Las Ramblas

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Die Stadt hat insgesamt ein wunderbares Flair, ist schön, manchmal hässlich, widersprüchlich, einfach spannend. Die bekannteste Flaniermeile finde ich ganz nett, aber nicht sooo außergewöhnlich toll (da gibt es nach meinem Geschmack schönere Boulevards in Paris und in Barcelona schönere Orte wie etwa die Placa Real und Gassen im gotischen Viertel oder den Park Güell etc.). Das betrifft die touristischen “Attraktionen” in der Mitte, die Geschäfte und Lokale (bis zum Beispiel auf den tollen Markt Boqueria und das Operncafé) als auch das Flanierpublikum – typisch touristisch halt, obwohl etwa an Sonntagen auch die Einheimischen dort spazierengehen bzw. die Rambla auf dem Weg zum Hafen mal eben mitnehmen.

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Trotzdem ist es dort sehr bunt und es gibt manch Schönes zu sehen…

etwa die Blumenstände,

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interessante bis witzige architektonische Details an Fassaden…

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und wunderschöne Jahrhundertwendebauten.

Abends, wenn die Touris weg sind, muss man als Frau ein bisschen auf sich aufpassen (und ich meine jetzt keine Taschendiebe – in der Hinsicht ist mir gar nichts passiert). Obwohl ich beim nächtlichen Spazierengehen prinzipiell angstfrei bin (im südeuropäischen Ausland sogar eher als zuhause), auch wenn ich alleine unterwegs bin, kam ich dort dann doch in eine etwas prekäre Lage, die sich aus einer – wie ich naiv und wohlwollend dachte – harmlosen netten und interessanten Unterhaltung mit einem pakistanischen Mann entwickelte. Er hatte in Pakistan studiert und verdiente nun erstmal als Küchenhilfe in einem Restaurant in Barcelona etwas Geld (schon interessant, was er über seine Arbeits- und Lebensumstände berichtete). Zum Glück konnte ich mich der dann noch bedrängender werdenden Annäherung sicher entziehen, wenn auch mit einiger Mühe und Tricks. Im angrenzenden Bezirk Raval, besonders Richtung Hafengegend, leben unter anderem viele Pakistani (haben dort zig Lebensmittelgeschäfte bzw. Minisupermärkte, einige 24 Stunden geöffnet, sehr praktisch!), die westeuropäische Frauen, auch wenn hochgeschlossen gekleidet (es war Januar) offenbar für Freiwild bzw. zu allem bereit halten, wenn sie sich alleine ab einer gewissen Uhrzeit den Aufenthalt im Freien erlauben und dann noch bereit zu einer Unterhaltung sind – bei seiner (multikulturellen) Offenheit sollte man schon etwas differenzieren und auch in einer multikulturellen westeuropäischen Millionenstadt andersartige Mentalitäten und Einstellungen aufgrund von gesellschaftlichen und religösen Unterschieden mehr berücksichtigen – mir was das eine kleine Lehre.

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