Romantik-Hotel Spielweg – Spielweg 61, 79244 Münstertal

Noch ein Nachtrag, denn ich war schon wieder da und bin immer noch begeistert…, habe nun auch den fünften Stern vergeben!

Mitte September, es sah so aus, als würde es einer der letzten Sommertage sein, an denen man draußen sitzen kann, was aber zum Glück nicht stimmte (es kamen noch weitere), mäanderte ich mal wieder mit dem Auto durch den Schwarzwald, als mich ein winziger Hunger oder besser Appetit überkam, verbunden mit dem Wunsch, auf einer schönen Terrasse zu sitzen. Und schon zog es mich magnetisch zum Spielweg. Einfach ein wunderschöner ruhiger Ort, um den Sommer würdig ausklingen zu lassen und sich etwas zu gönnen, auch wenn man nicht weiß, ob und womit man es sich verdient hat!

Ein Vierertisch war noch frei, Glück gehabt an diesem Sonntagmittag! Ich bestellte ein kleines Zwischengericht. Schnell wurden Brot und Butter und der Wein serviert.

Dann kam bald der obligate Gruß aus der Küche, der diesmal besonders deliziös ausfiel und dem Gaumen auf kleinstem Raum alles bot: Cremigkeit, Fruchtigkeit, Pikantes, Feines, etwas Knackiges (der „Boden“ bestand aus Zucchinistücken), eine im Mund zerplatzende Frucht, eine Blüte – ein farbenprächtiger Genuss, für den ich mir Zeit ließ, um ihn auszukosten.

So gut eingestimmt, lehnte ich mich zurück, schaute ich mich um, guckte zufrieden ins Grün und ins Blau

und kam ins Gespräch mit einem netten jungen Paar (sie Französin, er Deutschschweizer) am Nachbartisch. Sie waren aus Basel gekommen, weil auch sie diesen Ort lieben, und wollten danach mit ihren beiden zweisprachig aufwachsenden Kleinkindern noch in den Europapark Rust fahren. Nun waren aber erstmal die Eltern an der Reihe mit Genießen, Tochter Lourdes (mit Betonung des Endsilbe), durfte zwischendurch die Kaninchen im Garten gegenüber mit Möhren füttern, die die Bedienung gern zur Verfügung stellte. Der Kleinste, Laurent, beider Sprachen erst rudimentär mächtig, entfaltete schon erstaunlich viel Charme, indem er mich, in einer Hand ein Schmusetuch, anstrahlte und mir von anderen Stühlen weitere Sitzkissen an meine Bank brachte!

Und da war auch schon mein Zwischengericht, Schweinefilet, das wirklich nach Schweinefleisch schmeckte, sehr fein!
Die nette Familie war inzwischen gegangen und so saß ich still und schaute weiter. Einzig die freundliche Bedienung brachte etwas Bewegung in die Szenerie.

Während ich auf den Schokoladenkuchen wartete, den ich dann doch auch noch bestellt hatte (wenn ich bei einem Dessert nicht Nein sagen kann, egal wie satt ich bin, dann ist es Schokoladenkuchen!), weil meine Schweizer Nachbarn ihn gegessen und für gut befunden hatten, nahmen am Nebentisch zwei jüngere deutsche Paare Platz, eines mit einem noch frischen Nachkommen. Im Unterschied zur Schweizer Familie taten sie so, als wollten sie sich unsichtbar machen und sprachen im Flüsterton. Merkwürdig. Dann begann das Baby zu schreien, was den Erwachsenen ganz offensichtlich furchtbar unangenehm war, denn sie sahen sich ganz verlegen und erschrocken um. Ich beschloss, die komische, irgendwie unnatürlich-gedrückt-angespannte Atmosphäre ein Ende zu setzen, sagte freundlich-locker, es mache doch gar nichts und sei normal, dass ein Baby mal schreie. Daraufhin erhielt ich zwar kein einziges Wort zurück, aber immerhin den leisen Hauch eines winzigen Lächelns des Vaters. Mal wieder wurden mir die Mentalitäts- und Verhaltensunterschiede von Deutschen und benachbarten Nationen bewusst und ich fühlte mich ge- und bedrückt wie auch immer, wenn ich aus dem Ausland zurück nach Deutschland komme.

Zum Glück kam mein Kuchen, mit Mangoeis, lecker! So war ich beschäftigt. Nach dem Kaffee ließ ich mir noch den letzten Schluck des guten Tempranillo schmecken und betrachtete die interessanten Licht- und Schattenspiele unter dem Tisch, die sich anscheinend meiner Kleidung angepasst hatten.

Ganz schön groß, so ein Vierertisch mit den leeren Stühlen gegenüber und dem freien Platz auf der Bank neben mir. Noch schöner wäre es gewesen, wenn ich diesen Platz und meine Freude mit jemandem geteilt hätte, dem es ebenso gefallen hätte wie mir…

Noch ein letzter Blick in die Umgebung und ich verließ meinen Lieblingsort im Schwarzwald, wie mir beim Schreiben wieder bewusste wurde. Klar werde ich an diesen Ort zurückkehren, trotz des Jägerzauns und der von mir ungeliebten, aber immerhin nicht dominierenden schwarzen Tannen!

Vor Jahren habe ich dort einmal übernachtet und kann das Hotelrestaurant nur allen empfehlen, die es ruhig und romantisch mögen und gerne gut essen. Das vordere ältere Gebäude, das das Restaurant beherbergt, ist sehr schön und hat eine hübsche Terrasse.

Bei unserem ersten Besuch damals konnten wir gar nichts aussetzen, auch unser Zimmer war sehr schön, groß, gemütlich. Das Haus erschien mir auch sehr kundenorientiert. So bekamen die holländischen Touristen am Nachbartisch ihr Ketchup zum Steak („selbstverständlich“)!, ohne dass die Bedienung mit der Wimper zuckte.

Wer im Hotel wohnt, kann ein einfaches Freibad und das Hallenbad benutzen; Beautyanwendungen gibt es auch. Ansonsten kann man auch einfach auf der Wiese am rauschenden Bach sitzen und sich ausruhen oder die Füße ins kalte Wasser halten.

Manchmal fahre ich heute einfach so hin, wenn ich einen Ausflug gemacht habe, um dort als Abschluss einen Kaffee oder Wein zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen, weil es so idyllisch ist. Der Service scheint mir allerdings inzwischen wechselhaft zu sein; der ältere Ober ist mal herzlich-freundlich, mal eher unbeteiligt und unaufmerksam und etwas brummig, schade.

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2 Antworten zu Romantik-Hotel Spielweg – Spielweg 61, 79244 Münstertal

  1. cablee schreibt:

    ICH wäre gern neben dir gesessen 😉

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