Widersprüche

Ich kann überhaupt nur noch schlafen, wenn ich abends einen Artikel zu Corona gelesen habe, der Hoffnung gibt, dass alles nicht so schlimm sein könnte.

https://www.rubikon.news/artikel/von-wegen-killervirus

Das hält bis zum nächsten Vormittag. Will ich mich der neuen offiziellen Nachrichten enthalten, werde ich von anderen mit dem Thema konfrontiert und es ist wieder vorbei mit der Ruhe. Trotzdem versuche ich jetzt, die Informationsschwemme so gut zu dosieren, wie es in meiner Macht liegt, sonst werde ich krank und irre. Habe sogar schon von menschenleeren Hallen etc. geträumt. Ganz enthalten kann und will ich mich natürlich nicht, auf dem Laufenden möchte ich schon sein.

Derweil hat sich in meiner direkten Umgebung nichts geändert, außer dass die lieben Nachbarn phyisch auf Abstand gehen, sich aber per SMS nach meinem Befinden erkundigen. Die Handwerker und Gärtner gegenüber arbeiten munter weiter, heute sogar erstmals mit freiem Oberkörper. Die Wärme, der knallblaue Himmel und die sprießende Natur suggerieren sowieso, dass alles in Ordnung ist – wie trügerisch. Auf dem nicht geschlossenen Schulhof nebenan, der auch Spielplatz ist, spielen Kinder wie immer mit und ohne Eltern, stehen in Gruppen rum ebenso wie Halbwüchsige, die sich mit Tischtennis und Basketball zur gewohnten Ghettoblastermusik vergnügen.

Merkel droht in ihrer Rede zur Nation indirekt, dass auch schärfere Maßnahmen folgen könnten. Wenn ich die Unbekümmertheit vieler Menschen sehe, wundert mich das nicht. Und wenn der Virus wirklich so gefährlich sein sollte.

Aber, sie und ihre Berater können sich das dumme Gerede von den 1,5 bis 2 Metern Abstand und der Vermeidung sozialer Kontakte trotzdem sparen. Warum: Weil sich nun das Einkaufen als am gefährlichsten herausstellt, denn dort ist dieser Abstand überhaupt nicht einzuhalten (auch auf dem Trottoir nicht, es sei denn, ich würde die ganze Zeit die Straßenseite wechseln, wenn jemand entgegenkommt oder gleich in der Straßenmitte laufen). Man kann nicht solche sozialen Verhaltensregeln aufstellen und das Virus als derart tödlich darstellen, wenn man nichts unternimmt, um die Risiken des – lebensnotwendigen – Einkaufens zu minimieren. Es gibt keine Einlass- und Entfernungsregeln, es sei denn, manche wenige Geschäfte kommen von selbst auf die Idee. Ich finde das widersprüchlich, absurd und unverantwortlich von Regierungsseite, es macht mich wütend, ich fühle mich auf den Arm genommen. Und die Kassiererinnen und Kassierer tun mir leid.

Dieser Beitrag wurde unter Alltägliches/Allgemeines veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

29 Antworten zu Widersprüche

  1. aquasdemarco schreibt:

    Im Baumarkt gab es extra gesicherte Kassen und Durchsagen.

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  2. rotewelt schreibt:

    Vernünftig!

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  3. aquasdemarco schreibt:

    Im Netto musste ich zwei Frauen bitten Anstand von 2 Metern zu halten, die eine war sehr dreist und rückte auf die Pelle, aber sie war auch irgendwie komisch?!
    Aber der Netto könnten mit Bodenmarkierungen mehr machen.
    Ein Rätsel bleiben mir weiterhin Friseur Geschäfte, sah heute wie ohne Schutz fröhlich geschnitten wurde.

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    • rotewelt schreibt:

      Hier war das die letzten Tage weder im Edeka noch im Penny möglich, weil die Märkte einfach rappelvoll waren, auch zu Zeiten, in denen normalerweise wenig los. Ganz schlimm, da kann man Panik kriegen. Als ich meinen Friseurtermin abgesagt habe, hatte die Friseurin viel Verständnis, das würde in diesen Tagen öfter vorkommen. Aber manche gehen weiter munter hin, passt auch zu den dringend geratenen Vorsichtsmaßnahmen. Warum müsse die nicht schließen, die so dicht am Mann und der Frau arbeiten? Haben wir halt mal alle längere Haare!

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  4. aquasdemarco schreibt:

    Aber so eine Corona Detox ist echt sinnvoll, ich baue hier viel rum

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  5. aquasdemarco schreibt:

    Rubikon ist mit etwas suspekt

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    • gkazakou schreibt:

      was ist an Rubikon suspekt? Da schreiben viele verschiedene Autoren, so viel ich sehe alle mit gutem wissenschaftlichem Background.

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      • aquasdemarco schreibt:

        Nun manche Artikel finde ich recht hinterfragungswürdig, ob nun mit oder ohne wissenschaftlichen Backround.
        Redworld macht es im Grunde richtig, alles Meinungen zu lesen.
        So mache ich es auch, finde die Welt übrigens ebenfalls suspekt😉

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      • aquasdemarco schreibt:

        Also das Zeitungsmedium die Welt

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      • aquasdemarco schreibt:

        Letztendlich lesen wir auch immer das heraus, was uns gefällt, was gerade passend ist, aus welchen Gründen auch immer.
        Da gibt es die Ken FM Fand, die FAZ Leser, die Bild Gemeinde, jeder sucht sich sein Medium, was zumindest einen Trend des eigenen Denkens abbildet.
        Und hinter jeder Idee einer vermuteten Verschwörung kann eine eigen Verschwörung hinter stecken.
        Der Untergang wurde schon oft vorhergesagt, möglicherweise trifft er uns dann, wenn wir damit aufhören.
        In jedem Fall gehen im Moment die Emissionen zurück, der Feinstaub wird weniger, die Luft reiner.
        Die Menschen machen ihre Gärten klar, haben gerade Zeit für kleine, liegengebliebene Projekte.
        Und man kommt sich trotz der Distanz wieder menschlich näher.
        Beachtenswert das Statement von Jogi Löw.
        Vielleicht sind wir nach all dem Wachstumshype , wieder emphatischer für Mensch, Tier und die Natur.

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    • rotewelt schreibt:

      Ich kann mich nicht mit allen Artikeln anfreunden bzw. bin nicht mit allen einverstanden, doch insgesamt finde ich die Beiträge ganz gut, sie bilden ein Gegengewicht zur Einheitsberichterstattung, genau wie die Nachdenkseiten – gibt es ja sonst leider nicht mehr. Früher haben das Spiegel, FR, Süddeutsche oder Taz übernommen.

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  6. gkazakou schreibt:

    Als Abendlektüre vielleicht dies von Vivian Broughton, London, geeignet, und darin der link zu Ruppert, auf deutsch: Jedenfalls was Gescheites zum Nachdenken.

    It is important for all of us to make sure that we are personally properly informed. At present the prevailing view is of a pandemic, and this view has virtually brought our world to a halt. The question then must come… is this real? Are we being properly informed? Or is what is happening around us a global panic and to an extent delusionary situation. There are people who would say that the latter is the case. And this is important because every aspect of our lives is currently being affected, for some quite disastrously.

    So I am passing on some information that has been passed to me so that you can read another side to the issue and make up your own mind. You can access this paper as a pdf by going to the Welcome page of The Centre for Healthy Autonomy.

    In addition, those of you who follow the IOPT work of Professor Franz Ruppert might be interested to read what he has written on his website… It should translate easily into English. (https://www.franz-ruppert.de/de/)

    You might also be interested in a blog piece I wrote on the subject which you can access here: Coronavirus.

    The most important thing we can each do for ourselves is to come into contact with our healthy ‚I‘, take care of our immune system, and live a good life.

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    • rotewelt schreibt:

      Danke dafür, endlich noch eine krtische Meinung zum Thema. Ich sagte vorhin gerade schon zu einem Freund, dass wir noch alle entweder depressiv oder aggressiv, wahlweise paranoid werden, wenn diese Situation lange andauert. Wohl nur die wenigsten Menschen überstehen es ohne psychische Beeinträchtigugen, so isoliert und in ständiger Todesangst zu leben. Was eben wiederum das Immunsystem schädigt und anfällig macht – eh voilà: self fulfilling prophecy. Ich bin ja auch seit Januar immer wieder erkältet und mache mir deswegen Sorgen um mein Immunsystem in diesen Zeiten, doch die Sorgen werden es nicht bessern. Schwer, da rauszukommen bei all den Hiobsbotschaften. Aber dass der Herr Ruppert mal so in einer Stunde das Vorgeburtstrauma seiner Frau löst, ist schon frappierend…, egal, ich stimme ihm in vielem zu.

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      • Ulli schreibt:

        Ich habe den Artikel von Dr. Rupert einerseits gern gelesen, andererseits hat er mir zu viel reingepackt. Zwar verstehe ich seinen roten Faden und glaube ihm auch gerne, dass hier etwas passiert, was auch andere Viruologen mittlerweile kritisch betrachten.
        Ich habe ein mulmiges Gefühl, weniger wegen dem Corona-Virus, mehr weniger dem Dahinterliegendem, das ich aber so gar nicht zu fassen bekomme. Meine Strategie ist mich weiterhin auf dem Laufenden zu halten, aber bitte nicht den ganzen Tag lang, und mich um mein Immunsystem zu kümmern, das ja so dolle leider nicht ist, wie bei dir ja leider auch.

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        • gkazakou schreibt:

          Du hast schon recht, wie ich auch oben schrieb, es ist gedankenanregend. Mehr nicht. Mehr erwarte ich auch nicht. Einige seiner Sätze klingen mir sogar sehr falsch, aber wie gesagt ….Es gibt auch sehr Bedenkenswertes darin. Für mich vor allem die Frage der Projektion von Ängsten in die Außenwelt. Was grad geschieht, ist ja schon gesamtgesellschaftlich und global paranoid, und ich weiß wirklich nicht, wie wir da wieder raus kommen. Denn Viren wird es immer geben, sterben werden wir auch … .

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    • Ulli schreibt:

      Danke Gerda für den Link!

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  7. Publicviewer schreibt:

    Ein Gutes hat das ganze durchaus ja.
    Kein ESC!
    Keine Gottesdienste?
    Und vor allem kein Fußball!!!

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  8. traeumerleswelt schreibt:

    Widersprüche bietet auch die Schweiz. In den Nachrichten wird erzählt, dass an den Kassen in vielen Supermärkten Plexiglasscheiben die Kassierer(innen) schützen sollen, das finde ich ne sehr gute Idee!
    Auf der anderen Seite sieht man, wie sich am Zürichsee die Menschen treffen, zusammen sitzen und essen und das in grosser Anzahl. Warum geht man da nicht dagegen vor? Warum gibt es immernoch so viele Menschen, die das Problem nicht zu kümmern scheint.
    Vielleicht sollte die Schweiz auch eine Ausgangssperre erwägen.

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  9. Es geht allein darum, eine zeitgleiche Infektion aller zu vermeiden. – Für den richtigen Abstand ist jeder selbst verantwortlich: ich schlage zurzeit große Bögen, weiche in Läden zurück, gehe rückwärts und frage jeden, der mir zu nahe kommt, „Warum halten sie keinen Abstand?“, nicht weil ich Angst vor der Infektion habe, sondern weil ich unwissentlich infiziert sein könnte und den Virus nicht multiplizieren möchte.

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    • rotewelt schreibt:

      Ich finde, es sollte nicht nur darum gehen, eine zeitgleiche Infektion zu verhindern, sondern darum, die Zahl der Infizierten insgesamt so niedrig wie möglich zu halten.
      Zuletzt einkaufen war ich am Montag, die Leute standen nur Zentimeter auseinander, es war nicht auszuhalten. Ich versuche, mindestens zwei Wochen durchzuhalten, ohne einen Supermarkt zu betreten, denn ich habe auch Angst, mich selbst anzustecken.

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      • Mein Wissensstand ist: wir werden uns alle anstecken; denn dieser Virus ist hochansteckend. Zumindest 60 bis 70 Prozent. Es sei denn, ein Impfstoff wäre früher als in 18 Monaten verfügbar. Und weil es unausweichlich ist, dass wir uns anstecken, dürfen wir uns nicht gleichzeitig anstecken. Und ja, die Risikogruppen haben Grund zur Bersorgnis oder zur Angst. Alle anderen nicht. Wir gehören aufgrund unseres Alters bereits zur Risikogruppe. Dennoch habe ich keine Angst. Liebe Grüße, Bernd

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