Pixartix: Geheimnis

Und vorgestern wieder bei Pixartix zum Thema Geheimnis. Aber, pssst, nicht weitersagen!

http://pixartix.wordpress.com/2014/11/21/geheimnis-18-pssst/

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Unruh

Zeit bringt Rat
Erhoff ich mir
Dummes Geschwätz
Heilt alte Wunden
Vielleicht doch
Die Zeit tut not
Sie gibt den Takt vor
Und vergeht
Bin rastlos
Ratlos nicht allein
Oh Ungeduld
Zu zäh
Zu schnell
Dreht sich das Rädchen
Ich will Zeiger überspringen
Vielleicht
Für den
Der warten kann
Zeigt sich
Im Lauf der Zeit
Die Wahrheit
Oder die Unruh
Bleibt ganz steh’n
Und nimmt dem Rad
Den letzten Schwung
Wie Hoffnungsschimmer
So dass  kein Kuckuck mehr
Lugt aus dem Türchen.

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Geheimnis

Nun mach ich mal wieder mit beim wunderschönen Foto-Projekt Pixartix von Sofasophia und Irgendlink, die auch andere Namen haben, wie ihr sehen werdet, wenn ihr auf den Link klickt. Diesmal geht es um das Bildthema „Geheimnis“, was ja schon allerlei Assoziationen hervorruft.

Mein aktueller Fotobeitrag heißt „Pfützengeheimnis“. Guckst du unter http://pixartix.wordpress.com/…/geheimnis-16-pfutzengeheim…/

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Die 47. Woche, 2014

Feilt nicht zu sehr, das nachträgliche Erhaschenwollen unendlicher Feinheiten beeinträchtigt nur den ersten Entwurf; auf diese Weise laßt ihr die glühende Lava erkalten, und euer schäumendes Blut wird zu Stein.

(Paul Gauguin)

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Stromboli

Manche tanzen
Unbekümmert
Glühend-rot
Auf den Vulkanen
Selbst krebste ich
Zu oft
Da unten
Auf dem
Ascheregen
Jetzt möcht ich lieber
Wieder
Lava sein
Euch glühen lassen
Und verbrennen.

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Die 46. Woche, 2014

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)

Klar nennt man Ideen, die dasselbe Maß an Verwirrung haben wie unser eigener Geist. (Marcel Proust)

Wenn die Konfusion vornehm tut, dann nennt sie sich Synthese.
(Ulrich Erckenbrecht)

Sich im Kreise zu drehen, sollte als Chance genutzt werden, Dinge von Anfang an neu zu ordnen.
(Damaris Wieser)

Mich wundert’s wie Hohn, daß uns die Götter keinen Platz gegeben, von wo man ruhig, ohne Konfusion, betrachten könnte Sterne, Menschen, Leben…
(Lord George Gordon Noel Byron)

Kniehang
Ich wollte, ich wär’ eine Fledermaus,
Eine ganz verluschte, verlauste,
Dann hing ich mich früh in ein Warenhaus
Und flederte nachts und mauste,
Daß es Herrn Silberstein grauste.
Denn Meterflaus, Fliedermus, Fledermaus -
(Es geht nicht mehr; mein Verstand läuft aus).
(Joachim Ringelnatz)

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Die 45. Woche, 2014

Novemberherbstmüdigkeit

November: Kein Schatten, keine Sonne, keine Schmetterlinge, keine Bienen, kein Obst, keine Blumen, keine Blätter, keine Knospen. (Thomas Hood)

Der Herbst ist die Jahreszeit, in der die Natur die Seite umblättert. (Pavel Kosorin)

Was ist schon der eiserne Wille gegen bleierne Müdigkeit. (Klaus Klages)

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Die 44. (Kehr)Woche, 2014

Passend zum Herbst und fallenden Blättern: Zitate zum Thema “Enttäuschung”

Der Glaube an das Gute im Menschen ist der Ursprung vieler Enttäuschungen.
(Gerhard Uhlenbruck)

Die Enttäuschung ist die Tochter der Illusion.
(Dominik Buchwald)

Eine Ent-täuschung ist nichts anderes als die Aufhebung einer Täuschung.
(Marc Buchmüller)

Ent-Täuschung
= frei von Täuschung
= frei von selbstgebauten Erwartungen
= frei von selbsterdachten Bildern
= frei von Illusionen
= frei von Projektionen
(Anita Ludwig)

Enttäuschung
Wer hat eigentlich wen enttäuscht?
Das Trugbild den Unwissenden?
Der Träumer seine Illusionen?
Oder eine Realität die andere?
(Thomas Wehner)

Manchmal erfährt man Enttäuschungen nicht weil man alles richtig gemacht, sondern weil der andere alles falsch gemacht hat.
(Florian Rüde)

Die Grenze zwischen Lüge und Wahrheit ist mit Enttäuschungen überbevölkert.
(Ernst Ferstl)

Enttäuschung, tödliche Wunde oder Heilschmerz?
(Manfred Hinrich)

Enttäuschungen bedeuten inneres Wachstum, sagen Stoiker in gelassener Ruhe – dass sie aber die Herzen hart machen, verschweigen sie geflissentlich.
(Wilhelm Vogel)

Enttäuschung: Schnee auf der Seele.
(Gerd W. Heyse)

Enttäuschungen sollte man verbrennen und nicht einbalsamieren. (Mark Twain)

Die Enttäuschung gibt dem Menschen die Kraft zu Dingen, die er niemals tun wollte. (Gerrit Donat)

Zu sehn, wie etwas stirbt tut weh
auch wenn es zu erwarten war
auch Blätter, die ich fallen seh
tun weh – jedes Jahr …
(Jörn Pfennig)

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Folter

Kann nicht mehr denken
Mich nicht konzentrieren
Weil durch mein Hirn
Tausend Spechte spazier‘n
Mein Kopf dröhnt und
Der Bauch vibriert mit
Alles shaked
Auf dem Höllenritt
Ich bin eine Unwucht
Mein Zustand ein Jammer
Nebenan wüten Rüttler
Und Presslufthammer.

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Ferienhausfreuden: Sei kein Frosch!

Ein quietschgrüner Frosch, gleich am ersten Morgen im Schlafzimmer des Ferienhauses aufgefunden, kann mich nicht schrecken. In Südfrankreich, selbst an der Küste, verirren sich schon manche Viecher und lassen sich in menschlichen Behausungen nieder. Wir scheuchten das putzige Tier auf den Balkon, wo es alsbald, nach zwei, drei riesengroßen Sprüngen mit langen Kunstpausen dazwischen, in einem Wasserabflussloch verschwand.

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Schön, dann die ersten Momente auf der Terrasse unter südlicher Sonne oder besser im Schatten zu genießen! In der Ferne winkt und glitzert das Meer, so dass sofort Urlaubsstimmung aufkommt. Da verstummt man schon mal und glotzt nur blöd vor sich hin.

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Ganze Schmetterlingsrudel taumeln und tanzen in einem blühenden Busch umher, Bienen summen munter auch noch Mitte Oktober, vereinzelte Hummeln brummen dazwischen. Riesige glänzende schwarze Käfer, die sich am liebsten in meinem Haar niederlassen, nähern sich dröhnend und fliegen mich ständig an, immer nur mich, wie falsch programmierte Drohnen, so dass ich öfter mal unfreiwillig hysterisch kreischen muss und mit einem herausgestoßenen „MACH DAS WEG!!!“ den Reisebegleiter bemühe. Eine braune Zikade, die sich ebenfalls aus der Luft anpirscht, landet ebenfalls auf mir, so dass ich hektisch aufspringe, die Tasse Roibushtee auf dem Tischchen umstoße und den hellblauweiß gestreiften Bezug der Liegestuhlauflage versaue. Natur ist doch was Schönes. Und immer wieder diese herrliche Stille, die durch die Insekten nicht gestört, sondern erst bewusst wird.

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Aber wir sind ja nicht allein auf der Welt. Im Ferienhaus nebenan, so vernehmen wir deutlich, wohnen auch Deutsche, wer hätte das gedacht, nicht alle sind auf Mallorca oder an der Costa del Sol. Die Dame des Hauses beliebt, auf der Terrasse zu telefonieren, sie telefoniert oft und laut. Obwohl die Häuser ein ordentlicher Abstand trennt und eine sehr große dichte Hecke, muss man mithören, was sie so bewegt und mitteilt.

Aha, offenbar spricht sie gerade mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber, anscheinend Chefarzt in der Klinik, in der sie – nun im „Ruhe“stand – früher tätig war. Nach langem Reden und dem Aufrufen vieler Erinnerungen endet sie mit den Worten: „Es war eine sehr schöne Zeit, ein sehr schöner Lebensabschnitt, es war mir immer eine große Freude, mit und unter Ihnen zu arbeiten!“ HIHI! Ihr neben ihr sitzender Gatte, der mehr Diskretion an den Tag legt und leiser ist, weiß das sicher bis heute nicht. Mein Reisebegleiter und ich gucken uns an und fangen an zu prusten, ich muss einen Moment die Terrasse verlassen.

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Die Adressaten der anderen Telefonate bleiben im Unklaren. Die Madame drückt sich ansonsten sehr gewählt aus und spricht wie gedruckt, da wirkt nichts natürlich, aber alles (ge)wichtig. Einem anderen Ende der Leitung schwatzt sie furchtbar lange monologisierend die Ohren voll und verabschiedet sich mit einer Drohung: „Ich werde Sie auf jeden Fall besuchen, wenn ich in der Nähe bin, das verspreche ich Ihnen.“ Diese Dame zu Besuch zu haben, ist unvorstellbar und gliche einer Strafe, wie wir finden, schon wieder Pruster erstickend. Wieder jemand anderem berichtet sie: „Wir sitzen hier  gerade in unserem Eigentum! Wir sind seit zwei Wochen (Anfang Oktober) hier und bleiben bis Dezember!“ Ach so.

Den Herrschaften gehört das Haus also, zumindest das Erdgeschoss, oben wohnen belgische Urlauber, ein Paar, das sich zu benehmen weiß und nicht die Umwelt mit verbaler Verschmutzung belastet. Aber nun wissen wir auch endlich, wem dieses etwas aus dem Rahmen fallende Terrassengrundstück gehört und wundern uns nicht mehr, denn…

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während die holländischen Eigentümer unseres Ferienhäuschens es zu unserer Freude eher natürlich lieben (wie auch die französischen Hausbesitzer ringsum), wilden Wein ranken lassen, zahlreiche Büsche gepflanzt haben…

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… und Wildpflanzen wie der blauen Trichterwinde erlauben, über das Mäuerchen zu lugen und es zu umschlingen und auf’s Grundstück einzudringen und sich mit den „Edelpflanzen“ zu vermischen,

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herrscht nebenan eine kahle Ordnung, die ich in der gesamten wunderschönen Anlage noch nicht gesehen habe.

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Die geflieste Terrasse ist klinisch rein, obwohl es sich doch hier nicht um einen OP handelt, aber man könnte sie leicht mit einem Wisch desinfizieren. Allein ein paar stachelige Kakteen, die ja weder Laub fallenlassen können noch sich schnell ausbreiten, sorgfältig zu einem Kreis angeordnet, schmücken den Ort, der eher wie ein Hubschrauberlandeplatz aussieht. Neben der Terrasse heller Kies, fein geharkt. Keine Pflanze. Das Grundstücksmäuerchen, hinter dem die Pampa beginnt, besser die wunderschöne Landschaft des Cap Lardier, wird von jedem Grün freigehalten. Die einzige „Dekoration“ sind Lampen, die die aseptische Mauer samt Kies des Abends erhellen. Der Herr war darüber hinaus oft mit der Schere unterwegs, zum auch noch den Rest zu begradigen, während bei “uns” alles munter-lauschig wuchern durfte.

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Aus einem unerfindlichen Grund wurde es nebenan am zweiten Tag leiser, Madame telefonierte mit gemäßigter Lautstärke und auch nicht mehr stundenlang, so dass wir unsere Ruhe hatten

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Dafür kamen täglich Telefonanrufe und so bemerkten wir, dass ein Festnetzanschluss im Haus war, das Telefon stand irgendwie unauffällig hinter Kaffeemaschine und Wasserkocher. Wie immer nach starken Regengüssen oder Sturm erreichten uns Anrufe stark besorgter und sehr hilfsbereiter Firmen, die nach dem Hausdach und dessen Dichte schauen wollten. Auch Vertreter von Banken und Versicherungen riefen an. Sie lassen sich jedoch sofort abwimmeln, wenn sie erfahren, dass nicht der Eigentümer am Apparat ist. Soviel Telefonwerbung bekomme ich in Deutschland in einem Jahr!

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Ein Anruf war besonders skurril, ich weiß gar nicht mehr, was für ein Anliegen dieser Monsieur hatte, ursprünglich. Jedenfalls wollte er gar nicht auflegen und verlängerte das Gespräch, meine Stimme oder irgendwas hatte es ihm offensichtlich angetan. Es war ihm auch egal, dass ich nur als Touristin dort war und mir das Haus nicht gehört. Schließlich fragte er “Vous êtes mariée?” (ob ich verheiratet sei). Oups! Ich fragte, warum er dies frage, woraufhin er erwiderte, na ja, er sei vielleicht gerade auf der Suche… Hallo, quel dragueur, na diese Franzosen, tststs. Selbst als ich sagte, verheiratet zu sein, ließ er nicht locker, wollte wissen, wo genau ich bin, wie lange ich bleibe und warf seinen ganzen Esprit in die Waagschale. Er hat mich wirklich zum Lachen gebracht, er war zu witzig und charmant und überhaupt nicht anrüchig. Die nächsten Tage klingelte das Telefon noch öfter, immer war gerade mein Reisebegleiter in der Nähe und nahm ab – doch es meldete sich niemand… Überhaupt gucken und flirten die Franzosen ja sehr viel häufiger und besser als die Deutschen, schenken einer Frau ein Lächeln oder auch mal ein Wort, so dass alles viel beschwingter und leichter ist als hier. Jedenfalls wird frau dort wahrgenommen, ähnlich wie in Italien. Hier kriegen selbst die allerschönsten Frauen oft keinen Blick ab, wie ich hörte. Diese Kröte muss frau schlucken, wenn sie in Deutschland lebt.

A propos Kröte (was für eine plumpe Überleitung, pardon, doch mir will keine andere einfallen!): Wir hatten da noch ein Erlebnis der besonderen Art… Während wir im Restaurant saßen, machten sich plötzlich auf der unteren Terrasse mehrere Angestellte des Hauses auf dem Boden zu schaffen. Bei näherem Hinsehen sahen wir, dass eine Kröte zwischen einem Baumstamm und den Holzbohlen der Terrasse eingeklemmt war. Der Hintern und die Hinterbeine lugten als Einziges hervor und boten einen grauenerregenden Anblick. Was für ein fettes hässliches Tier!

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Eine junge Frau, die ganz in der Nähe am Tisch saß, aber zum Glück mit dem Herumstochern in ihrem Salat schon fertig war, rief dauernd aus „C’est dégueulasse, comme c’est dégueullasse!“ Ich war hinundhergerissen zwischen Mitleid, Sorge um das Tier und Ekel, auch bei der Vorstellung, das Tier würde hier verwesen. Jedenfalls verging uns der Appetit und ich konnte meinen Teller nicht leeressen. Die Kellner versuchten, das Tier aus der Enge nach oben zu ziehen, doch das klappte nicht. Man wusste auch nicht, ob die Kröte noch lebte. Einer goss Wasser über sie, da begannen die Beinchen sich zu regen. Bisweilen zu fünft begannen die Männer eine Rettungsaktion. Ein elektrischer Schraubenzieher wurde besorgt, um das entscheidende Holzbrett zu lösen, doch dummerweise waren längst ein paar Schrauben kaputt und nicht mehr lösbar.

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Sogar ein Fleischermesser aus der Restaurantküche kam zum Einsatz. Als Hebel für das Brett. Nachdem mindestens eine halbe Stunde vergangen war, verschwanden die Helfer. Schließlich waren noch ein schwedisches älteres Paar und wir auf der Terrasse. Dann stand die Frau auf, von den zuversichtlichen Worten ihres Mannes begleitet „Sie ist Ärztin! Sie nimmt die Sache jetzt in die Hand.“ Sie schnappte sich das Geschirrtuch, das die männlichen Helfer schon benutzt hatten (sicher nicht nur wegen des Giftes, das die Hautdrüsen der Kröten absondern, sondern auch aus Abscheu, sie mit bloßen Händen zu berühren). Sie verfolgte eine andere Taktik: das Tier nicht zu ziehen, sondern es vorsichtig nach unten zu drücken. Das ging aber auch nicht. Also standen wir restlichen Drei auf und machten uns mit dem noch umherliegenden Werkzeug zu schaffen, versuchten mit Reservierungsschildchen von den Tischen und anderem Gerät das Brett zu lockern und zu heben und nach einiger Anstrengung gab es etwas mehr Luft zwischen Baum und Brett und die Kröte verschwand im Untergrund. Der Boden war hohl, doch es gab einen Ausgang, so dass das Tier dort nicht verenden musste. Operation gelungen. Und ganz ohne Betäubung. Erleichtert und lachend verabschiedeten wir uns und die Ärztin bedankte sich per Handschlag bei uns Assistenten für die gemeinsame länderübergreifende Rettungsaktion und die gute Teamarbeit. Als wir gingen, kam einer der Kellner zurück, der extra nach Hause gefahren war, um bessseres Werkzeug zu holen, aber froh war zu sehen, dass die Sache erledigt war. Als ich ihn eine Woche später nochmal auf das Abenteuer ansprach, meinte er mit leicht verzogenem Gesicht, ich solle dieses Thema bloß nicht mehr ansprechen..

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Bon appétit!

Seit diesem Erlebnis mochte ich das Geunke der Kröte in der Nähe unserer Terrasse nicht mehr so gern hören wie vorher. Komisch eigentlich. Am vorletzten Tag sah ich sie dann, unter der dichten Hecke zum anderen Nachbargrundstück. Sie war mindestens so groß und fett wie die Restaurantkröte, wie eine mittelgroße Schildkröte! Mich schauderte, noch sie hatte ich solch monströse Exemplare gesehen. Meinen Reisebegleiter schauderte noch mehr, er hatte sogar Angst, das Monster könnte direkt ins Wohnzimmer kriechen. Männer, hihi!

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In der Nacht sahen wir die Hauskröte plötzlich im Mondlicht knapp neben unseren Stühlen vorbeischleichen (na, angeblich schreiten Kröten ja…), sie war quer über die Terrasse auf dem Weg ins Gebüsch und verschwand dort, von wo aus immer ihre Rufe ertönt waren.

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Doch wir sollten sie nicht mehr hören, die Abreise stand bevor und passend zum Abschied fielen auch an der Côte d’Azur die Blätter.

 

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