel, scheint es sie aus der Verpackung zu drängen und der Flaneur kann sich an ihrem verlockenden Anblick erfreuen.

In der frühen Abendsonne lockt auch das glitzernde Spinnennetz. Hier soll nichts heraus, hier soll etwas hinein – wer wird das Opfer sein? Die Spinne hält sich schlau und diskret im Hintergrund.

Dafür zeigen sich die Menschen; an diesem Schönwettertag ist der Park sehr belebt.

Doch warum hat sich ausgerechnet hier, an einem solch einladenden Ort, niemand zum Dialog eingefunden? Nun, Sonne wollen sie, die Parkbesucher!

So wie er, der Löwe. Stolz und sonnenhungrig reckt er sich auf seinem erhöhten Standort den letzten Lichtstrahlen und der Wärme entgegen.

Nur so fühlt er sich glücklich, in seinem Element. Kein Schatten soll sich auf seine Seele legen. Sonst wird er seine unbarmherzige Wut herausbrüllen. Doch jetzt hat er keinen Grund dazu, alles ist friedlich…

Ja, friedlich, heiter und entspannt geht es überhaupt zu in diesem riesengroßen grünen Wohnzimmer, das allen Parisern gehört. Sogar die Touristin wird herz-lichst empfangen.

Aber, huch, was macht der zweite Schatten dort neben mir? Ich bin nicht allein, scheint es mir…

Und diese junge Frau zieht es vor, incognito zu bleiben, während sie ein Nickerchen einlegt – vielleicht ist das eine frühabendliche Abwandlung des bekannten stressigen Pariser Rituals „métro-boulot-dodo“?
Passieren kann ihr nichts, sie wird gut behütet. Oder bewacht?

Von „Marius debout sur les ruines de Carthage“ (Marius, auf den Ruinen von Karthago stehend). Die Statue stammt von Nicolas Victor Vilain (1818-1899). Der alte Haudegen, ob er noch genug Kraft zum Kampf hätte, wenn es sein müsste? Er macht ganz den Eindruck!
Andere schlafen nicht, sondern teilen freundschaftlich ihre Musik und leihen sich ein Ohr.

Die Sonne gibt heute Abend aber auch wirklich alles und setzt bei diesem ungetrübten Himmel die Farben ins rechte Licht.

Heute hat der Kiosk geöffnet, denn es gibt Publikum!

Und Manchen überkommt der Appetit, vielleicht auf eine kleine Friandise…?

Wie mag wohl der Fantasieschmuck (les bijoux fantaisies) aussehen, den es hier auch zu kaufen gibt?

Ich schlendere weiter. Doch nun werden die Schatten allmählich länger, bald wird die Sonne verschwunden sein.

A propos Schatten, da ist er ja schon wieder und diesmal näher…! Allmählich glaube ich, dass ich beschattet werde… Merkwürdig…

Ach, die frisch-anregende Pariser Luft tut gut! Man könnte vielleicht noch ein wenig länger umherschlendern, um sich mehr Appetit zu holen? Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Park?

Wow! Auf der Place Camille Jullian in der Mitte der Rue de l’Observatoire prangt die Fontaine Carpeau, auf dem Sockel in der Mitte vier hübsche Grazien.

Sie tragen die Erdkugel, geschmückt mit den Tierkreiszeichen, und symbolisieren die Erdteile Afrika, Amerika, Asien und Europa. Ihre Kopfhaltungen veranschaulichen die Drehung der Erde um sich selbst – ich aber umkreise den Brunnen…

….und bewundere die wilden, sich aufbäumenden „Seepferde“ – ein imposanter Anblick!

Nach dem Sattsehen lockt der magnetische Jardin du Luxembourg zurück, wie ferngesteuert bewegen sich die Füße, während die Augen rechts, links und in der Mitte der Allee belebende Anblicke genießen, von zart bis ungestüm.

Als Abschluss des Promenierens wäre es doch jetzt schön, nochmal den Médicis-Brunnen anzuschauen, zu einer anderen Tageszeit als beim ersten Mal, diesmal bei untergehender Sonne!

Geschützt im Schatten, küsst sich nun das bedrohte Liebespaar Acis und Galatea. Bestimmt kann der eifersüchtige Rohling Polyphem, der auch ein Auge auf Galatea geworfen hat, sie nicht ertappen und wird Acis am Leben lassen!

Bezaubernd ist die Stimmung, wenn die gefilterte Sonne den Wasserspiegel trifft. Fast ein wenig verwirrend sind sie, diese Reflexionen, dieses Hell-Dunkel-Spiel von Licht und Schatten…

Nanu, auf dem Weg zum Ausgang ist er ist ja schon wieder, mein Begleitschatten! Vielleicht hat er Augen wie ein Luchs…? Aber, hoppla, etwas ist anders, nun werde ich vollkommen konfus unter der Pariser Abendsonne!

Ich drehe mich um, der Schatten ist plötzlich weg, nein, er hat sich erhellt und materialisiert und wirft selbst einen Schatten – eine Metamorphose im Jardin du Luxembourg und ICH habe sie erlebt!

Plötzlich höre ich seine Stimme ganz nah. Ob er mich zum Essen einladen dürfe. Hm, soll ich mit ihm essen gehen? Ach, warum nicht, der schöne Tag mit den vielen Eindrücken war auch ein bisschen anstrengend, da bekommt man Hunger… und er auch, da er mich ja „beschattet“ hat!

So gehe ich plötzlich zu zweit durch den anbrechenden Abend in Paris. Unser Weg führt uns beim „Lucernaire“ vorbei, ein bekanntes Kunst- und Kulturzentrum mit einem Kino, hier Studio d’Art et Essaie genannt, einem Theater und einem Restaurant, damit man sich nach dem Kulturgenuss stärken kann. Ein wirklich interessanter Ort, also schauen wir kurz hinein und stöbern etwas herum.

OH, im Theater wird für 21 Uhr das Paradies angekündigt, was für ein Versprechen! Diese Stadt ist ja wirklich unglaublich! Doch wir brauchen jetzt wirklich erst mal etwas Essbares!

Nach dem Menü in einem japanischen Restaurant taumeln wir satt und selig in die beleuchtete Pariser Nacht hinaus. Unsere Schatten scheinen mir jetzt etwas „kompakter“ auszusehen – kein Wunder, nach dem üppigen Essen!

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