Le pescadou – Place des Barrys, 83580 Gassin

Das Restaurant ist eines von mehreren in der “Fressmeile” des hübschen alten Bergdörfchens Gassin, ein paar Kilometer vom Meer und vom Golfe de St. Tropez entfernt.

Man könnte ja misstrauisch sein und diese furchtbar verlockende Straße als potenziellen Reinfall einstufen, aber man darf hier nicht verallgemeinern; am besten, man richtet sich danach, wo die meisten Franzosen sitzen (obwohl auch die, sofern Touristen von weit weg, irren können, aber bislang habe ich da nie etwas falsch gemacht). In einem anderen Lokal in der gleichen Straße aß ich eher… na ja, das bestellte Essen war aus und es gab einfacheren Ersatz, wenngleich wohlschmeckend, aber es dauerte und der Service war schlechter etc..

Aber im Pescadou stimmte bisher alles. Man sitzt mit Blick übers grüne Land bis zum Meer sehr schön, ungestört vom Autoverkehr, an hübsch gedeckten Tischen. Die Spezialität des Hauses ist La Marmite du Pêcheur, also eine Art Fischeintopf.

Er besteht aus verschiedenen Fischfilets, Gambas, mehreren Muschelarten, Krabben und Kartoffeln. Dazu gibt es die typisch südfranzösische Rouille (knoblauchhaltige frische Mayonnaise) und Croûtons. Lecker! Aber auch das Lamm in Honigsoße, das ich einmal aß, schmeckte sehr gut.

Man kann es dort locker eine Weile aushalten, vielleicht vorher noch durch den Ort bummeln mit seinen hübschen kleinen Läden, Galerien (nicht nur Kitsch und Andenken!) alten Wohnhäusern und deren intimen Außensitzplätzen (bloß nicht zu neugierig gucken, um die Privatsphäre der Anwohner nicht zu stören…). Direkt vor der Fressmeile befindet sich ein Wohnhaus, aus dessen Küche es einmal so gut roch, dass ich es auch für ein Restaurant hielt. Dann aber sah ich, wie Madame in blauweißer Kittelschürze aus der privaten Küche kam und es sich auf einem profanen Plastikstuhl an ebensolchem Tisch vorm Hauseingang gemütlich machte, um ihr lecker duftendes Essen zu genießen, ganz cool nach dem Motto “Was stören mich die Touris, sollen sie nur auf den Nepp dahinten einfallen”. Am liebsten hätte ich mich bei Madame eingeladen und an ihrem einfachen Tisch Platz genommen, aber… Im Übrigen: Ob man in Gassin richtigen Restaurant-Nepp antrifft, kann ich gar nicht beurteilen, hatte bislang Glück.

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