Heute Tanzverbot

Am Freitagabend gibt es in der Freiburger Markthalle meistens ein Live-Konzert. Dabei kann man, je nach Musikgeschmack, schon mal zucken oder die Beine schwingen.
Nicht aber am heute, am Karfreitag. Heute bleibt die Markthalle vorsichtshalber gleich ganz zu. Man weiß ja nie… !

Wo kämen wir denn hin, wenn im katholischen Baden-Württemberg an einem ursprünglich protestantischen Feiertag getanzt würde? Kaum vorstellbar! Sodom und Gomorrha! Nein, hier gilt heute ein 24-stündiges Tanzverbot, nix Tanztee, nix Disco, nix!

http://de.wikipedia.org/wiki/Tanzverbot#Baden-W.C3.BCrttemberg

Aber immerhin gibt es erste Lockerungsbestrebungen…

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.tanzverbot-an-karfreitag-landesregierung-will-tanzverbot-lockern.9af4fa9e-3876-4ba3-b661-3b6abde54791.html

Na ja, ich lass mir die Musik nicht verbieten und wenn ich in den heimischen vier Wänden ein wenig zur Musik zucke, sieht’s die Kirche ja nicht…

Oh, habe ich jetzt was Falsches gesagt?! Bestimmt gilt das auch in Privaträumen?!

Gleich kommt sicher die Polizei… Huch! Schnell wieder zurück in die Sofaecke!

Baila!

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38 Antworten zu Heute Tanzverbot

  1. Publicviewer schreibt:

    Die Religionen müssen weg!
    Es macht keinen Sinn sich an den Symptomen abzuarbeiten!

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    • rotewelt schreibt:

      Tja… Vor allem wäre ja etwas mehr Toleranz mal ganz nett! Sollen doch die Gläubigen nichttanzend zuhause bleiben, aber wer nicht gläubig ist, warum sollte der nicht tanzen dürfen?

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  2. Publicviewer schreibt:

    „Tolere“ heißt erdulden oder auch ertragen, mit religiösen Menschen ist eine moderne Gesellschaft nicht zu machen.
    Ich bekämpfe alle Religionen seit ich 6 Jahre alt geworden bin, ähnlich des Kapitalismus, aber das kam etwas später hinzu…lächel

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    • rotewelt schreibt:

      Ach, da warst du aber früh dabei…, warum, wenn ich fragen darf, was waren die Gründe? Ich bin zwar nicht religiös und gehöre keinem Glauben (mehr) an, schon seit Jahrzehnten nicht (und vorher war es auch nur wegen der Taufe durch ebenfalls ungläubige, aber zufällig evangelisch-lutherisch „geborene“ Eltern und des entsprechenden Aktenvermerks, lach), aber ich hätte nicht per se etwas gegen Religionen, auch wenn mir das alles vollkommen fremd ist und überflüssig erscheint (die Verantwortung für sein Leben hat jeder selbst und kein „Gott“, der für mich nur eine Art Krücke ist für Menschen, die eine Orientierung brauchen an Werten, die sie sich selbst offenbar nicht setzen können), wenn sie ihre Religion für sich im Privaten ausüben würden, aber anderen Menschen nicht die ihre oder überhaupt einen Glauben aufzwingen wollten. Leben und leben lassen, warum geht das nicht?

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  3. Publicviewer schreibt:

    Weil mein Vater bisexuell war und schon immer gegen die Kirche gewettert hatte, habe ich das wohl übernommen.
    Mein Vater saß ja auch noch in den 50ern im Knast wegen des umstrittenen Paragraphen.

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  4. kormoranflug schreibt:

    Manche Gläubige tanzen bei der religiösen Ausübung des Glaubens….

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  5. aquasdemarco schreibt:

    At publicv… Mach das Bekämpfen aber nicht zu deine Religion 🙂

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  6. Philipp Elph schreibt:

    Was bin ich froh, dass ich in einem Land lebe, an dem zwar ein Tag im Jahr Tanzverbot ist aber Wahlrecht für Frauen. In dem eine weitgehende Pressefreiheit herrscht, Blogger nicht in den Knast wandern.
    Seht das Verbot mal im Verhältnis zu anderen Beschränkungen in anderen Ländern, die durch andere Religionen oder politische Reglementierungen geprägt sind.
    Die Forderung nach Toleranz in dieser Angelegenheit! In meinen Augen lächerlich.
    Wir haben noch genug Aufreger in unserer Republik, um die es sich mehr zu kümmern gilt!

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    • rotewelt schreibt:

      Keine Frage, es gibt wichtigere Dinge und vor allem Missstände hier und anderswo auf der Welt, über die man sich aufregen kann. Aber lass mich doch mal eine kleine Sache zum Anlass nehmen, um mich ein wenig lustig zu machen. DAS muss auch erlaubt sein in einem toleranten freien Land, oder? Genau wie du es lächerlich finden darfst, kein Problem. Alles nicht so ernst nehmen… 😉

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      • Philipp Elph schreibt:

        Mir ist die Freude am Spaß zu diesem Thema vergangen, nachdem ich in den letzten Tagen immer wieder hören mußte, dass die Abschaffung des Tanzverbots für viele Leute ein außerordentlich bedeutendes Thema ist und das Tanzverbot per se eines der übelsten Verbote in unserer Gesellschaft zu sein scheint.

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  7. aquasdemarco schreibt:

    Ich meine, Religion ist nicht so das Problem, auch die Kährwoche kann religiöse Formen annehmen.
    Gott, was immer man darunter versteht ist auch kein Problem, sondern was die Menschen draus machen.
    Ich würde mich auf eine bestimmte Art durchaus als religiös bezeichnen
    .Ich habe aber Respekt,Toleranz vor allen anderen Ansichten, Glaubensmuster
    . Jeder baut sich sein eigenes zusammen, manche wandeln sich im Leben. Auch ein “ ich glaube an nichts“ ist letztendlich ein Glaubensmuster:-).
    Ostern ist kulturell gesehen das Fest für den Neubeginn.
    Mit oder ohne Musik, neues entsteht in einem unendlichen Kreislauf, wenn wir Liebe reinpacken, wird das neue sogar bunt.
    In diesem Sinne, ein gesumtes frohe Ostern

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    • rotewelt schreibt:

      Die Kehrwoche kann auch religiöse Formen annehmen? Lach, der war gut! 🙂
      Danke auch für deine Worte. Wie Philipp hast du alles sehr ernst genommen, was ich geschrieben habe. So tiefgründig wie ihr wollte ich hier gar nicht denken, hatte überhaupt nicht den Anspruch, ich wollte mich nur ein wenig lustig machen, es war durchaus spaßig gemeint. Und ja, ich respektiere ja auch die Religionen, bin für Toleranz Gläubigen und Nichtgläubigen gegenüber.
      Auf einen schönen Neubeginn, dir auch frohe bunte Ostern!

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  8. menuchaprojekt schreibt:

    Ein Tag Ruhe und Fasten schadet doch nicht, oder? Was mich beängstigt ist die Selbstbezogenheit. Den Feiertag genießen, aber die Begleitumstände nicht mehr tolerieren. Toleranz schließt aber beide Seiten ein und heißt nicht, dass ich mit dem anderen einer Meinung bin.

    http://www.welt.de/vermischtes/article139058911/Was-ist-denn-so-schlecht-an-christlichen-Werten.html?wtrid=newsletter.wasdieweltbewegt.newsteaser…dreier-block

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    • rotewelt schreibt:

      Wer ist selbstbezogen? Und ja, Toleranz schließt beide Seiten ein, andere Meinungen sollte man respektieren, das sehe ich genauso, das kann man auch herauslesen, glaube ich. Danke dir für die Links.

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  9. rotewelt schreibt:

    Sagt mal, ihr Lieben, was ist hier eigentlich los? Ich lese und staune und verstehe die Welt nicht mehr…

    Ich habe einen winzigen unbedeutenden Beitrag zum Tanzverbot geschrieben, ich habe mich nicht ernsthaft-wissenschaftlich-religiös damit auseinandergesetzt, das war nicht mein Anspruch! Sondern ich habe es mir lediglich erlaubt, das Thema ein wenig augenzwinkernd anzugehen, ohne Menschen zu diffamieren, die das Tanzverbot einhalten möchten. Denn jeder soll so leben dürfen, wie er will, wenn er die Freiheit des anderen nicht einschränkt und niemandem wehtut.

    Aber was ist das denn für eine Zeit, in der man nur noch ausgewogene objektive Beiträge schreiben darf, in der man sich nicht mal mehr ein wenig lustig machen darf über dies und das, in der jedes Wort todernst genommen wird und man bei allem, was man schreibt, damit rechnen muss, eine Grundsatzdiskussion zu entfachen, fehlinterpretiert zu werden oder auf Kritik und Zurechtweisung zu stoßen und sich bemüßigt fühlt, sich zu rechtfertigen für ein paar harmlose Worte?! Mensch, das war doch nur sowas wie ein kleiner unbedeutender Spaß!

    Wo ist bloß der Humor geblieben?

    Abgesehen davon fällt es mir auf derzeit überall auf, vor allem in diversen Internetforen (ich war gerade in einem und bin noch ganz verstört, da hackt man sich gegenseitig die Augen aus, obwohl es um ein ernstes Thema geht, es ist gruselig! Und in Facebook geht es ja auch so zu, zum Glück ja nun ohne mich), die aber ja nur ein Abbild des realen Lebens sind, auch wenn sie anscheinend zu mehr Dreistigkeit ermuntern (damit meine ich nicht euch und überhaupt WordPress weniger, hier begegnet man sich doch noch respektvoller als anderswo): Der Ton wird rauer und die Menschen werden immer unfreundlicher zueinander, immer aggressiver, rechthaberischer, intoleranter, belehrender und engstirniger. Als sähe jeder seinen eigenen Standpunkt als den einzig wahren an, als seien andere Standpunkte falsch und nicht gestattet, nicht tolerabel, als müsse jeder genauso ticken wie man selbst, als wollte jeder zwanghaft sein Ego gegen andere verteidigen, als sei jeder gegen jeden im Krieg. Woher kommt das bloß? Woher rührt diese latente bis offene Aggression und was steckt dahinter, Frustration? Mir macht das Angst und es schränkt meine Lebensfreude ein.

    Frohe Ostern!

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  10. Philipp Elph schreibt:

    Wäre es jetzt an mir, mich rechtfertigen zu müssen? (Augenzwinkern)
    Frohe Ostern

    P.S. Manchmal ist es halt so beim geschriebenen Wort: Ein Augenzwinkern ist nicht immer erkennbar.

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  11. Publicviewer schreibt:

    Die Welt befindet sich in einer Phase der Autodestruktion und Polarisierung.
    Religionen stützen immer die herrschende Klasse und haben es auch immer getan.
    Das ist auch das Resultat unserer Politik, da die Schere immer weiter auseinander klafft.
    Nur das die Masse daraus die falschen Schlüsse zieht und in der Regel nur nach unten tritt anstelle sich dem System selbst zu widmen.
    Der Lebenstandart steigt sogar bisweilen noch, aber die Lebensqualität ist seit den 70ernbeständig am sinken.
    Die Leute wissen einfach nicht mehr wohin mit ihren Ängsten, die auch ständig weiter geschürt werden.
    Das macht Stress und führt eben auch zu Intoleranz und Egoismus.
    Wir sind auf dem Weg eine verweichlichte und ängstliche Gesellschaft zu werden, die unfähig ist ihre Sorgen in effiziente Handlungen zu kanalisieren.

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    • rotewelt schreibt:

      Es ist wahr und bewiesen, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, auch in Europa, auch in Deutschland. Auch wenn es mehr Wohlstand gibt als etwa in den 70ern und obwohl man es auf den ersten Blick nicht sieht. Und ich glaube, es ist etwas dran, dass die Lebensqualität abnimmt, obwohl der Wohlstand allgemein, der Lebensstandard, gestiegen ist. Es ist das Lebens„Gefühl“.
      Traurig, dass viele Menschen daraus die falschen Schlüsse ziehen und nach unten treten, siehe Pegida, dafür ist schon ein gehöriges Quäntchen Dummheit nötig. Na ja, und eben mit Angst, dieser diffusen Angst, die auch die Pegida-Anhänger umtreibt. Die Deutschen sind ja überhaupt ein ängstliches Volk, aber die aktuelle Angst, die zumeist vollkommen überzogen und unbegründet ist, kann ich mir nur schlecht erklären. Obwohl du Recht hast, natürlich wird sie auch mehr oder weniger subtil geschürt.
      Es gibt ja auch Soziologen und Psychologen, die sich dieses Zeitphänomens annehmen, ich muss mich mal näher darüber informieren. Sie sagen auch, dass es Angst ist, die zu Intoleranz und Egoismus führt. Angst, etwas zu verlieren, Angst, sich nicht behaupten zu können undsoweiter. So stellt man sein Ego in den Mittelpunkt und denkt nur noch an sich, grenzt sich mit Ellbogen ab von anderen.
      Wirklich verstehen kann ich diese Entwicklung trotzdem nicht.
      Nur was meinst du, wenn du von einer „verweichlichten“ Gesellschaft sprichst?

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  12. Ulli schreibt:

    Ich dachte noch am Karfreitag, als ich vom Norden in den Süden fuhr, dass es früher nur getragene Trauermusik im Radio gab, dieses Mal nicht, wie ich zwischendurch feststellte, wenn sich der Verkhrsfunk in meine Mucke einschaltete, aber was es nicht gab, wenigstens erst einmal nicht, waren Würstchen an den Raststätten … da musste ich dann doch mal kräftig lachen …

    Wir brauchen noch ein bisschen, fürchte ich, bis immer alles geht, dass Multikulti nicht nur ein Wort ist, sondern gelebte Alltagswelt … Würstchen und Tanzmusik für alle 😉

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