Le Moulin d’Hauterive

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Ich mag es, im Herbst den Spätsommer zu genießen, unter anderem oder besonders gerne in Südfrankreich. Wenn man sich dann aber am Urlaubsende Anfang bis Mitte Oktober aus milden Temperaturen wieder gen Norden bewegt, hat das immer sowas Melancholisches. Um sich den harten Bruch zwischen Südfrankreich und Deutschland zu versüßen, kann man zum Beispiel in Burgund eine Zwischenübernachtung einlegen. Burgund – das klingt noch so südlich, nach Charolais-Rindern und Bresse-Hühnern, nach la douce France und guten Rotweinen.

Es klingt so. Aber uns ist es schon mehrfach passiert, dass wir auf der Rückfahrt einen Temperaturunterschied hinnehmen mussten, von ungefähr 27 Grad in der Provence auf circa 14 in Burgund. Da könnte man sich beinahe fragen, ob man sich die Kosten für die Zwischenübernachtung hätte sparen und gleich durchfahren können. Viel schlimmer kann’s in Deutschland auch nicht sein. Einmal musste ich mich auf einem Parkplatz umziehen, von Hochsommer- auf Herbstkleidung (die ich nicht dabei hatte, also Zwiebellook), von Sandaletten auf die komischerweise mit eingepackten Stiefeletten mit Strümpfen.

Aber in solchen Fällen zahlt sich Durchhalten (vor allem, wenn man reserviert hat) dann doch aus. Jedenfalls, wenn man eine Nacht in solch kuscheligen romantischen Hotelrestaurants wie der Moulin d’Hautrive gebucht hat. Wir waren jedenfalls froh, dann doch nicht durch graues Wetter und Regen weitere vier Stunden oder mehr nach Hause fahren zu müssen.

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Wenn ich einen neuen Beitrag schreibe, schaue ich oft auch bei anderen Portalen als Qype nach, was für Bewertungen es zu einem bestimmten Platz gibt. Ich muss sagen, dass dieses Hotelrestaurant auf ziemlich geteilte Meinungen trifft, besonders, was die Freundlichkeit des Empfangs und Service betrifft. Offenbar haben andere Gäste sich nicht so wohlgefühlt, wir aber schon; es war alles in Ordnung.

Bei der Mühle handelt es sich wieder um so einen charmant-versteckten Ort, 18 Kilometer von Beaune entfernt, den man erst findet, wenn man glaubt, sich nun aber wirklich total verfranst zu haben und eigentlich umkehren zu müssen – nur ebene Felder, Wiesen weit und breit, ein paar einzelne Häuser. Und irgendwann auch aufsteigender Herbstnebel.

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Aber wenn man einmal die Hofeinfahrt entdeckt hat, ist man entzückt. Wir waren es jedenfalls. Unser Zimmer wer klein, aber mit einem Himmelbett und bestickter Bettwäsche ausgestattet. Die Heizung funktionierte, auch im liebenswerten Bad, fast so groß wie das Zimmer, mit Teppichboden (nix für 100-Prozent-Hygieniker oder Extrem-Hypochonder), einem alten schönen Holzschrank und was wir sonst so brauchten.

 

Es gibt einen puppenkleinen Salon mit Sofas, wo man einen Apéro, Digestif oder Kaffee einnehmen kann. Das Restaurant ist hübsch eingerichtet und das Menü (einmal mit Bressehuhn, an das andere Hauptgericht erinnere ich mich nicht) war schmackhaft.

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Dort kann man es sicher locker ein paar Tage aushalten, denn direkt am Hotel rauscht der Bach. Bei schönem Wetter kann man dort in ziemlich romantischem Ambiente essen – und sonst gibt es nur ruhige Landschaft, wie man sie in Deutschland nur noch selten findet in direkter Nähe von solchen Häusern. Das Hotel hat übrigens auch einen Pool, der allerdings im Oktober bereits geschlossen war.

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