Die 33. Woche, 2014

Städtische Sommernacht

Unten macht sich aller Abend grauer,
und das ist schon Nacht, was da als lauer
Lappen sich um die Laternen hängt.
Aber höher, plötzlich ungenauer,
wird die leere leichte Feuermauer
eines Hinterhauses in die Schauer
einer Nacht hinaufgedrängt,
welche Vollmond hat und nichts als Mond.

Und dann gleitet oben eine Weite
weiter, welche heil ist und geschont,
und die Fenster an der ganzen Seite
werden weiß und unbewohnt.

(Rainer Maria Rilke)

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4 Antworten zu Die 33. Woche, 2014

  1. Sofasophia schreibt:

    oooh, toll! rilke mal wieder – fein gedichtet.
    und fein ausgewählt.

    • rotewelt schreibt:

      Danke. Soso. Dieses Rilke-Gedicht kannte ich selbst noch gar nicht – bis heute früh, als ich etwas über den Mond suchte. Es gefiel mir spontan besonders gut, obwohl ich zugebe, dass ich nicht alles mag, was ich von Rilke gelesen habe, ein wirklicher Fan bin ich nicht gerade, da mag ich andere Dichter lieber.

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