Acht, 2014

August4

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Das Leben ist schön / La vie est belle

Ach, ist das Leben schön
Man muss es nur seh‘n
Den blauen Himmel
Die summenden Bienen
Das Spielzeuggewehr
In der Blutpfütze
Den Hund mit dem Schlappohr
Die süßen Kirschen
Die harmonische Familie
Ohne Dach überm Kopf
Den Eisbecher
Die nackten Beine der Sommerfrauen
Den Stoffteddy
In der Hand des Soldaten
An der Absturzstelle
Die Rosinen im Kuchen
Des Lebens
Ist es nicht schön?
Man muss es nur sehn.

***

Comme elle est belle, la vie
ll faut juste le voir
Le ciel bleu
Le bourdonnement des abeilles
Le jouet pistolet
Dans la flaque de sang
Le chien à l’oreille flasque
Les cérises sucrées
La famille harmonieuse
Sans toit au-dessus de la tête
La coupe glacée
Les jambes nues des femmes d’été
L’ours en peluche
Dans la main du soldat
Où l’avion a chuté
Toutes les meilleures parts
De la vie
N’est-elle pas belle?
Il faut juste le voir.

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Schweigen

Alle große politische Aktion besteht im Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist. (Ferdinand Lassalle)

Eine vielsagende Arbeitsteilung: Die einen haben das Sagen – die anderen das Schweigen. (Ernst Ferstl)

Es kann der Augenblick kommen, an dem die Verantwortung für die Zukunft es unmöglich macht, weiterhin zu schweigen. (Wilhelm Weischedel)

Im Leben lernt der Mensch zuerst das Gehen und Sprechen. Später lernt er dann stillzusitzen und den Mund zu halten. (Marcel Pagnol)

Schweigen bedeutet für einen großen Teil der Menschheit Gewinn. (Aischylos)

Schweigen ist Beweisführung mit anderen Mitteln. (Che Guevara)

Mit Schweigen ist im Unglück nichts getan. (Euripides)

Schweigen ist der sicherste Weg für den, der sich selbst nicht traut. (François VI. Duc de La Rochefoucauld)

Schweigen kann so laut sein, dass es nicht zu überhören ist. (eine Erkenntnis von Johann Wolfgang von Goethe)

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Gaza – fast ohne Worte

Wenn selbst ein UN-Sprecher, der schon viel Leid gesehen hat, in Tränen ausbricht… Ich heule mit!

http://www.n-tv.de/politik/UNRWA-Sprecher-bricht-in-Traenen-aus-article13341336.html

 

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Die 31. Woche, 2014

Das Wetter in Deutschland ist ein reines Arbeitsklima….

(Elmar Kupke, Aphoristiker und Stadtphilosoph)

http://www.youtube.com/watch?v=-UbHYttXZCQ

 

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Mit und ohne Brunnen – provenzalische Impressionen

Montre-moi
Ton tronc pâli
Et moi
Je t’offrirai
Ma fontaine érodée
Dans ce monde
Apart
Se glissent
Les arbres et puits
De cette région
Hors du temps
Mais pas encore
Morte.

………………….

Veilleron

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In Veilleron wollte ich aus Neugier nur einmal durch das Zentrum fahren, da ich ja auf dem Weg nach Pernes les Fontaines war, hielt dann bei der zweiten Runde doch an, durchschritt wiederum fast leere Gassen…

und traf zunächst kein Schwein, fand dafür sommerlich blühende Blumen, ausgehöhlte Platanen und südliches Lichtschattenspiele, sah durch ein Tor in einen lauschigen Garten,

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aus dem sogleich maunzend eine dicke schwarze Katze hervorschoss, setzte mich auf eine Mauer, woraufhin mir die Katze fast in die Jacke kroch, sich wie ein Schal um meinen Nacken legte und mich mit ihrem lauten Schnurren umhüllte, bis gegenüber eine Haustür aufging und das gutbürgerlich gekleidete Frauchen/Inhaberin des Gartens, das Tier zu sich rief, weil es „quand-même“ etwas zu sehr übertreibe mit seiner Anhänglichkeit, die mich jedoch keineswegs störte, was ich auch sagte, ich bin das gewohnt von allen Urlaubskatzen, die mir überall begegnen, umso mehr, wenn ich allein unterwegs bin, doch war die bourgeoise Dame anscheinend eifersüchtig und misstrauisch ob dieser ungewohnten Zuneigung und holte die Katze herein.

Pernes les Fontaines

Endlich in Pernes les Fontaines angekommen, suchte ich vergeblich Fontänen und stellte schließlich fest, dass es keine gab… Der Ortsname ist eine mutwillige Täuschung –, ich fand dafür aber sofort einen Parkplatz…

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und stellte fest, dass Alt und Neu eine, na ja, seltsame Symbiose eingehen.

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Dann fand ich immerhin doch einige schöne alt, wenn auch recht unspektakuläre Brunnen,

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alte Läden mit Springbrunnenhinweisen,

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leere Restaurants und im Gespräch verstummende Bauarbeiter – wie überall,

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einen interessanten Eingang

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und andere Einblicke.

Carpentras

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In Carpentras zeigte mir ein freundlicher Franzose vom riesigen Parkplatz aus den besten Weg bergauf in die Altstadt, folgte mir mit einem Kollegen und rief mir, als er abzweigen musste, noch zu, wo’s lang geht,

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fotografierte ich die bizarrsten Platanen,

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bekam mal wieder den Kirchturm nicht aufs Bild,

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aber Fukushima aufgefrischt,

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lichtete ein paar weitere Wandmalereien ab und wurde wieder Erwarten nicht gepackt von diesem Ort mit dem so schön provenzalisch klingenden Namen, was sicher am Wetter lag.

Cavaillon

In Cavaillon hatte ich erst gar keine Lust anzuhalten, vielleicht weil alles so grau war an diesem Tag, umkreiste nur das Stadtzentrum und fuhr weiter, während ich an die berühmten Melonen dachte, zu denen so gut luftgetrockneter Schinken passt oder die man alternativ vorzüglich mit Porto füllen kann, was mich nun wiederum an Korsika und ein lustiges Essen zu Viert in einem Restaurant in Porto Vecchio denken lässt, eine große Zikade als blinder Passagier im Auto auf dem Weg dorthin, die den Fahrer fast aus der Spur, zumindest aus der Fassung brachte, doch ich will nicht noch weiter abschweifen…

Lacoste mit der Burgruine und Marquis de Sade, Roussillon mit den Ockersteinbrüchen, Gordes mit dem Vasarely-Musum, den Bories und die in der Nähe liegende berühmte Abbaye de Sénanque vor (noch nicht blühenden) Lavendelfeldern, Venasque sowie das hübsche Lourmarin mit den vielen Restaurants und das beschaulich winzige Ansouis mit Weitblick ließ ich diesmal aus, ich hatte ja nur vier Tage, davon noch die Arbeit abgezogen. Und Oppède versäumte ich schon wieder, obwohl es quasi auf dem Weg nach Ménerbes lag, keine Ahnung warum, ich hebe es auf fürs nächste Mal, wenn ich den zurückgelegten Wein bei meinen Vermietern abhole.

À bout de souffle, außer Atem…! Aber wer meint, ich würde jetzt wenigstens noch ein paar Worte über Godard sagen, irrt.

Über die Alpilles und Maussane werde ich wohl noch extra etwas erzählen.

Ich würde gern sofort wieder dorthin fahren, in diese Region, irgendwo bei Avignon. Die Vermieterin meiner Ferienwohnung hätte bestimmt wieder Kuchen und Marmelade (diesmal eine andere Sorte) für mich vorbereitet.

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Wenn “Argumente” versiegen…

…, man mit Appellen an den Menschenverstand nichts mehr ausrichten kann, Feigheit und Stillhalten dominieren und Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Empathie sowieso keine Rolle mehr spielen, einem deshalb die Worte ausgehen, wie mir gerade, erschöpft und atemlos, wie ich bin, dann hilft vielleicht dieser zeitlose Song und die Gewissheit, doch nicht ganz alleine zu sein, sondern ein paar  mitstreitendfühlende Mitmenschen zu haben, denen nicht alles egal ist und die sich nicht indoktrinieren und instrumentalisieren lassen von einer Seite.

Make love, not war. So aktuell wie nie.

Danke an den viel zu früh gestorbenen grandiosen Michael Jackson.

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Verkehrte Welt

Krieg inklusive Flugzeugabschuss in der Ukraine (ja, das passiert in Europa, ganz nah!); der Gaza-Krieg – etwas weiter weg, aber nicht so weit; überdimensionierte, pardon, Scheißhaufen (nur der Provokation halber, doch man verdient damit gut) und gefilmtes farbiges Erbrechen auf Leinwand als Kunstwerke; die wissenschaftliche Erkenntnis, dass das Einatmen von Furzgerüchen gesund für unsere Mitmenschen ist; die Gender-Diskussion zur Abschaffung von Mann und Frau, schließlich die „feministischen“ Verhunzungsforderungen der Sprache – ist das die Welt von heute? Man (pardon, ist ja ein Unwort, nicht ethisch korrekt, sondern diskriminierend) bzw. frau könnte schlicht verrückt werden – oder einfach eine Fürzin darauf lassen. Entschuldigung, aber die letzten Wochen habe ich zu viele bizarre und entmutigende Nachrichten in den Medien gelesen. Verehrte Gender-„Damen“, hihi, das Wort mögt ihr ja auch nicht, merkt ihr eigentlich, das es DIE Welt und DIE Erde, DIE Sonne, DIE Sekunde, Minute, Stunde, Woche heißt? Doch sicher findet ihr die längeren ZeiträumInnen wie Monat und Jahr, den Mond und die Größe des (männlichen) Universums dann doch entscheidender und deshalb nicht gleichberechtigt. Ach, andere haben andere Probleme (siehe oben), zum Beispiel kein Trinkwasser und nix zu essen, kein Dach überm Kopf oder gar Tote zu begraben.

Ach ja, noch vergessen (unter anderem!): die unsäglichen moralinsauren und dogmatischen Sektiererstreits übers Essen. Wer vegetarisch und vegan (bloß keine Honigbienen mehr ausbeuten und auch keine Schafe scheren, lieber Plastik produzieren, die Pharmaindustrie bei der Nahrungsergänzungsmittelherstellung stärken und die noch lebenden “Nutztiere” einfach aussterben oder sogar keulen lassen, ist ja so umwelt-, tier- und menschenfreundlich!) oder blähende Rohkost für nicht konsequent genug hält, sondern auch den Pflanzen nicht wehtun will, der versucht es mit Lichtnahrung. Nur leider hält die nicht lange vor… Daran kann man nämlich sterben. Und das ziemlich bald. Besser als fragwürdige einseitige Missionierungstendenzen zu verfolgen, erscheint es mir, die Menschen wieder für die Achtung ihrer Mitmenschen, der Tier- und Pflanzenwelt zu sensibilieren, auf “humane” Tierhaltung zu achten ebenso wie auf das Ökosystem und die Bewahrung der noch vorhandenen Natur – weniger ist mehr.

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Die 30. Woche, 2014

In der Mitte des Sommers: Das Leben und so

Alle Lebewesen außer den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen. (Samuel Butler)

Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt – die meisten Menschen existieren nur. (Oscar Wilde)

Im Leben lernt der Mensch zuerst gehen und sprechen. Später lernt er dann, still zu sitzen und den Mund zu halten. (Marcel Pagnol)

Es ist besser, zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen, dass man nicht genossen hat. (Jean-Jacques Rousseau)

Was für ein herrliches Leben hatte ich! Ich wünschte nur, ich hätte es früher bemerkt. (Colette)

Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden. (Marlon Brando)

Zu leben, ohne zu lieben, ist kein richtiges Leben. Nimm dem Leben die Liebe, und du nimmst ihm sein Vergnügen. (Simone de Beauvoir)

Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren? (Vincent van Gogh)

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. (Erasmus von Rotterdam)

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben. (George Bernard Shaw)

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NSU-Prozess

Die „mutmaßliche“ Neonazifrau Beate Zschäpe entzieht ihren drei Verteidigern mit Namen Heer, Stahl und Sturm (honi soit qui mal y pense, was für ein skurriler Zufall!) – das Vertrauen.

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Sie hatten sie dazu bewogen, sich nicht zu äußern und so schwieg sie bislang beharrlich während des schon lange währenden Prozesses. Sie sagte kein einziges Wort. Aber womöglich kommt sie selbst mit dieser Auflage nicht zurecht. Bis 14 Uhr heute sollte sie sich äußern darüber, warum sie ihre Verteidiger – eine Frau, zwei Männer – nicht mehr will, doch sie tat es nicht und hat nun bis morgen Nacht Zeit.

Wenn ich die Verteidiger so sehe und höre…, darunter ein noch pickeliges Jüngelchen, pardon… Na ja, wenn ich Anwalt wäre, würde ich sorgfältig bei der Auswahl meiner Mandanten vorgehen und nur die verteidigen, von deren Unschuld ich überzeugt wäre oder denen offensichtlich oder wahrscheinlich Unrecht geschehen ist. Also hätte ich im Grunde keine Arbeit und müsste unter der Brücke schlafen und würde womöglich selbst straffällig werden – deshalb lieber keine „Verteidigerin“ sein und auch keine Staatsanwältin: Das Richteramt, wenngleich überaus schwierig, erschiene mir dann doch als die beste der Möglichkeiten.

Aber: Was sind das überhaupt für Verteidiger, die durch das Gebot an die “Klientin”, zu schweigen, bewusst die Aufklärung der Neonazimorde verhindern? Und warum ist das überhaupt gestattet? Bäh!

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(Stahl, Heer, Sturm)

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