Nochmal Frühling und Neues von der Luisenhöhe

Da pünktlich zum 1. Mai das Wetter schlecht werden soll, fuhr ich heute schnell nochmal raus, diesmal Richtung Horben zu Fuße des Schauinsland – ebenfalls ein schönes Stück Landschaft. Auch wenn dort immer mehr Einfamilienhäuser entstanden sind, ist es dort doch auch noch bäuerlich und heute vernahm ich den ersten Kuhstallgeruch dieses Jahres.

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Am Rande Horbens, unterhalb des Schauinsland, steht die Luisenhöhe, ein ehemaliges Hotelrestaurant. Für viele Horbener, für Freiburger, aber auch für Schwarzwaldtouristen war die Luisenhöhe eine lieb gewonnene Einrichtung – auch ich besuchte den schönen Biergarten oder die Terrasse des Restaurants ein paarmal.

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Dort war es lauschig, es ließ sich gut sitzen und speisen. Dann wurde die Luisenhöhe geschlossen.

Das letzte Mal war ich 2014 dort. Damals stand das Haus schon einige Zeit leer und machte einen trostlosen Eindruck. Heute schaute ich nach, was inzwischen daraus geworden ist und natürlich sieht es noch heruntergekommener aus, auch wenn die oberen Etagen von außen noch intakt erscheinen – kein Wunder, es ist das Schicksal aller leerstehenden Gebäude.

Alle früheren Renovierungs- und Umbaupläne wurden ad acta gelegt, wie ich nun las. Unter anderem irrwitzige Brandschutzvorschriften hätten die Kosten für eine Sanierung der sonst guten Bausubstanz anscheinend ins Unermessliche gesteigert, wie es heißt.

 

Nun wird das Traditionshaus komplett abgerissen und ein neues Gebäude errichtet. Schade. Die Luisenhöhe soll zu einem „Gesundheitsresort“ werden, mit Wellnessbereich und Tagungsräumen. Warum zum Teufel brauchen die Menschen Wellnessbereiche, wenn sie die Natur vor der Tür haben, reicht das nicht zum Wohlergehen? Sicher muss auch die schmale Straße verbreitert werden, die zum Hotel führt…

Folgender Architektenentwurf hat das Rennen gemacht (und ja, die beiden Entwürfe von Mitbewerbern fand ich schlimmer – zu geschlossen oder zu langweilig-konventionell):

 

„So könnte die Luisenhöhe künftig aussehen“, schrieb die Badische Zeitung schon am 19. Oktober 2016 dazu. (Fotos: Andrea Gallien) Mir ist es zu gigantisch und ich empfinde den geplanten Bau als Fremdkörper in dieser Landschaft.

Da schaute ich mir heute doch lieber die umgebende frühlingshafte Natur an.

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Hier der Blick vom Hotel Richtung West/Nordwest.

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Nicht weit entfernt ebenfalls schöne Wiesen in der hier auf rund 600 Meter Höhe noch gemäßigt hügeligen Landschaft mit vielen Tälern, das Hexental ist ganz in der Nähe.

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Fährt man weiter über das schmale kurvige Sträßchen, kommt man nach Au.

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Und Au(a) wäre dann auch mein letztes Wort zu diesem Hotelkapitel, denke ich. Wieder eine Tür, die sich schließt und eine Epoche, die zuende geht.

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4 Antworten zu Nochmal Frühling und Neues von der Luisenhöhe

  1. Ulli schreibt:

    schade!!! Ich denke ja, dass da auch immer eine Art Kalkül mit im Spiel ist, wenn Abriss und Neubau „anscheinend“ preiswerter sind, als den Erhalt von wirklich schöner Bausubstanz!
    liebe Grüße, Ulli

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    • rotewelt schreibt:

      Och ja, das denke ich schon auch… Fragt sich nur immer, wer welche Interessen hat. Aber anscheinend sind die Brandschutzbestimmungen wirklich extrem geworden, ebenso wie die Dämmungsrichtlinien etc. und all das verhindert auch, dass bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Anscheinend ist die Ökobilanz wichtiger als der Mensch, der ja auch zur (Um)Welt gehört, nur noch wie eine Figur am Rande erscheint, denke ich jedenfalls oft. Denn zu einem menschenwürdigen Leben gehören nicht nur ökologische, sondern auch soziale Aspekte und die fehlen mir, besonders in Freiburg und es freut mich, dass der arrogante CDU-Liebling und grüne Bürgermeister Salomon (der ja den Bau von geförderten Wohnungen in den Sand gesetzt gesetzt, weil er nur profitorientiert denkt), der mit güldenem Schriftzug auf seinen Wahlplakaten wirbt, diesmal im ersten Wahlgang eine Schlappe erlitten hat zur Überraschung aller. Das war nötig, der Mann brauchte mal einen Denkzettel. Ich fürchte nur, dass er bei der Stichwahl doch noch noch gewinnt. Vor ein paar Tagen sah ich ihn in meinem Stadtteil vor einem kleinen Supermarkt, er macht jetzt auf Bürgernähe. Liebe Grüße zurück, Ute

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  2. kormoranflug schreibt:

    Schauinsland kannte ich nur als Reisegesellschaft (lach). Diese Schwarzwaldhäuser sind komplett aus Holz oder?

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    • rotewelt schreibt:

      Doch, den Schauinsland gibt’s wirklich. 🙂 Eigentlich hätten sie ihn Schauinsländle nennen können. Die ursprünglichen Schwarzwaldhäuser waren ganz aus Holz, aber das ist schon lange her. Mittlerweile haben viele sogar Solardächer.

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