Die 40. Woche, 2014

Diesmal Zitate zur Feigheit, die oft mit der Lüge oder dem Verschweigen einhergeht und bei der man sich fragt, ob sie aus Charakterschwäche, Egoismus, fehlender Empathie oder der mitfühlenden „Schonung“ entspringt, ob sie zu den großen Lastern oder (Tod)sünden zählt, wobei ich das Religiöse dann doch lieber rauslassen möchte… Wie auch immer, ich glaube, jeder von uns war schon einmal feige…

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Der Feige droht nur, wo er sicher ist. (Johann Wolfgang von Goethe)

Nicht jene, die streiten, sind zu fürchten, sondern jene, die ausweichen. (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)

Jeder Jäger wird mal ein Hase. (Wilhelm Busch)

Feigheit, die Mutter aller Grausamkeit. (Michel de Montaigne)

Wo es an Löwenfell mangelt, muß man sich den Fuchspelz überziehen. (Gajus Julius Phaedrus)

Auch wenn man den Kopf in den Sand steckt, bleibt der Hintern zu sehn. (Aus Japan)

Die Feigheit tarnt sich am liebsten als Vorsicht und Rücksicht. (Unbekannt )

Feigheit ist der verächtlichste Charakterzug des Menschen, zumal sie sich nur allzugern mit Lüge und Verleumdung paart. (Max Haushofer)

Die verdächtigste Feigheit ist jene vor dem Freunde. (Martin Gerhard Reisenberg)

Zu reden, ohne zu wissen, ist unklug. Zu wissen und zu schweigen, ist feige. (Han Fei-Tse, auch Han Fei Zi)

Dem toten Löwen versetzt der Esel einen Tritt. (Deutsches Sprichwort)

Den Feigling erwischt sein Geschick im Versteck. (Sprichwort)

Der Feige sieht zwar alles ein, bestreitet es aber vehement. (Julian Scharnau)

Da werfen sie, ohne sich zu schämen, Die Flinte gleich ins Korn hinein: Wo die Leute nur den Mut hernehmen So ungeheuer feige zu sein! (Paul von Heyse)

Es ist unklug, Feiglinge mit Schande zu strafen; denn achteten sie deren, so wären sie keine Feiglinge. Hier muß Tod die Strafe sein, weil sie ihn am meisten fürchten. (Jonathan Swift)

Es gibt so viel Mittel, den Gelegenheiten auszuweichen, bei denen man seine eigene Person wagen müßte, daß man die Welt tausendmal betrogen haben kann, bevor man sich in ein Wagestück eingelassen hat, und selbst dann, wenn man darin verflochten ist, weiß man für diesen Fall sein Spiel mit guter Miene und unerschrockenen Worten zu verdecken, obgleich einem das Herz im Innern zittert. (Michel de Montaigne)

Leider gibt es Verhältnisse, wo der persönliche Mut zur Feigheit werden kann, wenn er selbstsüchtigen Wünschen Vorschub leistet, ohne die Gefahren in Erwägung zu ziehen, die er anderen bereitet. (Karl von Holtei)

Hol die Pest alle feigen Memmen und das Wetter obendrein. (William Shakespeare)

Der Feigling wird durch seine Ängste erpressbar. (Esther Klepgen)

War ich feige aus Müdigkeit? Oder war Feigheit der Grund meiner Müdigkeit? Wie auch immer: ich log. (Kurt Marti)

Wer feig ist, der ist auch grausam stets. (Johannes von Müller)

Frechheit ist fast immer die Maske der Feigheit. Der Mutige ist ruhig. (Otto von Leixner)

Es gibt nur eine Sünde: Feigheit. (Friedrich Wilhelm Nietzsche)

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5 Antworten zu Die 40. Woche, 2014

  1. aquasdemarco schreibt:

    Was wäre der Mut ohne die Feigheit? aguasdemarco

  2. Ulli schreibt:

    da sind ein paar feine Zitate dabei, liebe Rotewelt, am meisten noch sagt es dieser für mich: „Die Feigheit tarnt sich am liebsten als Vorsicht und Rücksicht. (Unbekannt )“, aber auch Aquasdemarco hat Recht, wir verfügen letztlich immer über beide Seiten der Medaillen und können uns von Minute zu Minte entscheiden … Feigheit, so finde ich, ist auch eine Schwester der Bequemlichkeit …

    und ein sehr feines Bild hast du dazu eingestellt.
    Ich grüße dich aufs herzlichste und hoffe, dass du eine feine Zeit hast und nicht im Regen ertrinkst, gerade sah ich in den Nachrichten Montpellier Land unter, während es hier oben heute zum ersten Mal nach 10 Tagen ein bißchen getropft hat … verrückte Welt!

    • rotewelt schreibt:

      Danke, Ulli, ich konnte mich mal wieder nicht entscheiden für ein Zitat, lach! Ja, das Zitat von „unbekannt“ mag ich auch sehr. Rücksicht ist nicht immer die beste Lösung. Feigheit als eine Schwester der Bequemlichkeit…, das gefällt mir gut und ich sehe das auch oft so. Wer nicht feige ist (sondern mutig – siehe aquas Kommentar), betritt unbekanntes Terrain, geht Risiken ein und weiß letztlich nicht, welche Konsequenzen das mit sich bringt. Aus Feigheit nichts zu tun oder nichts zu sagen, ist einfacher.
      Hier an der Côte d’Azur regnet es zum Glück nicht so schlimm wie in Montpellier (im Languedoc ist Regen oft sintflutartig), aber seit vorgestern Abend schon öfter mal und durchaus heftig. Ich hoffe, das hält nicht an… Ja, in D ist es trockener, wirklich verkehrte Welt…

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