Schweighof – St Ulrich 44, 79283 Bollschweil

Jau, den Schweighof muss man erst mal finden, aber ich habe mich nicht mal verfahren auf dem Weg von Freiburg in die Höhe, auf 705 Meter, immerhin!

Nur mit dem Parken und Wenden war es schwierig. Ich hatte aber noch Glück, einen Platz am Wegesrand zu finden, wenn auch leicht abschüssig, nach einigem schwierigen Hinundherwenden (wie mag es hier wohl im Sommer sein?!). In einem Freiburger Internetführer hatte ich gelesen, dass es in dieser Berggastwirtschaft eine besonders schöne Terrasse mit Panoramblick geben sollte, also nix wie hin.

Als noch Neufreiburgerin empfand ich schon allein die Fahrt durch die Schwarzwaldausläufer als interessant und ungewöhnlich. Auch ist es spannend, dass man, nur in 15 Minuten Distanz von der Stadt, quasi verschiedene Jahreszeiten erleben kann: Unten sprießt schon alles, oben beginnt es gerade erst zu grünen und blühen.

An diesem Frühlingsfrühabend oder -spätnachmittag fand ich noch locker einen freien Tisch auf der Terrasse, die allerdings wesentlich kleiner ausfiel als vom Gelesenen her vermutet und die Plastikmöbel auf dem circa 60er-Jahre-Steinplattenboden fand ich auch nicht gerade romantisch (es gab auch die typische Bierzeltgarnitur, aber von einer Gruppe besetzt). Der Blick war ganz schön und weit reichend; die Natur dort kann ja nichts dafür, dass sie hinterherhinkt.

Da saß ich nun. Und wartete. Bis ich bemerkte, dass das Paar am Nachbartisch rein- und rausging und Getränke mitbrachte. Ich fragte, ob man sich die Getränke selbst holen müsse und man bejahte. Drinnen, in der kleinen alten rustikal-gemütlichen Gaststube, in der offenbar nur Einheimische saßen, die jeden Fremdling, so auch mich, äußerst interessiert beäugten (wo bin ich hier bloß hingeraten?!), bekam ich dann meinen Roten vom rustikalen, aber nicht unbedingt unfreundlichenm Chef in die Hand gedrückt und erfuhr dann auch – auf Nachfrage! -, dass ich mir hier mein Essen aussuchen und bestellen musste. Ich wählte zwei Bratwürste mit Kartoffelsalat (nach dem in BaWü bin ich süchtig). Das Glas Rotwein war so randvoll eingeschenkt, dass ich Verluste auf dem Weg zum Tisch in Kauf nehmen musste. Ein freundlicher junger weiblicher Abkömmling vom Chef brachte mir dann mein Essen, das mir sehr gut mundete. Derweil beobachtete ich, wie jemand vom Hof mit einer Schubkarre zum Ziegenstall ging, den man von der Terrasse aus sieht – sehr ländlich, wie ich es eigentlich nur aus meiner Kindheit (wenn auch im Flachland) kannte. Insofern hatte ich das Gefühl, wie ich es oft im Schwarzwald erlebe, einen Ausflug in meine Kindheit gemacht zu haben, als alles noch einfach, bäuerlich-ländlich und rustikal war. Mal abgesehen von den Plastikmöbeln, aber nun ja… Ob ich nochmal hinfahre, vielleicht jetzt im Sommer, weiß ich nicht, aber trotz der teilweisen Selbstbedienung und des nicht ganz stimmigen Ambientes habe ich eine schöne Zeit verbracht und wieder ein Lokal “gesammelt”. Leid tat mir das arme Pferd, der “Ackergaul”, der offenbar verschwitzt von der Arbeit vorm Haus stand und dringend eine trockene Abreibung verdient hätte (ich weiß das, auch wenn ich keine Pferdekennerin bin).

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