Seestücke – zwischen Herbst und Winter

Nachdem sich der Frost verzogen hatte, zog es mich heute Mittag zum Seepark in Freiburg.

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Die Sonne konnte sich nicht recht entscheiden, mal lugte sie zwischen den Wolken hervor, mal versteckte sie sich.

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Wie das Wetter zeigte sich auch die Landschaft noch unentschlossen: Im Tal sind die Wiesen noch grün, während in den Höhenlagen des schwarzen Waldes bereits Schnee liegt, was ihn sanfter und weniger dunkel erscheinen lässt.

Die zahlreichen Wasservögel versteckten sich nicht. Erstaunlich viele Möwen fanden sich heute am See ein, man sieht sie nur zur kalten Jahreszeit. Ein wenig fühlte ich mich wie am Bodensee. Das empfand auch eine ältere Dame so, die mich ansprach, als sie sah, dass ich die Möwen fotografierte. Als ich ihr erzählte, dass ich kürzlich am Bodensee war, stellte sich heraus, dass sie gebürtig von dort kommt, so hatten wir gleich Gesprächsstoff über die klimatischen Vor- und Nachteile der verschiedenen Regionen. Wie üblich sind es keine geborenen Freiburger, keine Bobbeles, mit denen ich ins Gespräch komme, es sind immer Zugereiste wie ich. Der Bobbele an sich bleibt gern unter seinesgleichen und gibt sich wenig aufgeschlossen – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die Weiden trauern noch nicht, sie versprühen noch frischgrünen Optimismus.

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Am Steg, dort wo im Sommer Wasserschildkröten zwischen den Seerosen und im Schilf leben, fanden sich heute nur Enten ein.

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Endlich zeigte sich mein Liebslingsmotiv, die offene Laube mit den immer neuen Graffitis und den interessanten Durchblicken, mal wieder attraktiv. Immer wieder ist es spannend, durch die „Fenster“ zu schauen und ein Stück Landschaft einzurahmen, aber nicht immer stimmt das Licht.

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Schön auch die Lichtreflexe und Spiegelungen im Wasser. Doch die Sonne neckte mich: Während ich an einer Stelle des Sees wartete, blieb sie hinter den Wolken; kaum ging ich ein Stück, kam sie zurück.

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Die Entengrütze bedarf keiner Spiegelung, sie wirkt allein durch ihre beinahe giftige Farbe.

Zum Schluss wurde es noch rosarot und pink: Der sich etwas ungeniert und schamlos gebärdende Bacchus am Weinberghang ist neuerdings pinkfarben, das macht ihn nicht hübscher.

Die Geländer der Pontonbrücke werden schon seit ein paar Jahren mit Liebesschlössern geschmückt, verliebte Paare eifern der neuen Sitte großer Städte nach. Hier sieht man viele rote Herzen. Als ich eines davon fotografierte, kam mir ein älterer Mann mit Hut entgegen, lachte und sagte „Ha, und später gehen die zum Anwalt!“ Wie unromantisch! Ach, ob er (s)einer Liebsten wohl schon mal Rosen geschenkt hat? Davon gab’s welche kostenlos: Ein paar Restexemplare vom Sommer wollen noch nicht verblühen.

Ich hatte nur die Absicht, einmal zügig den See zu umrunden und frische Luft zu schnappen, doch dann ergaben sich doch unvermutet so viele Fotomotive, dass ich mich bei der Auswahl wieder mal nicht entscheiden konnte…

PS: Lieber MitbloggerInnen, ich habe gerade nicht die Muße, in Bloghausen wirklich aktiv zu sein, nehmt es mir bitte nicht übel, wenn es derzeit nicht so ein Geben und Nehmen und so ein Austausch untereinander ist wie gewohnt und wenn ich mich im Hintergrund halte – ich vergesse euch nicht! 🙂

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6 Antworten zu Seestücke – zwischen Herbst und Winter

  1. Ulli schreibt:

    welchen See hast du denn da umrundet? Kenne mich ja nicht wirklich in Freiburg aus, ich Ignorantin ich 😉
    danke für all die wunderbaren Farben und Bilder, das tut meinen Augen gut, die jetzt wieder ins Weiß der Berge und Wiesen schauen …

    liebe Grüße
    Ulli

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    • rotewelt schreibt:

      Das ist der Flückiger See, am Seepark, in Betzenhausen, ziemlich im Westen, hinterm Stühlinger. Freut mich, Ulli, dass dir Bilder und Farben gut getan haben. Heute sehe ich vom Fenster aus Raureif, aber der Schnee im Tal lässt auf sich warten (was mich nicht stört). Liebe Grüße auf den (verschneiten?) Berg, Ute

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  2. Der Steppenwolf schreibt:

    Moinsen, dort bin ich auch gerne. Als Kind war ich mit meinen Eltern zum ersten mal da, damals auf der Landesgartenschau. Auf dem Turm habe ich auch meine Geschichten dort erlebt! Lieben Gruß – Kai ;o)

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  3. Jürgen Ehre schreibt:

    Dies ist nicht nur ein Spaziergang, es ist die Spiegelung im Auge einer sehr guten Fotografin, sie verwandelt Natur… in Kunst zum Entdecken, denn wer sieht denn schon so viel Schönheit in der Natur ohne darauf aufmerksam gemacht zu werden? Es gehört eine gewisse Schulung zum „Beobachten“! Jedes Bild wird hier zu einem Poem… in welchem man unersättlich lesen kann.

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