Die 43. Woche, 2014

Das Meer beruhigt, weil es sich bewegt.

(Jürgen K. Hultenreich)

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C’est
Avec un battement d’aile
Qu’il fait écho
À ce battement de cil
De l’ange
Aux ailes blanches
À la brise poétique
D’un message
Venu de loin
Les papillons de nuit
Laissent une fine poussière
Bruyante
C’est l’heure où tout renait
Et tout se meurt.

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Balance

Hingerissen
Versackt
Unterspült, überspült
Fast weg
Fern jedenfalls
Je cherche ma balance
Où est le fond?
Mes pieds
Ne le touchent
À peine
Que je trouve terrain
Le charme s’évanouit
Et avec lui toute la magie.

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Die 40. Woche, 2014

Diesmal Zitate zur Feigheit, die oft mit der Lüge oder dem Verschweigen einhergeht und bei der man sich fragt, ob sie aus Charakterschwäche, Egoismus, fehlender Empathie oder der mitfühlenden “Schonung” entspringt, ob sie zu den großen Lastern oder (Tod)sünden zählt, wobei ich das Religiöse dann doch lieber rauslassen möchte… Wie auch immer, ich glaube, jeder von uns war schon einmal feige…

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Der Feige droht nur, wo er sicher ist. (Johann Wolfgang von Goethe)

Nicht jene, die streiten, sind zu fürchten, sondern jene, die ausweichen. (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)

Jeder Jäger wird mal ein Hase. (Wilhelm Busch)

Feigheit, die Mutter aller Grausamkeit. (Michel de Montaigne)

Wo es an Löwenfell mangelt, muß man sich den Fuchspelz überziehen. (Gajus Julius Phaedrus)

Auch wenn man den Kopf in den Sand steckt, bleibt der Hintern zu sehn. (Aus Japan)

Die Feigheit tarnt sich am liebsten als Vorsicht und Rücksicht. (Unbekannt )

Feigheit ist der verächtlichste Charakterzug des Menschen, zumal sie sich nur allzugern mit Lüge und Verleumdung paart. (Max Haushofer)

Die verdächtigste Feigheit ist jene vor dem Freunde. (Martin Gerhard Reisenberg)

Zu reden, ohne zu wissen, ist unklug. Zu wissen und zu schweigen, ist feige. (Han Fei-Tse, auch Han Fei Zi)

Dem toten Löwen versetzt der Esel einen Tritt. (Deutsches Sprichwort)

Den Feigling erwischt sein Geschick im Versteck. (Sprichwort)

Der Feige sieht zwar alles ein, bestreitet es aber vehement. (Julian Scharnau)

Da werfen sie, ohne sich zu schämen, Die Flinte gleich ins Korn hinein: Wo die Leute nur den Mut hernehmen So ungeheuer feige zu sein! (Paul von Heyse)

Es ist unklug, Feiglinge mit Schande zu strafen; denn achteten sie deren, so wären sie keine Feiglinge. Hier muß Tod die Strafe sein, weil sie ihn am meisten fürchten. (Jonathan Swift)

Es gibt so viel Mittel, den Gelegenheiten auszuweichen, bei denen man seine eigene Person wagen müßte, daß man die Welt tausendmal betrogen haben kann, bevor man sich in ein Wagestück eingelassen hat, und selbst dann, wenn man darin verflochten ist, weiß man für diesen Fall sein Spiel mit guter Miene und unerschrockenen Worten zu verdecken, obgleich einem das Herz im Innern zittert. (Michel de Montaigne)

Leider gibt es Verhältnisse, wo der persönliche Mut zur Feigheit werden kann, wenn er selbstsüchtigen Wünschen Vorschub leistet, ohne die Gefahren in Erwägung zu ziehen, die er anderen bereitet. (Karl von Holtei)

Hol die Pest alle feigen Memmen und das Wetter obendrein. (William Shakespeare)

Der Feigling wird durch seine Ängste erpressbar. (Esther Klepgen)

War ich feige aus Müdigkeit? Oder war Feigheit der Grund meiner Müdigkeit? Wie auch immer: ich log. (Kurt Marti)

Wer feig ist, der ist auch grausam stets. (Johannes von Müller)

Frechheit ist fast immer die Maske der Feigheit. Der Mutige ist ruhig. (Otto von Leixner)

Es gibt nur eine Sünde: Feigheit. (Friedrich Wilhelm Nietzsche)

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Les choses de la vie / Die Dinge des Lebens

Gestern mal wieder im TV gesehen: Les choses de la vie/Die Dinge des Lebens, einer meiner Lieblingsfilme, schrecklich schön, Musik inbegriffen, mit der grandiosen Romy Schneider und dem ebenso grandiosen Michel Piccoli (à ne pas oublier Lea Massari).

https://www.youtube.com/watch?v=2zFpmBhpLaw

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Bärig

Ber
Chlorhuhn
Schweigen
HO-Lügen
Deutsche Bahn
Ausländermaut
Gaza-Vergessen
Peter-Prinzip
Hart-Mut Meh-Dorn
Verlogenheit
Wo-wer-eit(elt)
La valse de Valls
In obskuren Clubs
C’est pareil
Alles verschwindet
In schwarzen Löchern
Mutti Merkel
Will Sarko-Funès wiederhaben
Nicht den Pudding
Bundes-Ebola-(Ab)Wehr
Pharma-Versäumnisse weil unrentabel
Bis jetzt
Laufende Bänder ohne Gepäckstücke
Feigheit vor dem Herrn
Von-der-Leyen-Leiereien
La vie est belle.

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Die 39. Woche, 2014

Heute Zitate zum Schweigen… Manchmal muss man schweigen, es ist sogar gut, wenn man mal schweigen kann, den Mund halten. Vermutlich können die meisten Frauen weniger gut schweigen als Männer. Doch ist Schweigen nicht immer Gold oder tugendhaft oder friedlich, grabesstilles Schweigen kann auch fried(un)höflich oder sogar tödlich sein.

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Mit Schweigen ist im Unglück nichts getan. (Euripides)

Viele schweigen über den Takt hinaus. (Harald Schmid)

Die Unaufrichtigen kennen die Menschen am wenigsten; sie sind zu sehr darauf bedacht, sich zu verstecken. (Claude-Adrien Helvetius)

Schweigen ist die unerträglichste Erwiderung. (Gilbert Keith Chesterton)

Das Schweigen ist eine furchtbare Waffe. (Marcel Proust)

Schweigen ist das wirkungsvollste und infamste aller Gifte. (Werner Friebel)

Das Schweigen schlägt tiefere Wunden als Worte es vermögen. (Anke Maggauer-Kirsche)

Es gibt Situationen, in denen Schweigen einem Verbrechen gleichkommt. (Birgit Ramlow)

Die Steigerung von Schweigen ist Verschweigen. (Siegfried Wache)

Man kann sich auch um Kopf und Kragen schweigen. (Peter E. Schumacher)

Mit Schweigen verrät man sich nicht. (Alter Spruch)

Mancher redet sich mit Schweigen raus. A. Michael Bussek

Wo Hähne krähen, da schweigen die Nachtigallen. (Aus Griechenland)

Die gründlichste Selbstdenunziation besteht zumeist in einem hartnäckigen Schweigen. (Martin Gerhard Reisenberg)

Eine Frau mit Schweigen bestrafen, heißt, sie sprachlos machen. (Manfred Poisel)

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Der Hirsch lebt auf dem Berg, aber sein Schicksal hängt in der Küche. So hängt auch mein Schicksal irgendwo. (Lü Bu We)

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Von hier und doch nicht…

Immer, wenn ich in Frankreich, Italien, Spanien oder Portugal bin, fragen mich die Leute nach dem Weg, auch wenn ich gerade angekommen bin und mich selbst noch sortieren und orientieren muss, kaum aus dem Flugzeug, der Bahn oder dem Auto gestiegen.

Sie erkundigen sich nach der nächsten Métro, wenn die Linie gerade streikt (zum Beispiel in Paris) oder wegen Gasaustritts gesperrt ist (Marseille), dem Weg zum Kino (Italien), zu einer Behörde (Paris, Barcelona), zu einem Arzt (Barcelona), einer bestimmten Straße oder Hausnummer (überall). Même si je ne suis pas du coin, désolée, auch wenn ich direkt neben einem Friedhof nach dem Weg gefragt werde. Lach! Manchmal kann ich aber sogar helfen, wie etwa in Porto Maurizio in Ligurien, da war ich nämlich kurz vorher an eben jenem gesuchtem Kino vorbeigekommen.

In Deutschland passiert mir das nicht ganz so häufig, aber oft werde ich auch dann von Ausländern angesprochen, ob von Engländern, Franzosen oder Indern. Aber im Südwesten Europas assimiliere ich mich anscheinend, werde eins mit der Umgebung und sehe dort wohl eher wie eine Einheimische aus als hier, wo ich durchaus schon mal gefragt wurde (unter anderem von einer Italienerin), woher ich denn käme. Türkin war ich hier auch schon. Kleiner Ausrutscher: Ein Japaner im Zug von Hannover gen Süden hielt mich für eine Schweizerin, genauer: für eine Frau aus Basel. Da wohnte ich noch nicht mal in Freiburg, also ganz weit weg. Und fühlte mich so gar nicht erkannt.

Ich bin eben nicht einzuordnen, die Portugiesen halten mich für eine Spanierin, die Spanier für eine Französin, die Italiener… Ich bin alles und nichts. Ich bin alle und keine. Nur nicht von hier. Dabei müsste sich doch schon rumgesprochen haben, dass deutsche Frauen nicht alle groß, blond und blauäugig sind und möglicherweise noch walkürenhaft aussehen.

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Man erzählt mir auch viel, ungefragt. In einem Fahrstuhl in Paris fragte mich ein Schwarzer, aus welchem Land ich käme. Er hatte wohl eine Ahnung, nachdem er mich ein paar Wörter in meiner Sprache reden hörte. Als er Deutschland vernahm, erzählte er mir sofort, dass er auch mal hier war und sogar nicht weit von mir, in Stuttgart. Vor dem Fahrstuhl ging es dann ans Eingemachte, er war sehr mitteilungsfreudig. Seinen Bruder habe er besucht, dort im Schwäbischen, doch der sei nicht zurückgekommen. Nun ja, schon, aber tot. Aus Eifersucht. Was für eine Geschichte! Wenn ich nicht weiter gemusst hätte, der Mann hätte mir noch viel mehr erzählt und ich hätte einen Krimi schreiben können. Gleich an der nächsten Ecke fragte mich eine arabische Frau nach dem Weg, einen Tag später an fast gleicher Stelle erkundigte sich ein junger Franzose bei mir nach einer Straße. Leider musste ich jeweils passen. Zwei Tage später kam ich mit einer Frau auf einem Flohmarkt ins Gespräch, als ich Fotos machte von ihrem Stand.

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Tiana, die Schmuckdesignerin, hatte einen deutschen Vater (schon wieder Stuttgart, auch Köln und Berlin sowie Straßburg wurden genannt) und eine Mutter aus den französischen Kolonien. Wir tauschten Adressen und sie bot mir ihre Wohnung an, falls ich mal wieder Paris besuchen sollte. Selbst hat sie vor, ins Elsass zu ziehen, weil sie die laute unruhige Metropole leid ist und würde mich gern besuchen hier im Dreiländereck, um herauszufinden, wo sie leben möchte. „Zufallsbegegnungen“.

Sicher sehe ich aus wie eine, die zu Hause ist. Wenn auch weniger hier. Die sich überall wie selbstverständlich bewegt. Mal da, mal dort. Eine, die sich nicht fremd fühlt und deshalb nicht als Fremde erkannt wird. Und so fühle ich mich ja auch: ohne Heimat und deshalb überall zu Hause. Ich bin gern unterwegs. Eigentlich bin ich am liebsten auf Reisen, wobei es übrigens keine Rolle spielt, ob allein oder zu zweit.

Mein Vater sagte immer, ich hätte Hummeln im Hintern. Aber da war ich noch nicht gereist, sondern nur auf dem Sofa in der Wohnküche herumgesprungen oder hatte mich von Wand zu Wand gehangelt, an Vorsprüngen und auf Schränken entlang, um nur nicht den Boden zu berühren. Ein spannendes Spiel. Nur nicht auftreten. Von der Welt, den Menschen und deren Art hatte ich noch nicht die geringste Ahnung.

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Die 38. Woche, 2014

Die stillsten Worte sind es, welche den Sturm bringen. Gedanken, die mit Taubenfüßen kommen, lenken die Welt.

(Friedrich Wilhelm Nietzsche)

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Die Politik sagt: “Seid klug wie die Schlangen!” Die Moral setzt hinzu: “Und ohne Falsch wie die Tauben!”

(Immanuel Kant)

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Les amants du Pont Neuf / Die Liebenden vom Pont Neuf, ein Film

Jetzt erst (zugegebenermaßen – ein Versäumnis, das ich mir nicht erklären kann) habe ich den Film «Les amants du Pont Neuf» (Die Liebenden vom Pont Neuf) aus dem Jahr 1991 auf arte gesehen, davor immer wieder verpasst, obwohl ich ihn unbedingt anschauen wollte.

Die Dialoge, sowieso schon pure Poesie – on dirait la poésie crue – habe ich neu zusammengestellt und mit eigenen Gedankensplittern vermischt:

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Nichts bleibt erspart

Ausgespart

Gemäldegesichter

Ein Fluss voller Schmerzen

Lass uns spazieren gehen

Barfuß im Dreck

Hand in Hand

Ja, sogar das

Doch blende mich nicht

Die ganze Stadt schläft schon

Noch erkenn‘ ich die Brücke

Lass mich dich zeichnen

Der Himmel ist weiß

Doch die Wolken sind schwarz.

Ich werd‘ dir beibringen zu schlafen

Ohne etwas zu nehmen

Mit mir

Solang ich dich seh‘

Versuch’ nicht so zu leiden

Ich hab Lust

Mit dir zu leben

Mach das nie wieder

Du musst dich öffnen

Wirst du mein Blindenhund sein?

Sogar von nahem sehe ich nicht mehr

Die kleinen Dinge

Du musst deutlich lächeln

Du musst alles in Groß machen

Damit ich dich seh‘

Avis de recherche

Jeder Tag zählt

Siehst du mich?

Komm, wir trinken zusammen

Ich werde nie vergessen, was war

Selbst nicht mit dir

Es wird Herbst

Halt mich fest.

Vergiss mich.

Ich hab dir nie was erzählt von mir.

Ich hab auf dich gewartet.

Ich hinke nicht mehr.

Wirst du mich lieben?

Ich sehe wieder.

Wir werden im Bett frühstücken

Wie oft machen Sie Liebe?

Mit Krümeln in den Schamhaaren?

Alles Lüge

Die Strömung ist zu stark

Wohin fahren Sie?

Nach Le Havre.

Was meinen Sie?

Auch ohne cadenas

Bis zum Ende.

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