Keine Wahlverwandtschaften

„Ich kann nicht erkennen, was wir jetzt anders machen müssten“, O-Ton Raute. Bingo. Na, das sagt ja alles. Sie hat nichts begriffen und regiert schon lange blind und taub und reichlich arrogant-weltfremd an den Bundesbürgern vorbei. Im Grunde sitzt sie noch mehr aus als ihr Ziehvater Kohl. Die SPD hat auch nichts verstanden, denn einfach nur diffus von „Gerechtigkeit“ zu labern, überzeugt nicht. Schade. Den Grünen sind Klima, Tierschutz, Ausländer und Adoption für Homos wichtiger als Soziales und allgemeine Gerechtigkeit hierzulande und der Menschenschutz an sich – und die FDP möchte vor allem die Digitalisierung (ei, woher kommt sie denn, ist das Schicksal, vom Himmel aufgedrückt?) beschleunigen, damit wir im Wettbewerb mithalten und möglichst viele Menschen arbeitslos werden – und wie immer der Wirtschaft und den Reichen dienen. Die Linke wurde in der öffentlichen Meinung – und zwar von allen Seiten – unter anderem als Putin-freundlich (pfui Teufel, Trump-freundlich ist bestimmt besser) diffamiert oder als Partei, die die DDR und den Kommunismus wiederhaben will. Die AfD und deren Vertreter sind peinlich, doch das schlimmste ist, dass die Anhänger dieser Partei zu doof sind zu begreifen, dass diese extrem rechte und ausländerfeindliche Partei nichts für die deutsche Unter- und Mittelschicht tun will, sondern wie CDU/CSU und FDP die Reichen pampern und also gar nicht für Hartzer und kleine Angestellte – die Mehrheit der Wähler dieser Partei – tun möchte. Viele AfD-Politiker kommen ja aus adligem oder großbürgerlichem Milieu, andere sind einfach übrig gebliebene Nazis oder hirnbefreit. Aber die politische und mediale Volksverdummung ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Man beachte nur das tägliche Fernsehprogramm.

Jamaika klingt so schön bunt, aber die Grünen sind eh schon in vielen Punkten auf CDU-Seite und die FDP sowieso. Also gibt es nicht mehr Hoffnung als wenn CDU/CSU und SPD einfach weitermachen würden wie bisher. Wie wär’s denn statt Jamaica mit Rot-Rot-Grün-Gelb (gibt’s dafür auch ne Flagge?)? Sind auch „nur“ vier Parteien, aber mit ordentlich Zünd- und Diskussionsstoff und vielleicht interessanten Denkanstößen in die richtige Richtung? Soziale Gerechtigkeit und Natur- und Klimaschutz, aber ohne absurde Verbote auf Kosten unschuldiger Verbraucher und Bevormundung – Europa ja, aber nicht um jeden Preis undsoweiter – na ja, Träumerei. Und die SPD hat sich ja eh rausgestohlen, sie hatte ja auch nichts mehr beizutragen.

Sicher nimmt die Union bald Frauke Petri und deren Gatten auf, um die Flanke nach rechts ein bisschen zu stärken… Schon vergessen, der Schießbefehl auf Flüchtlinge, denn Petri will sich durch den AfD-Austritt offenbar gemäßigter geben und das Schlimme ist, dass das von vielen Seiten auch so interpretiert und verbreitet wird…

Dieser Beitrag wurde unter Alltägliches/Allgemeines abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Keine Wahlverwandtschaften

  1. lynx schreibt:

    Die Politik von Merkel und ihren Leuten ist, zugegeben, spröde, ziemlich unsexy. Abgehoben? Würde ich nicht sagen. Sie sind keine Kümmerer im klassischen Sinn (Schulz wollte den zum Schluss noch geben), sie sind doch eher strukturelle Vordenker, denken und arbeiten in langen Linien und vernachläsäsigen etwas den kleinen Genuss zwischendurch. Aber eigentlich ist das gut, wenn auch sehr arbeitsethisch.
    Dem gegenüber steht der „unschuldige Verbraucher“: den gibt es nicht. Das ist ein Widerspruch in sich. Denn verbrauchen heißt ja, dass etwas aufgebraucht wird, was dann nicht mehr da ist. Am Schluss bleibt bei uns Konsumenten CO2 übrig (Pflanzen gehen zum Glück den umgekehrten Weg), stringent ökologisch gedacht. Einen großen Schritt weiter wären wir, wenn wir uns vom „unschuldigen Verbrauchen“ verabschieden würden und uns etwas mehr mit dem Begriff „gebrauchen“ anfreunden würden. Der impliziert, dass etwas länger halten muss: wir können, global gedacht, unserer Erde gebrauchen, aber nicht verbrauchen (sollten wir jedenfalls nicht).
    Jamaika wird wahrscheinlich wirklich keine verbraucherfreundliche Kuschelzone. Könnte uns aber Wege weisen, wir auch künftig noch sinnvollen Gebrauch von unserer Welt machen können.

    Gefällt mir

    • rotewelt schreibt:

      Danke dir für deine Sichtweise, Lynx. Aber „Verbraucher“ ist doch gar nicht so unschuldig, wie du sagst, denn wann alles verbraucht ist, ist es eben weg – und das ist schlecht! Aber ich verstehe, was du meinst. Ich fände es nur gut, wenn nicht immer nur wir Ver- oder Gebraucher alles ausbaden müssen, was Politik und Wirtschaft angezettelt haben. Wenn von einem Verbot von Dieselfahrzeugen gesprochen wird – manche sind da ja sehr rigide in ihren Forderungen -, dann haben die Menschen darunter zu leiden, die sich nicht mal schnell ein neues Auto kaufen können. Außerdem scheinen mir manche Forderungen nicht ausgereift zu sein, denn nur auf Elektroautos zu setzen, kann auch nicht das Gelbe vom Ei sein. Und warum müssen die Kohlekraftwerke komplett abgeschafft werden? Reicht es nicht, deren Anzahl zu reduzieren bzw. reduziert zu haben? Die dort beschäftigten Mitarbeiter werden alle ohne Job sein. Ich war mal Anhängerin der Grünen, wenn ich sie auch nie in allen Punkten befürworten konnte, aber inzwischen sind sie mir zu unsozial geworden, was ich bedaure.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s