Hôtel-Restaurant du Pont – 1 Rue de Muhlbach, 68380 Metzeral

Vor Jahren mieteten wir uns hier für ein Wochenende ein, um das Münstertal und die Vogesen kennenzulernen – und um gut zu essen. Das Du Pont ist ein einfaches, kleines traditionelles Hotel, im Zentrum des Örtchens an der Hauptstraße gelegen. Einige Zimmer liegen jedoch auf der der Straße abgewandten Seite des Hauses.

Als wir am frühen Nachmittag ankamen, begrüßte uns der Eigentümer und Küchenchef, Monsieur Kempf, persönlich in seiner Kochuniform. Als Erstes zeigte er uns die vor wenigen Wochen geborenen jungen Kätzchen, die in einem Körbchen in der warmen Küche untergebracht waren. Wie süß! Hygieneprobleme? Ach was, jedenfalls machte es uns nichts aus, ich finde diese französischen Landhotels, in denen man von Hund oder Katze begrüßt wird und auch zum Frühstück schon mal Gesellschaft unterm Tisch hat, immer außerordentlich heimelig.

Was die Zimmer betraf, so schickte uns der Patron alleine nach oben in den ersten Stock mit den Worten, die Türen der noch freien Zimmer seien offen und wir sollten uns etwas aussuchen. Gesagt, getan! Die Zimmer sind unterschiedlich groß und verschieden eingerichtet, einige sehen weniger wie Hotel-, sondern wie Gästezimmer in einem Privathaus aus. Die Einrichtung ist einfach und ein bisschen zusammengewürfelt, aber sehr urig und nicht ungemütlich. Auch die Bäder waren einfach und älter, aber okay. Das schönste und größte freie Zimmer ging leider zur Straße raus, also wählten wir ein anderes, zumal wir ohnehin hauptsächlich draußen sein würden.

Ausgewählt hatten wir das Hotel primär wegen seines Restaurants, das für traditionelle Spezialitäten des Münstertals und der Vogesen bekannt ist. Nach unserem ersten Ausflug machten wir es uns zum Abendessen auf der hübsch eingewachsenen laubenartigen Terrasse gemütlich. Als ersten Gang wählten wir Zander mit Kräutersoße – ein Gedicht! Immerhin hat der Patron bei Paul Haeberlin gelernt! Das einzige Problem bestand darin, dass die Portion so üppig wie ein Hauptgericht bemessen war, aber so gut schmeckte, dass wir sie aufessen mussten. Als Hauptgericht hatten wir die Tourte de la Vallée bestellt, eine Spezialität des Münstertals. Dabei handelt es sich um eine Fleischpastete von Schwein und Kalb, die mit Mürbe- und Blätterteig zubereitet wird – eine äußerst gehaltvolle Angelegenheit. Wir verdrehten die Augen, als wir die Portionen sahen: Jeder hatte ein riesiges Tortenstück auf dem Teller, dazu grünen Salat und Rote-Beete-Salat. Es war köstlich! Obwohl ich beim besten Willen nicht alles aufessen konnte und auf ein Dessert verzichten musste – vom Münsterkäse probierte ich nur ein kleines Stück -, war ich so satt, dass ich Bauchschmerzen hatte; sogar meine männliche Begleitung ächzte. Weder ein Digestif half noch ein Spaziergang, der machte das Bauchweh nur noch schlimmer. Nachdem ich anschließend circa eineinhalb Stunden aufrecht im Bett gesessen habe, da ich zu satt zum Liegen war, konnte ich mich endlich ausstrecken.

Am nächsten Morgen war erstaunlicherweise wieder genug Platz im Magen für das Frühstück, das wie viele elsässische Hotels eine für französische Verhältnisse eher reichhaltige Auswahl bietet. Abends musste ich unbedingt noch einmal die Tourte essen, weil sie so gut war und ich am Vortag frühzeitig kapituliert hatte, aber diesmal ließ ich die Vorspeise weg. Dafür schaffte ich das Dessert beinahe ganz, einen köstlichen Blaubeerkuchen.

Wer eine eher ungezwungene herzliche Atmosphäre mag, nicht viel Geld für ein Zimmer ausgeben, aber gut (und reichhaltig) essen will, ist im „Du Pont“ gut aufgehoben. Viele Gäste nutzen das Hotel als Ausgangspunkt für Wanderungen in den Vogesen oder auch für Motorradfahrten. Münster und der Col de la Schlucht sind circa 15 Minuten Fahrt entfernt.

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