Intelligente Gesprächskultur

Nicht erst seit Corona, sondern schon seit mindestens zehn Jahren vermisse ich Gespräche und durchaus auch kontroverse, aber respektvolle Diskussionen zwischen intelligenten gebildeten und nicht stomlinig gebürsteten Menschen. Zufällig stieß ich gerade auf ein Interview von Roger Willemsen mit Karl Lagerfeld aus dem Jahr 2012 anlässlich der lit. Cologne – für mich eine Sternstunde des deutschen Fernsehens (auch wenn es das Interview nur zum Hören und nicht zum Sehen gibt).

Dieser Esprit, dieser Witz, so herrlich „unkorrekt“und erfrischen, ganz ohne geistigen Maulkorb – kaum vorstellbar in diesen Zeiten, fantastisch! Ich habe beide (alte weiße Männer, haha, die verbleibenden klugen erweisen sich angesichts der schlafenden „Studierendengeneration“ und komplett Genderisierten als immer wichtiger) immer geschätzt, aber dieses Interview kannte ich nicht! Im heutigen Deutschland und nicht nur seit Corona können wir von solchen TV-Gesprächen nur noch träumen, der Niedergang des kollektiven Intellekts ist zu weit fortgeschritten. Es sieht so aus, als würde nach Willemsen und Lagerfeld nichts nachkommen. Smartphones, Computerspiele, Netflix und Instagram-Oberflächlichkeit haben jeden Geist und jedes eigenständige Denken erstickt.

Gefunden habe ich das Interview hier, auf einer Seite, die zeigt, dass nicht noch nicht alles verloren ist:

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3 Antworten zu Intelligente Gesprächskultur

  1. romanfidel schreibt:

    Das schnelle Sprechen verdirbt dem Normalzuschauer/Hörer als Propagandakonsument auf jeden Fall den Appetit auf Bildung und Details. Aber sag mal, warum empfiehlst Du eigentlich so oft Journaille? 😉

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  2. rotewelt schreibt:

    Wo „empfehle“ ich denn „Journaille“ und noch dazu oft? Und in welche Kategorie fällst du als Rezipient oder Konsument? Übrigens muss sich niemand zu Gemüte führen, was mir gefällt oder was mir nicht gefällt und daher braucht sich auch niemand den Appetit verderben zu lassen.

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  3. romanfidel schreibt:

    In einigen Beiträgen hast Du Journaille empfohlen. Oft, das ist allein mein Empfinden. Mir gefällt dieser Beitrag, ich mochte Willemsen, ich mochte Lagerfeld, am liebsten aber abseits der Propagandaveranstaltungen. Mein Kommentar ist halt nur unvollständige Abstraktion, den Appetit auf gewitzte Unterhaltungen hast Du mir gewiß nicht verdorben. Und ja, ich habe eine Meinung zu Journaille jeder Couleur 😉

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