Verkehrte Welt

Krieg inklusive Flugzeugabschuss in der Ukraine (ja, das passiert in Europa, ganz nah!); der Gaza-Krieg – etwas weiter weg, aber nicht so weit; überdimensionierte, pardon, Scheißhaufen (nur der Provokation halber, doch man verdient damit gut) und gefilmtes farbiges Erbrechen auf Leinwand als Kunstwerke; die wissenschaftliche Erkenntnis, dass das Einatmen von Furzgerüchen gesund für unsere Mitmenschen ist; die Gender-Diskussion zur Abschaffung von Mann und Frau, schließlich die „feministischen“ Verhunzungsforderungen der Sprache – ist das die Welt von heute? Man (pardon, ist ja ein Unwort, nicht ethisch korrekt, sondern diskriminierend) bzw. frau könnte schlicht verrückt werden – oder einfach eine Fürzin darauf lassen. Entschuldigung, aber die letzten Wochen habe ich zu viele bizarre und entmutigende Nachrichten in den Medien gelesen. Verehrte Gender-„Damen“, hihi, das Wort mögt ihr ja auch nicht, merkt ihr eigentlich, das es DIE Welt und DIE Erde, DIE Sonne, DIE Sekunde, Minute, Stunde, Woche heißt? Doch sicher findet ihr die längeren ZeiträumInnen wie Monat und Jahr, den Mond und die Größe des (männlichen) Universums dann doch entscheidender und deshalb nicht gleichberechtigt. Ach, andere haben andere Probleme (siehe oben), zum Beispiel kein Trinkwasser und nix zu essen, kein Dach überm Kopf oder gar Tote zu begraben.

Ach ja, noch vergessen (unter anderem!): die unsäglichen moralinsauren und dogmatischen Sektiererstreits übers Essen. Wer vegetarisch und vegan (bloß keine Honigbienen mehr ausbeuten und auch keine Schafe scheren, lieber Plastik produzieren, die Pharmaindustrie bei der Nahrungsergänzungsmittelherstellung stärken und die noch lebenden „Nutztiere“ einfach aussterben oder sogar keulen lassen, ist ja so umwelt-, tier- und menschenfreundlich!) oder blähende Rohkost für nicht konsequent genug hält, sondern auch den Pflanzen nicht wehtun will, der versucht es mit Lichtnahrung. Nur leider hält die nicht lange vor… Daran kann man nämlich sterben. Und das ziemlich bald. Besser als fragwürdige einseitige Missionierungstendenzen zu verfolgen, erscheint es mir, die Menschen wieder für die Achtung ihrer Mitmenschen, der Tier- und Pflanzenwelt zu sensibilieren, auf „humane“ Tierhaltung zu achten ebenso wie auf das Ökosystem und die Bewahrung der noch vorhandenen Natur – weniger ist mehr.

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18 Antworten zu Verkehrte Welt

  1. aquasdemarco schreibt:

    Drum lese ich keine News mehr, die sind auch morgen schon alt:-)
    Ich liebe Honig!
    Überlege ob ich mir zwei Hühner anschaffe, zur Eierproduktion:-)

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  2. Der Emil schreibt:

    Ich hab mich auch schonmal gefragt: Wenn es „Student, innen“ (mit Kommapause gesprochen) gibt, was macht dann „Student, außen“?

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  3. rotewelt schreibt:

    So, jetzt habe ich ein wenig Luft geholt, ouf! Ich lese heraus, auch du bist gegen die schlimmen Bedingungen der Massentierhaltung sowie die überflüssigen grausamen Transport- und Schlachtungsbedingen. Das beruhigt mich, uff! 🙂 Lieber weniger tierische Produkte essen, aber welche von nicht gequälten Kreaturen. Doch wie du bin ich auch gegen jede Ess-Ideologie. Sich zu ernähren hat ja für viele Menschen heutzutage gar nichts mehr mit Genuss zu tun. Abgesehen davon, dass die Deutschen mehr Geld für Auto, PC, Handy etc ausgeben als für Lebensmittel. Aber wenn „diskutiert“ wird, dann hart, da bleibt kein Mensch, der noch öffentlich zugibt, Fleisch zu essen, von den „Gutmenschen“ ungefedert, ungerupft. Da wird der Skalp abgezogen und die „steinzeitliche“ Keule schlägt zu, in harter Körnerform. Auf der anderen Seite gibt es die Fastfood- und Fertiggerichte- Esser, die sich um gar nichts Gedanken machen, weder um sich selbst noch um sonstwas. Wahrscheinlich bilden die noch die Mehrheit und das ist auch nicht schön.

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  4. Ulli schreibt:

    gut gebrüllt, Löwin 😉 …

    und immer wieder diese Nebenschauplätze, wie diese unsägliche Sprachdiskussion, okay, ich bin auch dafür, wenn eine Frau als Lehrerin (z.B.) vor mir steht, sie als Lehrerin zu bezeichnen und nicht als Lehrer (gilt für alle Berufssparten), damit hat es sich dann aber auch so ziemlich, die Weckerin ist einfach lächerlich, wie so vieles andere auch- ha, und frag mal so eine In-Verfechterin, wenn sie von der Wasserfrau, der Ziege, der Löwin spricht, was sie von Kuh hält … da bestehen diese Damen nämlich plötzlich auf Stier und wenn sie ganz blöde sind (pardon, ist mir aber schon begegnet) reden sie von der Stierin 🙂 🙂 🙂

    und ob nun mit oder ohne Fisch und Fleisch, mit oder ohne Körner soll jede und jeder halten, wie sie und er will, aber zu missionieren jibbet da nüscht, wenigstens nicht für mich, ich mache da als alte Bioladnerin einfach die Ohren zu- als Köchin kann es manchmal nervig werden, wenn ich von 20 zu bekochenden Menschen 3 Ausnahmen habe, die eine Glutenfrei, die andere lactosefrei, die 3 beides und bitte absolut vegan … seufz … aaaaber dadurch habe ich nun schon so einge Neuheiten im Repertoire, die auch ich absolut köstlich finde, wie z.B. Broccoli mit Mandel-Zitronensauce … das ist aber dann auch schon wieder das nächste Thema: wieviel Luxus brauchen wir?

    Und was ganz anderes sind die unsäglichen Kriege, da gilt es hinzuschauen, da ist KLUGE Politik gefragt. Alles was seit Wochen/Monaten in Russland und in der Ukraine passiert macht mir wirkliche Kopfschmerzen, da rieche ich viel Unheil …
    und was nun Israel anbelangt, so finde ich es immer noch seltsam, dass es hierzulande nicht möglich ist gegen diese Politk zu demonstrieren, ohne dass Antisemitismus gewittert wird (das hatten wir ja vor kurzem schon)

    sorry, ist ein bisschen lang geworden …
    herzliche Grüsse Ulli

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  5. rotewelt schreibt:

    😉 Bin doch gar keine Löwin, sondern gehöre den FischInnen an, lach, die bekannt dafür sind, dass sie nur mal kurz harmlos-auftauchend-schüchtern blubbern und ansonsten ziemlich lebensunfähig sind, vor allem, wenn wie bei mir auch noch der Aszendent wässrig ist. Krebsig noch dazu, ächz, ach, ich wünschte, ich hätte wenigstens ätzende Skorpion-Qualitäten, denn die wissen, wie und wann sie zustechen müssen und sind immer die Gewinner, während sich die Fisch-Krebse von vornherein weniger erlauben dürfen. Uns wird selbst eine vorsichtig-emotionale Gefühlsäußerung schon mal leicht als unverzeihlicher seitlicher Fehltritt und nervend ausgelegt und mit temporärem Schweigen, schlimmsten Beleidigungen oder totalem Aus bestraft. Ich hoffe, im nächsten Leben werde ich Skorpion oder Löwe, kann mich rehabilitieren und mich auch mal ungestraft wehren. Widder wäre aber auch schon hilfreich.

    Ja, liebe Ulli, diese ewigen Nebenschauplätze regen mich eben auch auf und im Moment regt mich wohl ziemlich viel auf, aber natürlich würde ich eine Lehrerin (und andere BerufInnen, lach), sofern persönlich gemeint, nie als Lehrer bezeichnen, bin aber gegen diese allgemein verkomplizierende Pluraldifferenzierung und diese unsägliche von manchen gewollte Sprachdverschlimmbesserung. Über die Wasserfrau und Stierin musste ich sehr schmunzeln, danke dafür.

    Und ansonsten: Ja, warum kann nicht jeder jeden essen lassen, was er will, ohne seine Einstellung als die einzig richtige zu postulieren? Ich habe alles Verständnis für persönliche Abneigungen und Vorlieben, erst recht für Unverträglichkeiten. Nur woher kommen plötzlich all die Gluten- und Laktose-Intoleranten? Sicher ist das nicht nur medizinisch erklärbar, sondern auch psychologisch bedingt und sogar durch die Manipulation der Pharmaindustrie künstlich gefördert. Davon abgesehen: Wer sich abhebt, auch auf diese Weise, hat ja auch das Gefühl des Besondersseins.

    Ich bewundere dich dafür, wir gut du dich auf all diese neuen Anforderungen als Köchin einstellen kannst! Und deine Kommentare sind niemals zu lang, liebe Ulli!

    Bis bald und herzliche Grüße!

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  6. Sofasophia schreibt:

    liebe rotewelt, ich will deiner empörung über den krieg nicht zu nahe treten, doch erlaube mir dennoch ein paar gedankenanstöße – die absolut friedliebend und wohlwollend motiviert gemeint sind, da mich dein artikel doch ein wenig undifferenziert dünkt.

    wie entsteht krieg? ich denke, dass am anfang jeden krieges ignoranz, unverständnis, intoleranz und respektlosigkeit stehen. man positioniert sich und verteidigt diese position gegenüber andersdenken. die gefahr dabei irgendwann dogmatisch und elitär zu werden, ist groß. und schon beginnt man verteidigungsstrategien, schon beginnt man seinen raum der erkenntnis zu verteidigen.

    die gender- und die tierschutzbewegung sind von ihrer idee her politische anti-kriegsbewegungen, denn sie setzen sich für bessere lebensbedingungen von menschen und tieren ein. wo wären wir frauen heute, wären nicht vor fünzig-sechzig-siebzig jahren frauen auf die barrikaden gegangen? die bewegung des vegetarismus ist auch eine politische: auch tiere haben das recht auf artgerechte haltung. klar: wenn daraus bewegungen wachsen, die elitär wirken, missionarisch daherkommen und so zuweilen über das ziel hinauszuschießen scheinen, sollten wir einfach mal bedenken, dass wir meist erst über extreme haltungen die mitte kennenlernen. das pendel muss oft erstmal über das ziel hinausschießen, bevor wir menschen die mitte finden.

    wenn du dich von genderforderungen und ernährungsideologien provoziert fühlst, frag dich doch mal, was es mit dir zu tun hat. warum es dich so aufbringt. und was genau es ist, was dich ärgert? ist es wirklich nur, weil du diese themen angesichts von kriegen unverhältnismäßig und banal findest? oder vielleicht, weil du ahnst, dass du bei dir etwas verändern könntest?

    noch eine andere frage: was könntest du konkret tun, um krieg schon im kleinen in deinem umfeld vorzubeugen?

    mich persönlich hat dein artikel insofern verletzt, als ich finde, dass du alle menschen mit ähnlichen ideologien über den gleichen kamm scherst und in den gleichen topf schüttest. alles vegis sind so, alle gender-in-der-sprache-fordernden sind so … das stimmt aber nicht. ich bin sowohl für gender in der sprache und wende das auch sehr bewusst an (ohne mondin und kätzin allerdings) und ich bin vegi seit 33 jahren und bitte dich als vertreterin dieser beiden „gruppen“ um mehr differenzierung. dem frieden und der toleranz zuliebe.

    krieg und frieden fangen bei uns selbst an, bei unserer haltung, bei unserer bereitschaft, andersdenkene leben zu lassen wie sie sind.
    danke fürs verständnis!

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    • rotewelt schreibt:

      Liebe Soso,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Zunächst: Es tut mir leid, dass du dich persönlich von meinem Text verletzt fühlst, aber ich will niemanden verletzen.

      Es war nicht mein Anliegen, einen ausgewogenen differenzierten Beitrag zu schreiben, sondern einfach meine persönliche individuelle Sicht darzustellen, durchaus frech und mit einem guten Quäntchen Wut und Empörung (über Kriege und Gewalt) und einem gewissen Sich-lustig-Machen über bestimmte Tendenzen in der Kunst und der Gesellschaft. Ich schrieb dies bewusst etwas überspitzt und darf mir das erlauben, denn zum Glück haben wir alle das Recht auf freie Meinungsäußerung. Es war mir klar, dass meine Worte polarisieren, ich erwartete ohnehin Protest von Andersdenkenden und wundere mich, dass sich noch nicht mehr kritisch geäußert haben.

      Du suggerierst mir da Einiges über mich selbst, aber diesen Schuh ziehe ich mir nicht an. Ich frage auch nicht jeden, der eine andere Meinung hat als ich, er möge sich bitte hinterfragen, was seine Abneigungen ihm über sich selbst sagen wollen, man kann auch alles überpsychologisieren. Diese Art von „Gegenangriff“ wird ja neuerdings häufiger angewandt.

      Um das nochmal klarzustellen, ich dachte, das ginge aus dem Text hervor: Ich bin gegen jede Art von Krieg, egal aus welcher Ecke dieser Welt und egal aus welcher „Motivation“ heraus. Krieg ist meiner Meinung nach mit nichts zu rechtfertigen, er ist grausam, vernichtet absichtlich Menschen, noch dazu unbeteiligte Zivilisten, und ist kein geeignetes Mittel, um Konflikte zu beheben, im Gegenteil: Gewalt führt nur zu Gegengewalt und einer Eskalation oder einer Verlagerung der Gewalt an andere Schauplätze (Beispiel Irak-Krieg, den Bush angezettelt hat). Krieg bringt nur selten Frieden mit sich. Leider versucht die Politik nur selten oder aber halbherzig, andere Lösungen zur Behebung von Konflikten zu suchen und anzuwenden, ich empfinde das als Trauerspiel. Aber man sieht ja die weltweiten Verflechtungen, die zum Beispiel auch Wirtschaftssanktionen oft unmöglich machen, da es Abhängigkeiten gibt, etwa von Bodenschätzen, da will niemand, dass ihm der Gashahn oder die Öl-Pipeline abgedreht wird und wie verlogen ist es zum Beispiel, einem Land Waffen zu liefern und dann das Land aufzufordern, kriegerische Handlungen mit eben diesen Waffen einzustellen. Was den Weltfrieden angeht, bin ich leider pessimistisch geworden, ich glaube nicht mehr daran, besonders dieser schon viel zu lange Krieg zwischen Israel und Palästinensern macht mich zutiefst traurig.

      Was die Veggie-Themen angeht, so soll jeder leben, wie er will, ich missioniere niemanden, sage nur, was ich dazu denke. Ich bin auch gegen Massentierhaltung und Tierquälerei und verstehe durchaus, wenn jemand Vegetarier wird. Über die Veganer bzw. ihre militanten Vertreter allerdings mache ich mich schon mal lustig, weil sie zum Missionieren neigen und oft sehr intolerant, belehrend und besserwisserisch auftreten, da darf ich genauso kontern, nach MEINEM Empfinden argumentieren sie oft sehr skurril.

      Zu Gender: Ja, die Frauenbewegung war gut und richtig und hat uns Verbesserungen gebracht, keine Frage, die habe ich keineswegs diffamiert, wenn du meinen Text genau gelesen hast. Die Verunstaltungen der Sprache, wie sie strenge Gender-Frauen fordern, etwa die Abschaffung des Wörtchens „man“ halte ich als überflüssig und einen lächerlichen Auswuchs (und es gibt noch viel absurdere Beispiele), vieles davon erschwert einfach die Kommunikation, sowohl mündlich als auch schriftlich, das finde ich schade und unnötig.

      Ansonsten gehe ich mit offenen und eben durchaus kritischen Augen durch die Welt, zu deren Erhaltung ich gern mitbeitrage, enprechend bewusst und verantwortlich verhalte mich, in dem Rahmen, der mir zur Verfügung steht und den ich auch für mich vertreten kann.

      Das ist meine Meinung, ich lasse dir deine und anderen die ihren. Zum Glück denken wir nicht alle gleich. Aber ich habe an keiner Stelle behauptet, meine Meinung sei die einzig richtige und will sie niemandem aufdrücken. Ich glaube, das ist klar erkennbar.

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      • Sofasophia schreibt:

        ich habe den artikel vielleicht zu wenig als „satire“ wahrgenommen … drum meine „verletzte“ reaktion.

        und ja, natürlich, ich bin auch für meinungsfreiheit und kenne dich ja auch als eine, die diese bei andern respektiert.

        nein, schuhe anziehen soll man nicht, wenn sie nicht passen. das ist gut so.

        ich bin froh, dass wir hier ein klima haben, wo wir einander wertschätzend nicht nur „positive“, sondern eben auch „kritische“ rückmeldungen geben dürfen. dass das hier platz hat, ist toll! danke!!!

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        • rotewelt schreibt:

          Ja, ich bin auch froh, dass wir auch kritisch diskutieren können, ohne uns zu zerfleischen und uns sein lassen dürfen, wie wir sind, mit allen Gemeinsamkeiten und Unterschieden! 🙂
          Wirkllich satirisch ist mein „hingerotzter“ Text (Ulli drückte es etwas vorsichtiger aus mit „gut gebrüllt, Löwe“, lach) aber nun auch wieder nicht, er drückt schon meine Meinung aus.

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