Zwischendurch

Manchmal muss man sich aus den sogenannten sozialen Medien (oder vielleicht aus allem) ausklinken und ein bisschen zur Ruhe und zu sich selbst kommen, so wie es Zaz in ihrem Song beschreibt. Selbst gewählte und durchaus geliebte „Einsamkeit“ – eine, die man einfach wie einen Stachel entfernen kann, wenn man sie nicht mehr mag.

Qu’est ce que t’aimes, qu’est ce que t’aimes?
Je sais pas moi ça dépend, j’aime plutôt les gens honnêtes
Qu’est ce que t’aimes, qu’est ce que t’aimes?
J’aime bien foutre le camp et m’échapper dans ma tête
J’sais pas pourquoi je m’parle à moi même au lieu d’écrire des poèmes
Mais j’y serais sur mon barème
J’sais pas pourquoi j’me parle toute seule
Pourquoi j’me ris a la gueule, peut être que j’aime me marrer

J’aime, j’aime, j’aime la solitude parfois
Celle que l’on choisit pour discuter avec soi
Celle qui fait pas mal et qu’on peut mettre en sourdine
Celle qu’on peut se retirer comme une épine
J’aime, j’aime, j’aime la solitude parfois
Mais j’aime pas les cris quand ils ne s’arrêtent pas
Quand les émotions me plongent en mer enragée
Quand le…

Mir scheint es seit einiger Zeit so zu sein, als ob viele Blogger sich zurückgezogen haben, nicht nur ich. Ich habe den Eindruck, dass die erste Euphorie einfach vorbei ist. Mich befriedigt es auch nicht mehr, eigene Fotos und Beiträge veröffentlicht zu sehen, was anfangs vielleicht noch Spaß und sogar ein bisschen stolz gemacht hat. Heute frage ich mich, warum das alles, für wen, wofür. Wenn dann ein plötzlicher Anflug kommt, irgendwas zu teilen, sei es ein Zitat, ein Gedanke oder ein Song so wie jetzt, hat es längst nicht mehr den gleichen Stellenwert wie selbst noch vor einem Jahr. Vielleicht liegt es auch daran, dass es soviele Probleme in der Welt gibt, dass einem manchmal einfach die Worte fehlen oder man sowieso missverstanden wird, weil alles, was gesagt wird, polarisiert und eher trennt als verbindet.

Dieser Beitrag wurde unter Alltägliches/Allgemeines veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

18 Antworten zu Zwischendurch

  1. wildgans schreibt:

    Für manche ist derzeit `ne Art Sommerpause.
    Ja, warum das alles?

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  2. Chris schreibt:

    Kann ich gut nachvollziehen. Siehe auch DIESER lesenswerte Artikel:
    https://www.achgut.com/artikel/wir_schweigenden_laemmer
    Aber: bitte weiter schreiben! Gruß aus Endingen … Christian

    Gefällt 2 Personen

    • rotewelt schreibt:

      Ja, im Prinzip sehe ich es ja auch so, dass die meisten schweigen und dass es in Deutschland kaum noch kontroverse und dabei auch noch sachliche Diskussionen gibt. Wer von der Mehrheitsmeinung abweicht, wird schnell diffamiert. Und es macht halt auch schlicht keinen Spaß, diffamiert und in die falsche Ecke gestellt zu werden. An dem Achgut-Blog gefällt mir allerdings nicht die unkritische Haltung zu den USA und zum Kapitalismus und erst recht nicht die Nähe zur AfD und überhaupt zu den Rechten. Insofern ist es auch kein Portal (mehr), dass verschiedenen Meinungen und Ansichten eine Plattform bietet. Grüße nach Endingen

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    • gkazakou schreibt:

      Ich kannte diese Seite nicht, Chris. Den Artikel habe ich mit Interesse gelesen. Und ich stimme zu: Ohne offene Debatten, an der sich jeder angstfrei beteiligen kann, geht eine Gesellschaft zugrunde. Ich klicke oft genug „gefällt mir“ an bei Beiträgen, denen ich nicht oder nur sehr bedingt inhaltlich beipflichte. Mit dem „gefällt mir“ honoriere ich die offene Meinungsäußerung, egal von wem. Der Mut zur eigenen Meinung hilft mir, auch die Weltsicht Andersdenkender kennenzulernen.
      Freier Austausch kontroverser Ansichten ist das Elixier der Demokratie. Durch demokratische Entscheidungsprozesse wird gesellchaftliche Veränderung verlangsamt und sichergestellt, dass alle Teile der Bevölkerung „mitgenommen“ werden und es nicht zu gefährlichen Abspaltungen kommt.
      In Deutschland ist die politische Debatte durch jahrelange GroKos schlimm verkümmert, Die sozialen Medien haben die Funktion der APO (außerparlamentarische Opposition) übernommen.

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  3. gkazakou schreibt:

    Nun, jeder sehe wie ers treibe, liebe Rotewelt. Dir erscheint momentan nichts mitteilenswert, du fürchtest dich vor Missverständnssen, du findest die Zahl der Probleme in der Welt zu groß, um mit deinen eigenen Wahrnehmungen standzuhalten und ihnen Gewicht zu geben – schreibst du. Ich finde das schade, aber es ist natürlich ganz deine Angelegenheit. Doch warum meinst du, weil es dir so geht, es als allgemeine Regel aufstellen zu müssen? Ich blogge seit vier Jahren täglich, findest du das albern? ich habe deine Beiträge oft mit Gewinn gelesen und mich gefreut, wenn du in meinem Blog deine Spuren hinterlassen hast. Nun hast du keine Lust mehr.. ich hoffe sehr, dass dein reales Leben reich genug ist, so dass du es nicht vermisst.
    Ich selbst finde das Bloggen nach wie vor ein brauchbares Format, um Bilder und Gedanken zu kommunizieren. Sicher hat es nicht die Reichweite der politischen Seiten oder des Feuilleton der großen Medien, aber es macht aus uns gewöhnlichen Kultur- und Politik-Konsumenten Selbst-Schaffende.
    Bei mir kommt hinzu, dass ich im Ausland lebe und durch das Bloggen einen Zugang zum deutschsprachigen Raum gefunden habe. daher verteidige ich es mit Verve und fände es sehr traurig, wenn sich die Bloggermüdigkeit breitmacht und am Ende alle nur noch twittern.
    Na, vielleicht hat Frau Wildgans ja recht und es ist bei dir auch nur Sommermüdigkeit. Liebe Grüße aus Athen! Gerda

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    • rotewelt schreibt:

      Siehst du, da fühle ich mich schon komplett missverstanden. In mehrerlei Hinsicht. Ich denke nicht, dass meine eigenen Wahrnehmungen anderen nicht standhalten noch stelle ich allgemeine Regeln auf – nichts liegt mir ferner als das. Wie kommst du denn darauf? Jedem das Seine, denke ich, ich bin nun wahrlich die Letzte, die anderen Vorschriften machen will. Tja, da siehst du, Gerda, es ist doch oft besser zu schweigen, selbst wenn man glaubt, nicht mehr als seine persönliche Meinung kenntlich gemacht zu haben. Deine Argumente fürs Bloggen kann ich gut nachvollziehen. Übrigens: Getwittert habe ich privat noch nie und um Sommermüdigkeit handelt es sich bei mir auch nicht. Liebe Grüße nach Griechenland mit dem „Neuen“ an der poltischen Spitze (weiß zu wenig über ihn, um mir ein Bild zu machen). Wenn ich schon bei der Politik bin: Mir reicht Waffen-Uschi in Brüssel., nach dem Peter-Prinzip aufgestiegen. 😦

      Gefällt 2 Personen

      • gkazakou schreibt:

        Sieh mal, es ist doch nicht schlimm, dass ich dich missverstanden habe! du kannst es ja korrigieren, und schon ist ein Austausch gesichert. Was Uschi in Brüssel anbetrifft, dazu habe ich sogar in einer Leserumfrage meinen Senf beigesteuert. Zu unserer neuen Regierung habe ich auch das eine und andere geschrieben, aber nur in Kommentaren, denn ich führe ja kein ausdrücklich politisches, sondern ein Kunst-Blog, der allerdings auch gern politisch Stellung bezieht.
        Über deine Antwort habe ich mich gefreut, wenngleich ich mich auch nicht völlig verstanden fühlte (aber das macht wirklich nichts!), und wünsche dir nun eine Gute Nacht! Gerda

        Gefällt 2 Personen

        • rotewelt schreibt:

          Aber nein, Missverständnisse sind nicht schlimm, Gerda, man muss nur drüber reden, was wir ja hier tun. Nur inwieweit ich dich nun missverstanden habe, weiß ich nicht. Bitte um Aufklärung! 🙂

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  4. Ich kenne dieses Hadern mit dem eigenen Blog. Ich „bloggte“ bereits mitte der 1990er Jahre. Wie viel habe ich seitdem begonnen, fortgeführt und nach einem Jahr wieder eingestampft! Erst 2013 habe ich meine Blog-Mitte gefunden. Hier und noch bei fb, tumblr, geraspora und ello. Ich blogge dabei für mich. Es ist ein Rahmen, mich mit lesenswerten Artikeln, berührender Musik, anregenden Zitaten oder nur mit mir selbst zu beschäftigen und dies alles mit der „Welt“ teilen zu können. Und wenn es nur eine* Leser* gäbe, den ich erreichte, so hätte ich schon etwas bewirkt. Homöopathisch. Und missen möchte ich nie mehr, die Blogs der Anderen zu lesen. Es regt mich an, manchmal auch auf. Es weitet den Horizont und hilft mir, bei meinem Versuch, die Dinge von vielen Seiten zu betrachten und zu bedenken. Die Vielfältigkeit der Individuen zu erleben. Auch die rotewelt möchte ich nicht missen. Sie zeigt mir, dass ich mit meinen Gedanken und Empfindungen nicht allein bin. Wir bloggen, weil wir nicht sind wie alle andern. Liebe Grüße, Bernd

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  5. aquasdemarco schreibt:

    Ich mach es für mich, vor 10 Jahren war es einfach nen Test. Jetzt poste und lese ich einfach zum Spaß. Ich bin mein eifrigster Leser, Seher und Hörer😀

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  6. cablee schreibt:

    Ich blogge auch (wieder), in erster Linie für mich. Es gibt in der Welt so viel, worüber ich mich aufrege/aufregen könnte, so viel, das mich abstößt, entsetzt…, da ist mein Blog mein Ruhepol, die kleinen, die schönen Dinge des Alltags. Ich versuche den Fokus mal wegzulenken vom Elend der Welt, hin zu den Blumen, Tieren, Landschaften… , denn es gibt sie noch, die schönen Dinge 😉

    Ich hoffe für dich, liebe rotewelt, dass du zufrieden bist/wirst, ob mit oder ohne Blog.
    Alles Liebe und Gute!

    Gefällt 1 Person

    • rotewelt schreibt:

      Verstehe, Cablée. Bei mir ist oder war es manchmal auch so, dass ich einfach das Bedürfnis hatte, etwas Schönes zu zeigen. Dann habe ich mich wieder öffentlich über das Böse in der Welt aufgeregt, was aber letztlich anstrengt, weil man – wenn schon – dann auch auf die Kommentare eingehen möchte und das kann sehr anstrengend sein wegen all der möglichen Missverständnisse. Auch daher schweige ich momentan zu den Geschehnissen, brauche auch etwas Frieden für mich persönlich. Aber ich bin keinesfalls unzufrieden mit oder ohne Blog, mein momentaner Rückzug hat damit nichts zu tun. Ich mag gerade einfach nicht. Liebe Grüße zurück!

      Gefällt 1 Person

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