Auswändig

Angeregt, inspiriert hat mich ein Text von Mützenfalterin, der mich sehr angesprochen hat, zumal mich das Meer nie kalt lässt: http://muetzenfalterin.wordpress.com/2013/10/02/auswendig/

Und so spinne ich einfach weiter:

Auswändig… Das Meer kennt mich nur auswändig. Es weiß nicht, wie ich inwändig bin, hinter den Ufermauern, also weiß es fast nichts von mir.

Es kennt mich nur, wenn es sich glatt zeigt, wenn es ein Rotewelt-Meer ist, ohne Gischt und hohe Wellen, die mir den Boden unter den Füßen wegziehen können, die mich die Orientierung verlieren lassen, die ich fürchte. Es weiß nur, wie ich bin, wenn ich dem Abendrot entgegenschwimme.

Das Meer kennt mich nicht auswendig-inwändig, es kennt mich nur auswändig. Vielleicht bin ich ihm deshalb immer wieder für Überraschungen gut, so wie das Meer für mich. Ganz vertrauen kann ich ihm nicht, deshalb. Doch vielleicht ist das gut so. Es hindert mich daran, dieses Element zu verlassen. Stelle ich dem Meer Fragen, schweigt es wie immer mit seiner geheimnisumwitterten Undurchsichtigkeit und verweigert mir den Grund.

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4 Antworten zu Auswändig

  1. Frau Blau schreibt:

    ein sehr feiner Text, liebe Rotewelt, den du hier gesponnen hast- bei aller Faszination ist und bleibt das Meer ein Ungewiss in seiner Tiefe, in die ich nicht gezogen werden möchte. Es ist gut den Respekt zu behalten, da das Meer mächtiger ist, als unsere kleine Menschenkraft …

    herzliche Grüße
    Ulli

    • rotewelt schreibt:

      Danke, liebe Ulli. Ja, das Meer erscheint beinahe unendlich, es übt eine große Sogkraft auf mich aus, doch es kann einen auch in die Tiefe saugen, wenn man ihm nicht mit dem nötigen Respekt begegnet.

  2. traeumerleswelt schreibt:

    Das Bild ist wunderschön und sehr lebendig..fast meint man den Wellenschlag am Ufer zu hören..
    ja, das geliebte Meer..der Sog ist noch viel stärker, wenn es wild und stürmisch ist..dann fühle ich mich eins mit ihm..

    • rotewelt schreibt:

      Merci, Träumerle! Das Foto zeigt den Plage Bonaparte bei Plouha, Côtes-d’Armor. Außer mir war nur noch ein weiterer Mensch am Strand, mitten im Sommer, aber es war kühl und windig, wie man ahnt. Ich mag das Meer auch stürmisch und wild, aber ich schwimme nur bei spiegelglatter See.

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