Bratwurst verbindet

Kaum ein Durchkommen zu den Wurstbratern am Münstermarkt! Habe gerade so einen kurzen Blick erhascht zwischen all den Anstehenden.

Im Juli/August geht es hier auf dem Markt am Freiburger Münster multikulturell zu, so dass man glaubt, in einer weltoffenen Stadt zu leben (sind die Touris weg, verschwindet auch die importierte Heiterkeit und Lässigkeit).

Aber jetzt sind sie hier und alle wollen die Freiburger Wurst essen, Skandinavier, Holländer, die nebenan lebenden Schweizer und Franzosen sowieso, aber auch Russen, Italiener, Spanier, Amerikaner, Asiaten und viele mehr! Ein Engländer in strahlender Vorfreude zu seiner Frau auf dem Weg zum Markt: „The best saucage in the world!“ Tja, so berühmt sind sie, die Freiburger Würstchen, vor allem die lange rote. Sie schmecken ja auch gut und der Duft ist verführerisch.

2014_08_161

Die Würste gibt es das ganze Jahr über. Aber dies ist die Zeit, in der Freiburg lebendig, heiter und lässig wird und in der ich die Stadt, etwas naiv, getestet habe, bevor ich hierher zog.

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8 Antworten zu Bratwurst verbindet

  1. zeilentiger schreibt:

    Oh, das klingt ein bisschen bitter. Ist es wirklich so schlimm? Ich hatte mal einen Herbst lang dort gewohnt und fand es auch da schön und lebendig. Aber es war natürlich trotzdem nur eine begrenzte Zeit. (Und, falls die Frage erlaubt ist, was wäre eine Stadt nach deinem Geschmack?)

    • rotewelt schreibt:

      Na ja, bitter vielleicht nicht ganz, eher enttäuscht. Ich hatte falsche Vorstellungen (hatte Freiburg vor sieben Jahren eben auch im August „getestet), bin Klischees und dem auf den Leim gegangen, was die Badener von sich selbst sagen, nämlich ein symbadisches sinnenfreudiges offenes Völkchen zu sein. Das sind sie aber nicht, die meisten sind sehr reserviert und auch nicht besonders heiter. Meist lerne ich nur Menschen näher kennen, die auch nicht von hier sind, etwa angeblich sture Norddeutsche. Und was mir vor allem nicht gefällt, ist diese moralinsaure Verbissenheit der hiesigen Öko-Szene, die völlig humorlos und intolerant ist. Die ersten zwei Jahre habe ich mich noch wohlgefühlt, auch weil alles neu war, aber dann fing das Unwohlsein an.
      Eine Stadt nach meinem Geschmack…, ich überlege schon länger, wohin, und es fällt mir schwer. Ich habe mich in Südhessen ganz wohl gefühlt und in der Pfalz, wo ich eine Zeit lang gearbeitet habe, auch. Sogar in Wiesbaden, aber da war ich nur ein Jahr und alles war neu, der schöne Rheingau, und ich war sehr beschäftigt, ich glaube, für länger wäre der Ort auch nichts. Berlin hat mir mal gut gefallen, da fand ich schnell Kontakte in kurzer Zeit, aber inzwischen möchte ich dort auch nicht leben (Gentrifizierung, viel Gewalt und die mir zu nördliche/östliche Lage). So träume ich (noch) vor allem von Frankreich. Ich liebe Paris (leider zu teuer) und ansonsten vor allem das Meer, Marseille und Montpellier oder auch ein kleinerer Ort an der Küste könnten mir gefallen.

      • zeilentiger schreibt:

        Danke für die Ausführung! Das hätte ich nicht gedacht, dass sich die Badener so zeigen, interessant. Und moralinsaure Verbissenheit ist immer schwierig, das ist wahr. Nichts gegen Öko-Szene, aber wenn sie völlig humorlos und intolerant ist – nein danke.

        Du hast ja doch schon einige Städte in unterschiedlichen Teilen Deutschlands kennengelernt. Und natürlich darüber hinaus. Auf Frankreich hätte ich nach deinen liebevollen Berichten auch getippt. 😉 Auf jeden Fall wünsche ich dir gute Orte, gute Wege und viel Lebensglück – wo auch immer.

      • traeumerleswelt schreibt:

        kam am Samstag von England über den Kanal nach Frankreich zurück. Erst Bedauern, dass der Urlaub schon wieder vorbei ist, aber als die französische Küste in Sicht kam, kam damit auch ein Glücksgefühl, fühlte mich willkommen geheissen…

  2. Ulli schreibt:

    na denn, geniesse diese lebendige Zeit, bald ist sie ja vorbei 😉

    liebe grüsse und sorry, aber ausser am Abend eine Runde in Bloghausen zu drehen, komme ich gerade zu nix, bin einfach zu müde vom Kochlöffeltanz … denk an dich

    • rotewelt schreibt:

      Ja, ich gehe jetzt öfter auf den Markt, um das internationale Stimmengewirr aufzusaugen! 🙂 Mach dir keine Gedanken, Ulli, und ruh dich in der freien Zeit aus vom Kochlöffeltanz – stelle ihn mir gerade bildlich vor, lach! Liebe Grüße zurück auf den Berg aus dem sonnig-kalten Tal!

  3. wassily schreibt:

    Die Lange Rote muss schon sein, wenn ich mal das Brüderlein besuche. Nur mit der Tofu-Roten nebenan habe ich echte Probleme, geschmacklichernatur…

    • rotewelt schreibt:

      Die Lange Rote schmeckt ja auch wirklich gut! Hast du die Tofu-Rote am veganen Wurststand probiert? Wenn ich Wurst möchte, dann richtige und keinen Tofu in Wurstform. Verstehe sowieso nicht, warum Fleischspeisen oft vegetarisch/vegan optisch nachempfunden werden, ob Würste, Burger oder Frikadellen… das erinnert doch an Fleisch!

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