Pariser Leben, fast ein Film

Immer wenn ich in Paris bin, habe ich das Gefühl, in eine Welt einzutauchen, die mir aus alten Filmen bekannt ist. Das war schon so, als ich 19 war und ist es bis heute geblieben. Was in Deutschland schon verschwunden ist oder was es dort nie gegeben hat, gibt es hier (noch). Die Vergangenheit, zumindest ein Teil davon, darf lebendig bleiben.

Alt und Neu, Tradition und Moderne, konkurrieren nicht miteinander, sondern ergänzen sich, mal kontrastreich, mal harmonisch. Das macht einen großen Teil des Charmes dieser Stadt aus. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass sich viele der alten Gassen, Plätze, Cafés und Bistros halten. Hier versteht man sich, so klischeehaft es klingen mag, auf Lebensqualität, hier darf man sein, wie man ist, gern auch exzentrisch, und wird nicht schief angesehen wie hierzulande. Leben und leben lassen, die „Grande Nation“ mag es individualistisch, daran kann auch das zentralistische System nicht kratzen.

Und weil ich mich in Paris, das trotz der métro-boulout-dodo-Hektik (und ja, es gibt schon auch gestresste Menschen und arrogante Kellner) so ein entspanntes und gleichzeitig vibrierendes dynamisches Gefühl vermittelt, wie in einem schönen Film fühle, habe ich für diese Fotoimpressionen ausnahmsweise Cinemascope-Format und -Farbe gewählt.

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9 Antworten zu Pariser Leben, fast ein Film

  1. kormoranflug schreibt:

    Eine fremde Stadt. Deutschland ist eben doch ganz anders.

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  2. rotewelt schreibt:

    Ja, sehr anders. Aber in Deutschland fühle ich mich fremder als in Paris und in anderen französischen Orten.

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  3. haushundhirschblog schreibt:

    Wie schön, liebe rotewelt, diese Bilder zu sehen. Und Deine Beschreibung zu dem Nebeneinander von „alt und modern“ passt so gut zu dem Eindruck, den meine Kollegin jüngst von Paris bekam. Sie schickte mir ein Foto, auf dem Touristen oder Pariser (nicht auszumachen) mit ihrem iPad Fotos einer alten Kathedrale machten. Wir schätzen Deine Bilder-Reisen sehr! Auch diese ist wieder so eine, die geradezu dazu einlädt, sich mal wieder auf den Weg zu machen ..
    mb und dm

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    • rotewelt schreibt:

      Dankeschön, mb und dm, freut mich, dass ihr meine Bilder-Reisen mögt. So klischeehaft es klingt, aber Paris ist wirklich immer wieder eine Reise wert, es gibt soviel zu entdecken.

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  4. NixZen schreibt:

    Ich war vor einem Jahr ein paar Tage mit meinem kleinen Sohn dort, er wollte unbedingt den Eifelturm sehen. Früher war ich schon öfter dort. Anders als in London, Berlin, Barcelona, Rom oder Krakau sieht man in Paris kaum Kinder. Paris hat sich mit den Jahren verändert, es inst ernster geworden, die Leichtigkeit die es früher hatte ist in meinem Empfinden verschwunden oder hält sich bedeckt. Mir kam es vor wie ein Kulissen von dem, was es mal war.
    Das bedeutet aber nicht, dass es nicht wieder werden kann.
    Ein Kompliment für die Bilder.

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    • rotewelt schreibt:

      Danke für deine persönlichen Eindrücke und dein Kompliment, NixZen. Ich habe übrigens viele Kinder in Paris gesehen, aber sicher kommt es auch auf das Viertel an. Die Leichtigkeit von früher ist möglicherweise nicht mehr da, aber das hat vielleicht nicht nur mit der Stadt zu tun, sondern mit gesellschaftlichen Veränderungen im Allgemeinen. Meine Vermutung… Außerdem werden wir ja alle älter und sehen alles mit anderen Augen?

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  5. ehre9 schreibt:

    Ja… das ist natürlich überraschend; einige Bilder kommen mir sehr bekannt vor… oft ist es auch der Zufall… hauptsächlich in Paris, an den schönsten Plätzen, wo sich Begegnungen wiederholen… oder hat man sie geträumt?:=) Auf jeden Fall ein buntes lockeres Leben und Treiben… wie mann es in Dtschland wohl kaum kennt…lach!:=)

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    • rotewelt schreibt:

      N’est-ce pas? Es gibt schon seltsame Zufälle und wer weiß, vielleicht kommen manche Menschen immer wieder an einen lieb gewonnenen Ort zurück und andere haben sich dort längst häuslich eingerichtet und gehören sozusagen zur Szenerie, etwa die Bouquinisten. 🙂 Ja, bunter und lockerer geht’s dort auf jeden Fall zu als in teutschen Landen, auch freundlicher und humorvoller, davon kann ich ein Lied singen.

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