Überall

Wie langweilig und öde ist die Welt, wenn
ich überall die gleiche Sprache höre,
es überall das Gleiche zu essen und trinken gibt,
die Sonne überall gleich lange scheint,
sich die Jahreszeiten nicht unterscheiden,
die Menschen die gleichen Feste feiern
in den gleichen Kostümen
und die gleichen Tänze tanzen,
allenthalben die gleiche Musik spielt,
die Städte sich kaum unterscheiden,
die Landschaften gleichgemacht sind,
alle Menschen das gleiche Temperament haben,
es nichts mehr zu entdecken gibt
und ich überhaupt nicht mehr aus meiner Höhle muss,
weil es draußen genauso ist wie hier,
überall.

Dieser Beitrag wurde unter Alltägliches/Allgemeines, Poetisch Versponnenes abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Überall

  1. traeumerleswelt schreibt:

    ..da muss ich dir recht geben ! 🙂

  2. Sofasophia schreibt:

    Danke für deine Hommage für Diversität! Es lebe die Vielfalt!!

  3. Elvira schreibt:

    Darum verreisen viele Höhlenbewohner! Um anschließend über die Gastfreundschaft und die Wärme und die Herzlichkeit der Gastgeber zu reden (falls es nicht ein Anstaltsurlaub hinter dicken Mauern mit Sicherheitsleuten war). Und wenn sie genug darüber geredet haben und alle Fotos in iden digitalen Archiven verschwunden sind, werden sie wieder zu Höhlenmenschen, die jede Farbveränderung in der Nachbarschaft, jede neue Zutat im Kantinenessen argwöhnisch beäugen.

    • rotewelt schreibt:

      Genau, so ist es, Elvira. Ein Trauerspiel… Schön auf den Punkt gebracht! Wo du vom „Anstaltsurlaub“ schreibst, muss ich an die DomRep-Urlauber denken, die zumeist hinter hohen Zäunen von den Einheimischen abgeschirmt in ihren Hotels leben und nichts von Land und Leuten mitbekommen (wollen) bis auf ein paar hartnäckige Strandverkäufer. Danke für’s Vorbeischauen!

      • Elvira schreibt:

        Genau an die Urlauber habe auch ich gedacht. Und wenn dann doch mal eine „Safari“ außerhalb der Mauern angeboten und mitgemacht wird, sind die Touristen überrascht, dass es da draußen so ganz anders aussieht – ach, die Armen – nur um dann schnell die nächste Animation mitzumachen. Sicherlich polemisiere ich, aber zur Zeit habe ich den Hals ein bisschen voll. Wenn ich dann sehe, was unsere lieben Patienten, auch das sicher nur mit den besten Absichten, an Süßzeug für die Arzthelferinnen anschleppen, dann frage ich mich, ob denn alle wirklich so wenig informiert sein können. Wie die Touris, die einmal das wirkliche Leben außerhalb der Anstalt schnuppern und danach die Augen schnell wieder beschließen, so sieht niemand hinter den strahlenden Kinderaugen beim Auspacken einer Tüte Schokobon das Leid der Kinder, die täglich 12 Stunden schuften müssen, damit wir hier Nutella aufs Brot streichen können. Sorry, aber wie gesagt, ich habe gerade einen ziemlich dicken Hals. Zu Ferreo habe ich heute übrigens einen Beitrag gepostet.
        Liebe Grüße und trotz aller Widrigkeiten einen schönen vierten Advent!
        Elvira

        • rotewelt schreibt:

          Ja, Elvira, und wenn sie dann die reale Armut auf den Straßen und vor den Hütten der Einwohner sehen, ekeln sie sich vor dem Dreck, aber die Sonne, das Meer, den Strand und die Rund-um-die-Uhr-Versorgung nehmen sie gern mit. Ja, eine Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung kann momentan kaum aufkommen, es gibt viel Anlass, sich zu empören und schlechte Laune zu bekommen. Ja, verkehrte Welt, könnte man manchmal denken…, hier Überfluss (wobei längst nicht für jeden, die Kinderarmut hat auch hier zugenommen), dort Kinderarbeit… Deinen Ferrero-Beitrag werde ich lesen, danke für den Hinweis! Liebe Grüße und auch dir einen schönen vierten Advent (wobei ich Advent und Weihnachten dieses Jahr weitgehend ignoriere, mir ist schon lange nicht mehr danach, jedes Jahr weniger), Ute

  4. karu02 schreibt:

    Ich höre in anderen Ländern sehr gerne die einheimische Musik statt der allgegenwärtigen englischen Pop-songs. Leider wird dieses Erlebnis immer seltener, egal, wohin ich mich wende.

    • rotewelt schreibt:

      Geht mir genauso, Karu. Schon öfter habe ich mir im Ausland eine CD gekauft, wenn ich einen Song, ein canzone oder ein chanson im Radio gehört habe oder im Supermarkt. So schade, wenn alles vereinheitlicht!

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