Après moi le déluge…

Après moi le déluge… Nach mir die Sintflut…

So ähnlich fühle ich mich, nachdem ich heute aus Facebook ausgetreten bin. Eine schlimme Woche geht zu Ende. Wer sich Gedanken macht über die Entstehung des Terrors seit dem Irakkrieg oder darüber, wie weit die Pressefreiheit gehen darf, ist ein Antisemit und/oder Sympatisant des islamischen Terrorismus. Wer den Terror selbst verurteilt, ist islamophob. Dazwischen scheint es nichts mehr zu geben, nur Schwarz und Weiß, keine Grautöne. Zu enttäuschend und desillusionierend war das alles, inklusive Beleidigung, Verrat und Denunzierung. Ich habe dazugelernt, unter anderem, dass die „Freundschaft“ mit manchen Menschen vor der Politik Halt macht. Mit einigen Zeitgenossen ist eben kein Austausch möglich – wie auch, wenn Intoleranz, Borniertheit,  Abwehr und Aggression regieren. Statt in Krisen näher zusammenzurücken, gibt es mehr Konfrontation und Verbissenheit. Schade. Die Sängerin hat übrigens jüdische Eltern. Nur soviel an jene, die mich öffentlich und privat beleidigten und bei Facebook denunzierten, nur weil ich im Unterschied zu ihnen über den Tellerrand gucken kann.

Begin to hope, trotzdem…?

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14 Antworten zu Après moi le déluge…

  1. aquasdemarco schreibt:

    Like passt jetzt nicht ganz, aber so wird das Leben netter

  2. Ja, so ist das wohl … Die, die am lautesten nach Toleranz verlangen, meinen zu wissen, was ich denke, nämlich nicht, das was sie denken. Weil sie das so beschlossen haben (Schließlich sind sie die Mehrheit und haben damit die Hoheit über das Denken.), bin ich plötzlich eine Unperson.
    Die blanke Angst um ihre vermeintlich heile Welt lässt sie zu unduldsamen Zombies mutieren …
    Aber, keine Bange … Es gibt ganz viele, ganz normale Menschen, die uns mögen, auch ohne Netzwerk und doppelten Boden … 😉

    • rotewelt schreibt:

      Unduldsame Zombies, das hast du schön gesagt, Henning. Und dann wüten sie einfach blind drauflos… Aber danke für den Hoffnungsschimmer und die Aufmunterung! 🙂

  3. sunflower22a schreibt:

    Auf meine Blogbeiträge dazu habe ich auch viel aggressive Postings bekommen. Da musst du durch. be strong! Love, sunflower

    • rotewelt schreibt:

      Kann ich mir vorstellen, Sunflower. Ich bin mit dem Lesen in Verzug, werde deins aber auch bald lesen, habe gesehen, dass du auch über Charlie geschrieben hast. Yes, I’m strong, bis bald!

  4. menuchaprojekt schreibt:

    Schönes Lied. Ich mag Regina Spektor seitdem sie zu einem Narniafilm ein Lied beigesteuert hat. Tja tut mir Leid mit Deinen Erfahrungen auf Facebook. Gerhard Schöne beschrieb das in einem Lied mal so, dass der entflohene Wellensittich von einer Schar von Spatzen angegriffen wurde und diese auf ihn einhackten, weil er nicht so grau war wie sie.
    Leider immer wieder wahr.

    • rotewelt schreibt:

      Ich kannte Regina Spektor bisher nur vom Namen. Nun überlege ich, ob ich das Lied von Gerhard Schöne kenne (jetzt hätte ich ihn fast mit Reiner Schöne verwechselt, den deutschen „Hair“-Sänger, lach!)… Das symbolische Vogelbild, das du beschreibst, finde ich jedenfalls sehr schön! Danke dafür.

  5. Anhora schreibt:

    Facebook den Rücken zu kehren, ist per se kein Fehler. Was soziale Medien mit Terrorismus zu tun haben, stand neulich in einem Artikel: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/terror-und-mediengesellschaft-naechste-runde-paradies-13376331.html

    Dass wegen politischer Meinungsverschiedenheiten auch persönliche Beziehungen leiden, finde ich allerdings krass.

    • rotewelt schreibt:

      Genau, das ist per se kein Fehler. Und komischerweise fehlt mir gar nichts, aber das war in den Abstinenzphasen vorher ja auch schon so. Man zerstreut und zerteilt sich dort. Danke für den Artikellink, aber da geht es eher um die Frage, was Terrorismus mit dem Islam zu tun hat und welche Rolle die Musik spielt – liegt wohl an der Faz-Seite. Ja, dass persönliche Beziehungen leiden, ist krass, aber wir haben uns ja gar nicht persönlich gekannt, sondern nur virtuell kommuniziert und schon länger kaum noch über private Dinge. Und das ist auch gut so.

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