Sommerschönheiten

Wenn es so etwas wie einen Sommertag gibt in deutschen Landen, strömen wir in Wald, Flur und Stadt, um uns zu berauschen am Anblick der Natur. Leider müssen unsere Augen dabei auch Dinge sehen, denen es etwas an Ästhetik mangelt.

Nehmen wir nur einmal die Kleidung der Männer: Da gibt es die Kurzbehosten mit Socken und Sandalen, dazu eine Kamera oder ein sonstiges Accessoire wie ein Kindergartentäschchen um den Hals gehängt und keck auf dem hohen Bauchansatz baumelnd. Dann wagen sich auch Herren im Unterhemd, bevorzugt à la Schiesser Feinripp, auf die Straße, darunter Hosen aller Art und Längen. Seit ein paar Jahren tauchen die Jüngeren bis Mittelalten vermehrt mit diesen unsäglichen Dreiviertelhosen auf. Selbst der schlankste Mann wird dadurch kurzbeinig und unproportioniert. Da ist es dann auch egal, ob das Schuhwerk aus Birkenstocksandalen, Flipflops oder Turnschuhen mit Socken besteht, die einen erotischen geheimnisvollen Anblick auf ein Stück behaarte oder unbehaarte Wade zwischen Socken- und Hosenbeinrand bieten und uns Frauen erschauern lassen bei der Fantasie, wie es denn wohl weiter oben weitergehen mag.

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Aber es gibt auch Individualisten, die sich jeder Mode entziehen, wie dieser Mann in diskreten Kniestrümpfen, der von seiner Mutti im Dragonerschritt fest bei der Hand gehalten wurde, aber die Einkaufstasche tragen musste, der Arme.

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Zugegeben, die Frauen sind auch nicht immer besser… Manchmal aber doch.

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Nur die Kleinen können nichts falsch machen, sie sind immer hübsch!

Na ja, genau genommen sorgen auch solche Bilder für Abwechslung. Vor allem in einem Sommer, der keiner sein will.

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17 Antworten zu Sommerschönheiten

    • rotewelt schreibt:

      Wieso gefährliches Pflaster, ich sage nur, was ich denke… 😉 Danke für die Links, richensa. Ich staune, nun haben die Berliner auch ihr Feinrippunterhemd ausgezogen und ziehen oben ganz blank! Und die Frauen lassen auch mehr raushängen als nötig… Na, so ist es im behäbigen ökologischen Freiburg nun doch noch nicht, hier geht es katholisch-züchtig zu. Nackte Oberkörper gehören wirklich an den Strand oder ins Private, den Menschen geht anscheinend jegliche Würde und jeder Respekt für die Mitmenschen verloren, ich glaube, man nannte das mal Anstand oder gutes Benehmen.
      Im Urlaub bin ich schon erschüttert, wenn sich männliche Touristen oben ohne ins Restaurant setzen. Ich finde, die Betreiber könnten ruhig Kleidungszwang fordern… Und was sich in südlichen Regionen sonst so alles an Urlaubern auf die Straße traut, ob Männlein oder Weiblein, in Klamotten, von denen ich gar nicht weiß, wo man sie kaufen kann, ist wirklich eine Beleidigung für die Augen und der Einheimischen.

      • richensa schreibt:

        Liebe RoteWelt,
        ich wünsche mir manchmal hier in Berlin, dass sich sowohl Touristen als auch Einheimische/inkl. Zugereiste mehr zusammenreißen. Sei es die (fehlende/ unpassende) Kleidung oder aber das schlechte Benehmen mit Geh-/SUBahn/BusBier und das achtlose Wegwerfen der „Flasche leeer“ oder Pizza-/Fressverpackungen. Direkt vor der Haustür hat niemand so etwas gerne, aber wenn es denn die Haustüren der anderen sind, scheint’s egal…

        • rotewelt schreibt:

          An die besudelte stinkende Berliner U-Bahn mit grölenden oder besoffenen Zeitgenossen musste ich letztens auch gerade wieder denken, das Verhalten vieler Mitmenschen ist wirklich eine Zumutung. Dagegen ist die Pariser Metro ein Paradis mit zivilisierten Menschen aller Hautfarben, die zumeist ruhig, friedlich, höflich und respektvoll miteinander fahren. Genauso wie übrigens im angeblich so gefährlichen dreckigen Marseille.

  1. kormoranflug schreibt:

    Einen schönen Körper entstellt nichts. In der Stadt bin ich auch für lange Hosen und Hemd, das sieht einfach eleganter aus.

  2. Sofasophia schreibt:

    ich bin für freestyle, für mut, der und die zu sein, die wir sind und das auch in der wahl unserer kleider auszudrücken.

    mode ist in den köpfen entstanden und dient einzig der bereicherung einzelner und der manipulation und verunsicherung vieler: dort aber als bärendienst.

    natürlich gefällt mir längst nicht alles, was herumläuft. vieles finde ich schlicht hässlich, aber: so what? ich will und muss ja auch nicht allen gefallen. zum glück!

    mut zum anti-uniformismus und gegen modediktate! es lebe die toleranz, jawohl.

    ja, die kleinen mädchen sind herzig, ja. ich hoffe, sie unterliegen noch lange nicht irgendwelchen modediktaten!

    • rotewelt schreibt:

      Ich stimme dir in Vielem zu, Soso: Auch ich bin gegen Modediktate. Zum Glück wird uns aber ja heute nichts mehr diktiert, gerade bei den raschen Modewechseln. Jeder kann sich angesichts der großen Auswahl herauspicken, was ihm gefällt, kann mit Altem kombinieren oder braucht gar nichts Neues zu kaufen. Ich mag Individualität oder freestyle in der Kleidung auch lieber als Uniformität, mit Kleidung kann man auch seine Persönlichkeit unterstreichen, zeigen, wie wir sind, wie du auch sagst.
      Aber ich sehe es nicht so streng, dass Mode nur der Bereicherung Einzelner dient, ich mag Mode. Ich denke auch, dass sie uns nicht mehr so manipuliert und verunsichert wie früher, davon haben wir uns doch emanzipiert, oder?
      Das hindert mich aber nicht daran, mich lustig zu machen über bestimmte Kleidungsstile (auch die Kurzehosen-Sandalen-Socken-Träger sind ja übrigens eine uniformierte Massenbewegung!) und sie vom ästhetischen Standpunkt aus abzulehnen. Das heißt nicht, dass ich intolerant bin, Manches gefällt mir einfach nicht. Aber ich lasse sie ja laufen, wie sie sind, lach!

  3. Dina schreibt:

    🙂 🙂 🙂

  4. karu02 schreibt:

    Es gibt gute Gründe, warum ich nur noch im Winter ans Meer fahre. In der Stadt will ich das alles schon gar nicht sehen.

  5. Frau Blau schreibt:

    bei aller Toleranz, ich gebe dir Recht, manches ist schlichtweg eine Beleidigung der Augen 😉
    und ich frage mich immer mal wieder, wie es wohl ist, in solchen Häuten und Hosen zu stecken …

    herzlichst
    Ulli

    • rotewelt schreibt:

      Ich bin ja ebenso für leben und leben lassen und sicher gibt es auch viele Menschen, die meine Art, mich zu kleiden, nicht mögen oder nicht altersgemäß finden (und nein, ich trage nicht bauchfrei und auch keine hyperkurzen Röcke, habe auch kein Hirschgeweih oder andere Tattoos). Aber Manches tut wirklich optisch richtig weh, stimmt! Ich frage mich, ob einige Mitmenschen keinen Spiegel zuhause haben. Das trifft vor allem auf die deutschen, englischen und amerikanischen Touristen zu (am schicksten – wie aus dem Ei gepellt und elegant – sind die Italiener, aber auch die Holländer beweisen mehr Geschmack als die Teutonen). Auf Mallorca sah ich vorbeiziehende Urlauber in unsäglichen Klamotten, unter anderem gürtelkurze Miniröcke und knackenge Shirts in Wurstpellenart, aus denen alles rausquoll (ausnahmslos von wirklich fetten Frauen aller Altersgruppen getragen!), dass mir beinahe die Tapas im Hals steckenblieben! 🙂

  6. cablee schreibt:

    Wie gut, dass Schönheit relativ ist … 😉

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