Was mich aufregt, 1

Ich glaub’s nicht. Über das, was unsere Politiker so sagen oder vorschlagen, kann ich nur noch den Kopf schütteln.

Heute lese ich: „Bauministerin Barbara Hendricks (SPD) plant nach einem Medienbericht für Familien in Regionen mit hohen Immobilienpreisen staatliche Zuschüsse zum Erwerb eines Eigenheims. Familien mit einem Haushaltseinkommen bis 70.000 Euro im Jahr solle dann mit einem staatlichen Eigenkapitalzuschuss von bis zu 20.000 Euro geholfen werden, Wohneigentum zu erwerben, schreibt die „Rheinische Post“ (Mittwoch). Das sehe ein internes Konzeptpapier des Ministeriums vor. Familien müssten sich die Bankkredite für teures Wohneigentum in angespannten Märkten auch leisten können, laute die Begründung. „Vorgeschlagen wird eine Förderung in Höhe von 8.000 Euro pro Familie mit einem Kind, weitere 6.000 Euro für ein zweites und 6.000 Euro für ein drittes Kind“.

Soso..

  1. Familien sollen also ausgerechnet „in Regionen mit hohen Immobilienpreisen“ ein Eigenheim erwerben und dabei unterstützt werden. Warum das? Weil sie dann trotz der Zulage mehr aus eigener Tasche bezahlen müssen? Vielleicht auch, damit die ländlichen Regionen völlig aussterben und zu Geisterlandschaften werden? Weil die meisten Menschen dort wohnen wollen, sagt die Dame. Ach, vielleicht kann man auch mal strukturschwache Regionen aufwerten?
  2. Gehören „Familien mit einem Haushaltseinkommen bis 70.000 Euro im Jahr“ (also 5. 833 Euro im Monat) zu den Geringverdienern, die sich ein Haus aus eigener Kraft nicht leisten können und deshalb staatlicher Unterstützung bedürfen? Wohl kaum. Was ist mit denen, die weniger verdienen? Und auch die traditionelle Familie, die deutsche Politiker ja immer noch bevorzugen  – also Hausfrau mit vielleicht ein wenig Hinzuverdienst und männlichem Alleinverdiener sowie 1,7 Kindern, gern 3 – fällt wohl kaum darunter – es gibt ja keine Krippenplätze für alle. Also sind der gutverdienende Mann mit der Luxushausfrau gemeint?
  3. Warum muss es ein Eigenheim sein? Viele Familien, aber auch Singles und Paare, wären froh, sich überhaupt noch die Miete leisten zu können und das mittlerweile nicht nur in den beliebten Metropolen.

Gepampert sollen jedenfalls auch durchaus gut verdienende Familien mit Eigenheimambitionen in prosperierenden Regionen/Metropolen mit hohen Lebenshaltungskosten. Wer hat also etwas davon und wer nicht? Was für ein unkluges und unausgegorenes, wie einfach mal so gedankenlos dahingeschleudertes „Konzept“, das unsozial und gesellschaftlich abstrus ist, auch wenn der Vorschlag sicher sozial klingen soll. Die SPD hat das S im Namen sowieso schon lange nicht mehr verdient.

Ach, dann lieber noch was von der gleichnamigen Sängerin:

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2 Antworten zu Was mich aufregt, 1

  1. Uffnik schreibt:

    Ich kann es nur zum 574. Male wiederholen: Geld und Politik geht nicht zusammen!
    Überhaupt nicht!

  2. Ulli schreibt:

    ach naja, es gefällt mir ja eigentlich nicht, aber ich rege mich auch nicht mehr darüber auf, dazu ist mir meine kostbare Lebenszeit zu kurz und zu wichtig- denn wir wissen es doch längst und daran ändert sich wohl auch so schnell nichts, dass das Geld die Welt regiert und nicht der gesunde Menschenverstand!
    ich grüsse dich herzlich
    Ulli

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