Nichts „Menschliches“ ist uns fremd…

Heute las ich in den Nachrichten (Zeit und Faz, jeweils online), dass sich eine Frau einen kostenlosen Flug nach Südfrankreich erschlichen haben soll. Sie soll sich laut DPA als Cousine eine der Lehrerinnen aus Haltern ausgegeben haben, die bei dem „Absturz“ der Germanwings-Maschine ums Leben kamen. „Die Frau soll nach Angaben der Zeitung in Begleitung von drei Personen zweimal in die Unglücksregion geflogen sein – ohne dass sie mit der getöteten Lehrerin in Verbindung stand.“

Also, wenn das stimmen sollte, was Zeit online und andere schreiben…,

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…dann wäre es um unsere Gesellschaft, die „menschliche Zivilisation“, ja nicht sonderlich gut bestellt, vorsichtig ausgedrückt…

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Es entspricht auch meiner Wahrnehmung. Mitgefühl, Pietät, um das altmodische Wort zu bemühen…, alles im Verschwinden begriffen?

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20 Antworten zu Nichts „Menschliches“ ist uns fremd…

  1. Publicviewer schreibt:

    Aus dem Unglück anderer Leute auch noch einen Vorteil ziehen…passt aber auch voll zum Zeitgeist.
    Aber trotzdem irgendwie „cool“ finde ich zunmindest. lächel

  2. rotewelt schreibt:

    Hmmm, ja, es scheint erhebend und abhebend zu sein… Aber was ist „cool“? Frage ich mich schon länger, anscheinend wird Coolsein ja heutzutage verlangt, andernfalls gilt man nicht normal, sondern als kompliziert…

  3. aquasdemarco schreibt:

    Du kämpfst dich aber durch die News.
    Unser ganzer Lebensstil fußt auf dem Leid anderer, was erwartest du?

  4. aquasdemarco schreibt:

    Es liegt an jedem von uns seinen Konsum auf Kosten von Dritten zu regulieren.

    • rotewelt schreibt:

      Wie meinst du das genau, André? (bevor ich antworte und dich falsch interpretiere :-))

      • aquasdemarco schreibt:

        Ich denke wir nutzen in unserer bundesdeutschen Gesellschaft immer das Leid der anderen, darauf ist unser Luxus aufgebaut.
        Durch den persönlichen Konsum tragen wir massiv zur Ausbeutung von Ländern bei und den damit verbundenen Leid. Es ist ist nich so offensichtlich wie bei deinem beschriebenen Freiflug, aber im Grunde schlimmer.
        Gestern lief eine Doku zum Thema Lebensmittel, jeden Tag werden unvorstellbare Mengen vernichtet, weil die Gurke nicht krumm sein darf, weil der Bäcker eine riesen Auswahl an Sorten vorhalten muss u.s.w.
        Wir leben auf Kosten von Dritten.
        Mit ein wenig Charity und Betroffenheit kommen wir da nicht raus, nur über eine andere Sichtweise und ein neues Handeln.
        Die Flugfrau erscheint mir als ein Paradebeispiel für unseren momentanen, gesellschaftlichen Status.

        • rotewelt schreibt:

          Es gibt das große Leid und Unrecht und es gibt das kleine. Ja, die Flugfrau nutzt aus, was möglich ist oder zu sein schien, bis es auf-flog, was mir nicht leid tut.
          Gegen die globalen Missstände hilft „Ein wenig Charity“, wofür noch dazu viel Geld für äußeren Glanz verbraucht wird, in der Tat nicht…
          Aber es gibt einen riesengroßen Verwaltungsapparat (nicht nur bei Wohltätigkeitsorganisationen), der sich um „Nichtigkeiten“ kümmert und Geld verprasst. Über die nicht krumm sein dürfenden Gurken rege ich mich auch auf – was für Regelungen! Und das sind ja nur kleine Beispiele. Ich ärgere mich seit Jahren auch darüber auf, dass ausgerechnet Salatgurken, auch Biogurken, einzeln in Folie eingeschweißt werden, was für ein Schwachsinn! Aber dann bitte den Müll trennen… 😦

  5. Ulli schreibt:

    Ganz so cool sehe ich das nicht, ich finde es auch eher pietätlos, aber vielleicht gehören wir ja jetzt einfach zu den Altvorderen? Stöhn …
    die Bilder, die du uns hierzu zeigst sind spitze, besonders das letzte, makabrer gehts kaum noch.

    ich grüsse dich herzlich
    Ulli

    ob das jetzt wohl wieder ein Aneckthema ist? grübel und zwinker …

    • rotewelt schreibt:

      Ach ja, liebe Ulli, vielleicht ist es das fortschreitende Alter, lach, wer weiß? Aber es liegt auch an der Zeit, der gesellschaftlichen Entwicklung und mittlerweile habe ja nicht nur ich den Eindruck, dass sich der Ton verschärft und das Verhalten rüder und rücksichtsloser und eben auch pietätloser wird (Tanzen am Karfreitag ist in meinen Augen nicht pietätlos für Nichtgläubige ;-)), sondern habe die letzte Zeit auch von anderen solche Beobachtungen gelesen und das beruhigt mich insofern, als ich wohl nicht „spinnert“ bin und „übertreibe“.

      Alle, die Astrologie doof finden, den Rest bitte einfach überlesen: Bestimmt liegt es aber auch an den Sternen, dass ich gerade überall anecke mit allem, was ich schreibe… Uranus und Pluto-Gesocks, wie man mir gerade mitteilte, und da habe ich sowieso eine starke Betonung im Horoskop, das potenziert sich also, dazu noch der Mars im Widder bis vor ein paar Tagen, wie du sagtest, der ebenfalls so in meinem Horoskop steht – bingo! Aber bis Juli, August soll es na nun langsam, aber kontinuierlich besser werden… 🙂

      Herzlichen Gruß zurück!

    • rotewelt schreibt:

      PS: Merci wegen der Fotos! Es sind uralte Bilder, die ich mit 20 gemacht habe (eingescannte Dias, daher die schlechte Bildqualität), auf dem samstäglichen Flohmarkt am Leineufer in Hannover. 🙂

  6. sunflower22a schreibt:

    ichglaube, sowas gab es schon immer und wird es immer geben.Das ist kein Phänomen des Jahres 2015.

    • rotewelt schreibt:

      Klar gab es schon immer Menschen, die sich auf Teufel komm raus Vorteile zu verschaffen suchen. Ich denke aber, dass es in diesen Zeiten zunimmt (und sei es, dass als Rechtfertigung die immer offensichtlicher werdenden „großen“ Ungerechtigkeiten herangezogen werden), die Menschen haben weniger Skrupel, seltener ein schlechtes Gewissen und werden dreister, egoistischer, nur auf den eigenen Vorteil bedacht.

  7. Anhora schreibt:

    Ich sehe es genau wie sunflower. Das Verhalten dieser Frau (das ich extrem uncool finde) ist im menschlichen Instinkt angelegt: für sich selbst den größten Vorteil herauszuholen, bedeutet schließlich zu überleben. Erst Sozialisation, Religion, Intelligenz, Empathie usw. kämpften diesen Instinkt nieder. Aber bei manchen Menschen spielt all das keine Rolle und es kommt zu dieser maßlosen Gier. Das war schon immer so, spontan fällt mir dazu die Kolonisation anderer Länder ein.

    • rotewelt schreibt:

      Ja, das gab es schon immer, wie ich gerade auch sunflower antwortete. Aber ich habe dennoch den Eindruck, dass diese Gier nach eigenen Vorteilen beim Einzelnen zunimmt.

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