Hostellerie Bressane

Das traditionalle bürgerliche Hotelrestaurant gehört zu den Logis de France (drei Sterne), liegt in einem unscheinbaren Dorf und ist genau die richtige Wahl für eine Zwischenetappe, wenn man relativ preisgünstig wohnen und gut essen will.

Zweimal war ich dort, wir hatten immer ein Zimmer im neuen Anbau im Gartenhof. Die Zimmer dort sind ebenerdig und haben alle jeweils einen Direktzugang von der gemeinsamen überdachten langen Terrasse aus – hat auf den ersten Blick etwas Motelcharakter, ist aber an der Architektur der Region orientiert und ganz angenehm und wenn man, wie wir einmal, das Eckzimmer hat (siehe Foto), fühlt man sich fast ganz privat.

Jedes Zimmer hat vor der Tür einen eigenen Tisch mit Stühlen zum Draußensitzen. Dadurch, dass diese Räume nicht wie im Haupthaus direkt an der Straße liegen, sind sie ruhiger, obwohl man man sein Auto direkt vor seiner “Haustür” parkt, allerdings wurden wir nie durch Spätheimkehrer oder Frühabreisende geweckt. Die Zimmer im Anbau sind groß und recht gemütlich eingerichtet, die im Haupthaus kann ich nicht beurteilen, aber sie haben vielleicht mehr Charme. Im direkt angrenzenden Garten gibt es einen kleinen Teich, Bänke und Stühle, vor dem Restaurant außerdem eine Terrasse mit Tischen, wo aber bei unseren Besuchen nie serviert wurde, es war zum Frühstück und Abendessen draußen zu kühl.

Das Essen, eine gelungene Mischung aus traditoneller regionaler und französischer Küche mit innovativen Kreationen, hat mich beide Male begeistert. Eine Vorspeise im Mai bestand aus mehreren kleinen köstlichen Spargelgerichten, vom Süppchen über feinen Salat bis zu einer sehr raffinierten und aufwändig zubereiteten Spargel-Charlotte. Zum Dessert hatte ich eine Variation, zu der unter anderem Spargeleis gehörte – hatte ich noch nie gegessen und war überraschend lecker. Bei den Hauptgerichten kann ich mich noch an Froschschenkel und Perlhuhn erinnern, beides sehr gut.

Bei unserem ersten Besuch lief auch servicemäßig alles perfekt, beim zweiten Mal allerdings mussten wir sehr lange warten, bis wir überhaupt die Karte bekamen und bei den Getränken und verschiedenen Gängen setzte sich das weiter fort. Vermutlich lag es daran, dass an einem großen Tisch eine Familienfeier stattfand und diese Gäste ganz offenbar bevorzugt bedient wurden – ein (Spar)Fehler, den sich ein gutes Restaurant nicht erlauben sollte. Da eine Entschuldigung der Bedienungen ausblieb und das Personal insgesamt etwas hektisch wirkte, war unser Vergnügen und Wohlbefinden dann doch etwas beeinträchtigt. Mag sein, dass wir beim zweiten Besuch einen Ausnahmeabend erwischt haben, aber ich werde es mir zweimal überlegen, ob ich nochmal hinfahre, trotz des guten Essens und Preis-/Leistungsverhältnisses.

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