Neuer Tatort Frankfurt – Gelbgoldgrünes Gegähne

Neuer „Tatort“ aus Frankfurt, nach den bisherigen Konstellationen. Zuletzt gab es Nina Kunzendorf und Joachim Król, beide gute Schauspieler, vor allem er, doch im Tatort wurden sie beide zu Karikatur-Kommissaren verschrie(b)en: er, der Alki, sie, die sich billig und fast wie eine Straßendirne kleidete. Schade drum. Aaaber… das waren noch Geschichten. Und Charaktere, mit denen man mitleiden, die man verfluchen oder über die man schmunzeln konnte.

Heute nun die Neuen. Ich war gespannt, doch ich konnte mich nicht darauf konzentrieren, unmöglich. Erstens ist dieser wie auch mehrere Tatorte anderer Regionen inzwischen zu Gelbgold- und/oder Grün-Lichtspielen mit durchgängig verschwommenem Hintergrund verkommen – ist wohl neu und modern, haha, wie lange schon, und soll vielleicht „anders“ sein. Und manche zitieren nebenbei noch Filmklassiker-Einstellungen und Kamerafahrten und können sich dabei nur blamieren und lächerlich machen. Der von den meisten Kritikern über alle Maßen hochgelobte Tatort mit Ulrich Tukur  (nichts gegen den Schauspieler! ) „Im Schmerz geboren“  war für mich bislang einer der unerträglichsten und unfreiwillig komischsten.

Hey, die Filme der Frankfurter und anderer Vorläufer anzuschauen würde helfen, Wiederholungen visuell-ästhetischer Art zu vermeiden. Aber die Quoten scheinen dagegen zu sprechen…, wird ja wohl geguckt…, will das das neue Publikum vielleicht? So abgestumpft oder eingegleist? Ich mag das nicht! Über den vermutlich langweiligen Inhalt des heutigen Tatorts – das wäre dann das „Zweitens“ – kann ich kaum etwas sagen. Ich konnte nämlich kaum hinsehen, wurde nicht gefesselt, weder visuell noch von der Geschichte noch den Personen. Ödnis schon wieder, von Anfang an, wie so oft, es hat mich nicht gepackt. Goldgelbes Gähn.

Fazit: Dann lieber die Münsteraner, Kölner und Wiener oder manchmal auch Münchener (und andere). Da weiß man, was man hat und wird gut unterhalten, witzig, spannend oder sogar tiefgehend, aber ohne allzu künstliche visuelle Effekte, die das Künstlerische oft kaputtmachen in diesem Genre.

Schuster, bleib…, ohne einzurosten, es gibt nämlich auch neue Ab- und Ansätze, bei… Wenn es einem egal ist, wer der Täter ist, wie es ausgeht, ist eh alles verloren.

PS: Auch muss man die Hauptfiguren mögen, irgendwie, gern auch mit Macken… Ich mag hier niemanden.

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4 Antworten zu Neuer Tatort Frankfurt – Gelbgoldgrünes Gegähne

  1. eckisoap schreibt:

    wir sind tatort-fans. oder soll ich sagen: waren?
    auch diesen haben wir nicht zu ende gesehen. es ist wirklich schade!
    ich habe es genau so empfunden, wie du. ich konnte nicht hinschauen. immer wieder habe ich mich zu gern ablenken lassen vom tablet oder vom tee kochen in der küche.
    dann diese unsägliche eröffnunsgeschichte im büro.
    mich macht das fertig, wie der polizeialltag dargestellt wird.
    wir werden wohl einmal mehr sonntags abends eine schallplatte auflegen und ein buch in die hand nehmen 🙂

    • rotewelt schreibt:

      Ja, ich war wirklich mal ein Tatort-Fan… und bin enttäuscht über die neuen Drehbücher, die Geschichten, die Darstellung, die Effekthascherei. Ein Trost: Ich bin nicht allein… 😉 Danke dir.

  2. Philipp Elph schreibt:

    Habe ich ja wieder was verpaßt, als ich auf das Finale von Broadchurch wartete. 😉

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