Die 43. Woche, 2020

Was die modernen Massen von dem Mob unterscheidet, ist die Selbstlosigkeit und Desinteressiertheit am eigenen Wohlergehen, die sich so auffallend in den modernen totalitären Massenorganisationen manifestiert.

(Hannah Arendt)

Und sollten sie dann doch am eigenen Körper, vielleicht sogar an der verhärteten Seele zu spüren bekommen, was sie sich selbst eingebrockt haben, weil sie sich nicht gewehrt, sondern nur zugeschaut haben: Wie wollen sie das ihren Kindern erklären, die unter alldem leiden? Ich habe doch alles geglaubt, nichts gewusst, nichts damit zu tun…?

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8 Antworten zu Die 43. Woche, 2020

  1. gkazakou schreibt:

    im Grunde ist das,was jetzt geschieht, ja nur die Fortsetzung mit anderen Mitteln, was schon lange läuft, eigentlich seit Beginn der industriellen Revolution, die mit ihrer Ausplünderung der Natur, ihren unbewohnbaren Städten, ihrer Ausbeutung der Arbeitskraft, ihrer Entfremdung des Menschen von sich selbst, mit ihren immer tödlicheren Kriegen den Boden bereitete. Auf dass der Mensch sich am Ende selbst aufgebe. Seine Freiheit, seine Würde als Mensch. Immer, bei jedem Umbruch, jeder Revolution, gibt es zwei mögliche Richtungen, und immer hat sich die mörderische durchgesetzt. Das gilt auch für heute.

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    • rotewelt schreibt:

      Ich habe das noch nicht so betrachtet wie du, liebe Gerda, aber es stimmt wohl, was du sagst, dem Menschen geht es immer nur scheinbar besser, wenn man das so sagen kann. Nur finde ich, dass es diesmal sehr sehr schnell bergab geht und das erschreckt mich sehr.

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  2. Gast schreibt:

    Die Kinder der kommenden Generation werden ein normales leben gar nicht mehr kennenlernen.

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  3. Wolfgang Nießen schreibt:

    Da musste ich doch überlegen, welches Jahr Du wohl meinst. Kommt mir alles sehr bekannt vor. Wenigstens hat mir der Umgang mit diesem Virus die Frage beantwortet, wie bestimmte Ereignisse in der Geschichte überhaupt möglich waren. Aus der Nachschau, mit dem jetzigen Wissen, war mir das zuweilen schlicht unverständlich.
    Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    • rotewelt schreibt:

      Tja, die Bilder gleichen sich doch irgendwie. Mir geht es wie dir und das habe ich hier vor einiger Zeit irgendwo auch schon geschrieben: Nun erst begreife ich erst, wie die Nazis an die Macht kamen und wie sie das Volk mit ihrer Propaganda verführt und auf Linie gebracht haben. Nur hätte ich so etwas in unserer Zeit niemals für möglich gehalten – und vor allem, wie schnell das geht. Lieben Dank für deinen Kommentar, Ute

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      • mikesch1234 schreibt:

        Nur brauchen sie heute keine Lager mehr, weil alle zuhause eingesperrt werden.

        Meine Mutter (sie war damals 6 1/2 und saß unterm Kaffetisch) erzählte mir, wie ihre Mutter im Herbst 1939 eingeschüchtert wurde, als die bei einer Familienfeier erzählte, was ihr ein (offenbar traumatisierter) junger Soldat aus dem Dorf vom deutschen Überfall auf Polen an Schrecklichem und Grausamkeiten berichtet hatte …
        Ein Verwandter, Gauleiter, sagte daraufhin zu meiner Oma: „Sei bloß still, Louise, sonst muss ich dich melden. Und dann kommst Du ins Lager!“

        Sooo macht man das!

        Denunzianten, die „melden“, gibt es ja schon wieder genug 😦

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        • rotewelt schreibt:

          Ja, manche Assoziationen an vergangene Zeiten drängen sich leider auf. Und das Denunziantentum ist in Deutschland wohl immer noch vorhanden, es setzte sich ja auch in der DDR durch, direkt nach den Nazi-Blockwarten kamen die Stasi-Spitzel.

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