Die achtundzwanzigste Woche, 2013

Verbiete wer, was Alle wollten,
Der hat ins Wespennest gestört.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Greif nicht leicht in ein Wespennest. Doch wenn du greifst, so greife fest!

(Matthias Claudius)

Wenn dich die Lästerzunge sticht,
so laß dir dies zum Troste sagen:
Die schlechtesten Früchte sind es nicht,
woran die Wespen nagen.

(Gottfried August Bürger)

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(Fotoquelle: Wikipedia)

„Schutzgesetze

Das Naturschutzgesetz Baden-Württemberg, §29 Abs. 1, Ziff. 3, schützt auch Wespen, da es verboten ist, wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen, sie ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten.
Wespennester mit „Hausmitteln“ zu vernichten, ist gefährlich, nützt in der Regel nichts und ist ordnungswidrig bzw. strafbar. Verstöße gegen das Artenschutzrecht können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 € geahndet werden.
Dies gilt besonders für die Entfernung oder Zerstörung besiedelter Hornissennester. Hornissen sind naturschutzrechtlich besonders geschützt (§10, Abs. 2, Ziffer 10c BNatSchG i.V. §1 Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV)) und friedfertige Tiere, die nur angreifen um ihr Volk bzw. ihr Nest im Umkreis von ca. 4 m zu verteidigen. Nach §42, Abs. 1, Ziff. 1 BNatSchG ist es verboten, Hornissen zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Nester der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Sofern dies in Einzelfällen nicht vermeidbar ist, dürfen besiedelte Hornissennester nur nach Erteilung einer Befreiung durch die Unteren Naturschutzbehörden umgesiedelt oder entfernt werden.
Anfang November, nachdem die Jungköniginnen die Nester verlassen haben und das Volk gestorben ist, kann das leere Hornissennest ohne besondere Erlaubnis entfernt werden.“ (Quelle: http://www.oekostation.de/de/tipps/wespen.htm)

PS: Ich habe den Sekten-, ähm, Wespenbeauftragten (zuständig für die Kreise Breisgau-Hochschwarzwald/Freiburg)  der Ökostation Freiburg bestellt. Da ich das kürzlich entdeckte Nest in meinem Rolladenkasten direkt oberhalb der Balkontür durch Betätigen des Rolladengurts beschädigt habe, kann es nicht mehr umgesiedelt werden, sprach der Wespenbeauftragte. Ich Böse. Es hat auch Leichen gegeben, die in mein Wohnzimmer purzelten, igitt! Die Wespen versuchen nun aber, das Nest zu reparieren. Nun muss der Mann das Nest zerstören, Preis: 100 Euro. Zu gefährlich, das selbst zu versuchen… und verboten, s.o.. Da ich das Nest nur versehentlich beschädigt habe,  weil ich nichts von dessen Existenz ahnte, muss ich aber ja keine Strafe zahlen… Haha, immerhin! Nun warte ich zitternd auf die Vernichter heute Abend. Den Balkon wage ich seit einer Stunde nicht mehr zu betreten, die Viecher sind plötzlich extrem aggressiv, sie mochten nicht, dass ich mich dort bewege, vielleicht ahnen sie etwas. Zum Glück fliegen sie so ein, dass sie die Nachbarn nicht stören. Im Rolladenkasten knistert es, ich muss noch mehr Klebeband holen, Hilfe!

Es lebe der Wespenschutz direkt an/in Wohnbereichen (ja, die kriechen auch durch den Rolladengurtschlitz nach innen, wenn man es nicht verklebt), was zählen schon die Gesundheit, die unbehelligte Privatsphäre und Freiheit des Menschen… Ich gestehe – und bin gespannt auf die empörten Kommentare… -, dass ich kein Mitleid mit den Wespen haben, wenn sie sich direkt in meinem Revier ansiedeln. Ich habe Angst, denn sie stechen tatsächlich auch, wenn man einfach nur bewegungslos sitzt oder steht! Sollen sie sich doch anderswo ein Plätzchen suchen. Ich gönne ihnen (wie auch Stechmücken, da kenne ich keine Gnade) den Tod, da ihre Umsiedelung nun nicht mehr möglich ist, doch hoffentlich müssen sie nicht leiden.

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9 Antworten zu Die achtundzwanzigste Woche, 2013

  1. Sofasophia schreibt:

    au weia … ich hab mein nest damals zwar nicht kaputtet, aber den wespen die lust an ihrer wohnung unter meinem dach vergällt. wenn ich nur noch wüsste, womit. hat jedenfalls funktioniert.
    viel glück für den umzug …
    die wespen wissen eben nette gesellschaft zu schätzen! 🙂

    • rotewelt schreibt:

      Im Internet habe ich auch lange gesucht, ob es nicht einen Duft gibt, der die Wespen vertreibt, aber ich fand nur was, was auch giftig ist für andere Tiere und außerdem in der Wirkung zweifelhaft. Vor allem, wenn der Nestbau schon weit fortgeschritten ist. Die Tiere müssen meine Abwesenheit genutzt haben, wer weiß, wann sie mit ihrer unseligen Arbeit begonnen haben. Zwischendurch dachte ich auch, ich könnte die Viecher dulden, aber das kann ja bis November dauern. Mein Balkon ist MEIN Lebensraum, da dulde ich keine Stechtiere. Auch wenn sie meine Gesellschaft schätzen sollten. 🙂 Mir fällt gerade ein, letztes Jahr hatten sie sich bei einer netten Nachbarin eine Etage höher eingenistet… Danke dir, Soso!

  2. Frau Blau schreibt:

    Wespennester in Ehren, aber vielleicht nicht gerade auf Balkonien?! und auch nicht an Balkonen eines Gästehauses, dort hatten wir nämlich auch diese unseligen Diskussionen. Wespen sind an sich friedlich, aaaaber das hört sofort auf, wenn ihre Brut geschlüpft ist und dann ist das kein Spaß mehr … also mich hast du nicht empört!
    herzlichst Ulli

    • rotewelt schreibt:

      Ach, mir fällt ein Stein vom Herzen, Ulli! 😉 Nicht auszudenken, die nächsten Monate, nachdem die Brut bald geschlüpft ist, auf den Balkon verzichten zu müssen, wirklich kein Spaß – wenn gerade mal Sommer ist! Einer der Wespenbeauftragten war vorhin da, nachdem er in der Nachbarstraße auch schon sein Werk verrichten musste. Er zog sich vor der Aktion mit den Giftspritzen eine Lederjacke, Handschuhe und einen Imker-Gesichtsschutz an. Seine Waden blieben nackt – er trug Bermudas, meinte aber, so tief würden sich die Viecher nicht verirren. Ich beobachtete das Massaker von innen. Tatsächlich kamen sofort danach keine Wespen mehr aus dem Loch, aber die heimfliegenden wurden aggressiv (aber schließlich wollen die Wespenbeauftragten nicht nachts arbeiten, wenn die Tiere schlafen) und es brummte laut im Rolladenkasten, doch drehten die Wespen draußen nach einigen Zickzackflügen vor dem Loch ab. Nun muss ich noch drei Tage die Sache beoabachten. Die Viecher können sich wirklich durch Paketklebeband durchfressen, daher holte der Profi noch besonderes festes Spezialband aus seinem diskreten Köfferchen und versiegelte den Rolladengurtschlitz von innen. Nun wollen immer noch viele Wespen in ihr Nest, trauen sich aber nicht. Grusel! Na, ich hoffe, bald hat sich alles erledigt.

      • Frau Blau schreibt:

        grusig ist es schon … aber hier gilt dann (leider) das Gesetz von fressen und gefressen werden …
        hoffentlich ist es bald vorbei und du kannst wieder in Ruhe den Balkon genießen!
        good day, du Liebe
        herzlichst Ulli

  3. cablee schreibt:

    Oh je, rotewelt, das wär auch nichts für mich.
    Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass viele Leute 100 € für einen Wespenjäger ausgeben (können/wollen). Bei uns auf dem Dorf kommt da der Staubsauger………
    Ich weiß, es vestößt gegen das Gesetz und man sollte jedes Lebewesen respektieren. Aber 100 € … davon lebt manche Familie eine ganze Woche. Oder kostet das Umsiedeln nichts und nur das Vernichten?

    • rotewelt schreibt:

      Ich hatte einfach Angst, den Staubsauger zu nehmen, da war ganz schön was los im Nest. Und mit der Giftspritze traute ich mich auch nicht (nicht, weil es verboten ist…), so biss ich in den sauren Apfel. Drei Tage später war endlich auch keine heimkehrende Wespe mehr zu sehen, die in ihr Nest wollte.

  4. George schreibt:

    Huch, das mit dem Schutz war mir neu!
    Komischerweise haben mich noch nie Wespen gestochen, immer nur Bienen…

    • rotewelt schreibt:

      Ich hatte schon mit beiden Tierchen mein Plaisirchen, den Bienenstich als Kleinkind selbstverschuldet, weil ich eine Löwenzahnblüte mit Biene drauf eingehend untersuchte, und den Wespenstich, als ich regungslos im Garten stand – heimtückisch und grundlos aggressiv, die Viecher! Nun habe ich Ruhe!

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