Nicht mit mir

Momentan, nein, seit einiger Zeit, befinde ich mich im puren Überlebens- und Durchhaltemodus. Ich kann diese Welt, vor allem in Deutschland, mit all den dummen und übergehorsamen Menschen, die noch dazu zu faul sind, sich auch mal jenseits der gleichgeschalteten Leidmedien zu informieren, nicht mehr ertragen. Aber aufgeben war bisher auch nie mein Ding. Also beiße ich die Zähne zusammen. Ich richte meine Verzweiflung und Wut gegen mich selbst, nicht absichtlich, sondern weil ich ohnmächtig und machtlos bin, weil ich die Täter nicht erreichen kann und weil ich ein friedlicher Mensch (Lumpenpazifistin) bin.

Abgesehen davon: Welche Möglichkeiten hätte ich denn, mich zu wehren und für Recht und Gerechtigkeit, für die Demokratie und Frieden einzusetzen? Ich kriege die Krätze, wenn ich die Kriegshetzerin (nach eigener Aussage Völkerrechtlerin) Baerbock und den devot-zerknirscht-weinerlichen Kinderbuchautor Habeck höre und sehe, der so tut, als sei das, was auf Deutschland zukommt (der totale wirtschaftliche und menschliche Ruin), vom Himmel gefallen und Putins Schuld und nicht seine eigene. Ich muss zum Zahnarzt, weil sich die Muskelfasern in meinem Mund wegen der dauernden Anspannung verhärtet haben und schmerzen. Oft könnte ich nur noch schreien, doch ich reiße mich zusammen, weil es nichts nützen würde.

Überall in Europa werden die Corona-Maßnahmen abgeschafft (klar, wenn ein „neues Virus“ käme…, ein Ziel ist ja der weltweite digitale Pass und den Plan werden die „Eliten“ nicht aufgeben), nirgendwo sonst gebärdet sich die Regierung außenpolitisch so größenwahnsinnig wie die Braungrünen in Deutschland. Ausgerechnet. Ich sehe mich geradezu gezwungen auszuwandern, weil ich mich nicht mitschuldig machen will, aber ich verachte die meisten meiner Landsleute inzwischen auch. Ich sagte es bereits vor zwei Jahren: Nun verstehe ich endlich, wie 33 geschehen konnte. Aber dass ausgerechnet die Deutschen daraus gar nichts gelernt haben… Nun gut, die Nazis wurden ja zum großen Teil mangels Nachfolger wieder in höhere Funktionen gebracht und eine Aufbereitung der Verbrechen fand nie wirklich statt. Trotzdem, wirklich begreifen kann ich nicht, was gerade geschieht. Es verstört mich, macht mich oft sprachlos, hoffnungslos.

Doch ich lege Wert darauf zu sagen, dass ich nicht dazu gehöre. Ich distanziere mich von der gegenwärtigen deutschen Politik und zwar in jeder Beziehung. Ich will das alles nicht, es geschieht ohne meine Zustimmung als Souverän. Das ist alles, was ich momentan tun kann.

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28 Antworten zu Nicht mit mir

  1. gkazakou schreibt:

    Ich war ja jetzt in Deutschland, und nicht Hass und Widerwille, sondern eine Art sanftes Mitleid stellte sich ein. Wer mag noch unter diesem Himmel leben? Das Land geht zugrunde. Ist das nicht zum Weinen?

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    • rotewelt schreibt:

      Ja, zum Weinen ist das auch, es ist tieftraurig, dass dieses Land zugrundegerichtet wird. Und wie rasend schnell das geht – niemals hätte ich so etwas erwartet. Aber da ich hier lebe und den wirtschaftlichen und menschlichen NIedergang jeden Tag mit ansehen muss, die stoische Ruhe, das Desinteresse und die Blindheit der Menschen, man muss es schon auch Dummheit nennen, überwiegen Abscheu und Wut.

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      • gkazakou schreibt:

        Das versteh ich. Nur im räumlichen und zeitlichen Abstand werden Gefühle sanfter. Bei mir brauchte es viele Jahre , und immer noch überwiegen die Irritationen über den deutschen Politikstil – diese Mischung aus Feigheit und Arroganz. In der Psychologie: Angst-Aggressions-Syndrom genannt..Jetzt ist auch noch schiere Dummheit dazu getreten.

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        • rotewelt schreibt:

          Ja, eine ungebildetere (auch und gerade historisch) und dümmere Regierung als heute hatte das Land wohl nie. Arroganz (gerade auch gegenüber Griechenland), dazu Schuldgefühle und Weltretterallüren bis zum Größenwahnsinn waren schon vorher eine unangenehme und gefährliche Mischung, die jetzt geradezu explosiv ist.

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  2. Claus schreibt:

    Danke für Deine Gedanken und Gefühle! Ist selten geworden, jemanden ehrlich über sich sprechen zu hören. Auch ich fühle mich inzwischen in einem Land, das mir völlig fremd (geworden) ist. Das fing zwar schon vor C. an, ist aber seitdem geradezu explodiert. Aus meiner Sicht lebe ich inzwischen in einer sozialen Trümmerlandschaft, in der sich jedoch offenbar die überwältigende Mehrheit sehr wohl zu fühlen scheint. Weiter frage ich mich auch immer öfter, ob ich was Wesentliches verpennt habe – so wie ein Zugvogel, der nicht mitbekommen hat wie seine Kumpels weggeflogen sind und der nun ganz alleine bibbernd in einer Ecke hockt und nicht weiß wohin.

    Immer wenn ich mal innerlich durchatme und dann glaube, ich würde mir zu viele Gedanken und Sorgen machen, tun sich wieder Abgründe auf: Menschen um mich herum, die ich für hochintelligent und offen gehalten habe hauen plötzlich »so nebenbei« raus, dass sie an »Corona die Killerseuche« glauben und/oder »dass Putin um jeden Preis gestoppt werden müsse«. Oder sie erzählen mir bereits jetzt, dass sie Angst vor den »Affenpocken« hätten und dann doch bald lieber wieder mit Maske …

    Kurzum, ich lebe wie auf einer Sprengladung, die jederzeit hochgehen kann. Und sie wird hochgehen: Die überwältigende Mehrheit wird im Herbst wieder »dabei« sein, wenn es wie bereits angekündigt mit den »Maßnahmen zu unser aller Schutz« weitergeht, die ja bei uns nie endeten und es hierzulande wohl auch nicht mehr werden. Die Leute wollen sie, denn die (imaginäre) Kontrolle über ihr Leben, die sie sich davon offensichtlich versprechen ist ihnen wichtiger als alles Andere. Lieber geben sie das Leben auf als dieses Gefühl von Kontrolle. Und obwohl derzeit nur eine Minderheit überwiegend junger Leute immer noch (oder schon wieder?) mit Maske einkaufen geht: Wenn es voraussichtlich ab Oktober wieder »von ganz oben« heißen wird »Masken auf!«, dann werden fast alle folgen – die weitaus meisten höchstwahrscheinlich schon Tage, bevor es damit offiziell »weitergeht«. Das neue deutsche Trauma ist, keine Maske zur Hand zu haben, wenn eine befohlen ist …

    Nicht nur das macht mir bereits innere Erstickungsanfälle. Inzwischen beschleichen mich ernsthafte Zweifel, ob es überhaupt noch einen Ort unter der Sonne gibt, wo ich eine nennenswerte Anzahl Menschen treffen kann, die noch zwischen realen Gefahren und von den Medien verkündeten und gemachten unterscheiden können …

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    • rotewelt schreibt:

      Danke auch für den Einblicke in deine Empfindungen. Das meiste könnte ich genauso unterschreiben. Auch ich fühle mich mittlerweile völlig fremd in diesem Land, eigentlich in der Welt, die nicht mehr meine ist. In südeuropäischen Ländern kann ich wenigstens im Urlaub noch abschalten, weil die Menschen dort freundlicher und heiterer sind, häufig weniger gehorsam und überhaupt weniger verbissen.

      Mir geht es auch oft so, dass wenn ich dann mal ein paar Tage durchatme, unerwartet die nächste Keule kommt und mich wieder auf den Boden drückt. An meiner Bewertung der Lage zweifle ich mittlerweile allerdings kaum noch. Die letzten Wochen und Monate waren alle meine Nachbarn nacheinander krank und lagen wegen Corona richtig flach. Alle sagten das gleiche zu mir: „Zum Glück waren wir dreifach geimpft, sonst…“. Kognitive Dissonanz hoch drei, da kann man nur staunen. Alles intelligente und zum Teil hochgebildete Menschen. Man kann intelligent und trotzdem dumm sein, wie es ja auch Dietrich Bonhoeffer in seiner Theorie der Dummheit gut erklärt hat. Man hat den Eindruck, all diese Menschen sprechen nicht selbst, sondern lassen sprechen oder plappern nur nach, denn ihre uniformierten Worte lassen sich eins zu eins übereinander legen.

      Genau, man kann sicher sein, dass die meisten Deutschen pünktlich wie vorgeschrieben oder in vorauseilendem Gehorsam ihre Kaffeefilter im Herbst wieder aufsetzen werden. Mir kommt es derzeit auch so vor, als würde ich schon wieder mehr dieser entstellenden Maulkörbe sehen und auch hier sind es meist junge Menschen, vorwiegend aus dem studentischen Milieu, die bei 30 Grad mit Maske radfahren. Mehrmals sah ich eine junge Frau in einer ruhigen Nebenstraße mit Filtertüte, Sonnenbrille und Kopfhörern, leider hatte ich nie den Fotoapparat dabei – sie sah aus wie von einem anderen Stern. Dagegen habe ich mit ein paar älteren Frauen schon im Supermarkt über die so eifrig-brave junge Generation lästern dürfen.

      Ja, man fragt sich, wohin man sich retten und leben kann. Dieses Land jedenfalls ist nicht mehr meins, es sind bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr die Menschen, mit denen ich zusammensein kann und will. Andererseits würde ich auch nicht gern in einer Parallelnische leben wollen. Wenn man in der MInderheit ist, ist es sowieso schwer, mit all den verstreut lebenden anderen „Abweichlern“ im realen Leben zusammenzufinden. Lieber verlasse ich das Land.

      Auf jeden Fall dürfen wir uns nicht aufgeben, denn das sind die Verbrecher, die uns das alles eingebrockt haben, nicht wert.

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  3. romanfidel schreibt:

    Salütchen Ütchen, Du bist doch pfiffig. Warum regst Du Dich so auf, warum findest Du keinen Abstand? Muß ich mir Sorgen um Dich machen? Geh‘ doch in eine kleine Gemeinde, so wie Gerda, oder wie ich. So etwas muß es doch auch noch in D geben. Gegen die Übermacht der Kretins, wie ich sie mittlereile fast liebevoll nenne, gibt der Gescheite eben nach, sonst bricht er. Und das ist kein Aufgeben, das ist Evolution, strenggenommen 😉

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    • gkazakou schreibt:

      Da du mich nennst, fideler Roman: so einfach ist es dann doch wieder nicht, „auf Abstand zu gehen“. Denn egal wo du bist, es holt dich ein. Außerdem ist der gesunde Mensch ein zoon politikon – ein Mensch also, dem das Gemeinwohl nicht schnurz und schnuppe ist. Und ss schafft Leiden, wenn man die Herde auf den Abgrund zutaumeln sieht.

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      • romanfidel schreibt:

        Es stimmt, einfach ist es nicht, aber mit der Zeit und etwas Training, und vor allem mit der Einsicht ins Notwendige, geht es. Man darf die Spielchen für Blöde, immer mit dem Gefühl gegen jede Vernunft, nicht mitspielen. Ich könnte die „Herde“ auf den letzten Metern vor dem Abgrund inzwischen sogar anfeuern, antreiben und anspornen, völlig emotionslos 😉

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        • gkazakou schreibt:

          Ich nicht. Es sind ja meine eigenen Menschen, die ich langsam verliere, und es sind all die jungen Menschen, deren Leben in eine unerträgliche Richtung gedrängt wird. Ich werde nie aufhören zu lieben und das mir Mögliche zu tun.

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          • romanfidel schreibt:

            Gut, aber das ist genau das Spielchen, was ich meine: Gefühl gegen Vernunft. Man muß doch seinen Frieden mit Jesus nicht immer so vor sich hertragen, finde ich. Ich zweifle an jedem Deiner moralischen Gründe, die wie Erpressung klingen, wenn Du sie nicht im Gebet, sondern im Gespräch mit mir verwendest, liebe Gerda. Ich möchte Ute gern konkret helfen, sonst hätte ich gerne meine Ruhe vor Besserwissereien, besonders moralischer Art 😉

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          • rotewelt schreibt:

            Hoppla, Roman, der Fidele, ich sehe nicht, dass Gerda sich als Besserwisserin gebärdet, schließlich spricht sie nur von sich und moralisiert gar nicht. Auf deine/eure anderen Kommentare werde ich später antworten, wenn ich Zeit habe, bis dahin! Aber nur soviel: Ist ja lieb, dass du mir helfen willst, doch du wirst es nicht können und nachdem ich in deinen Blog geschaut habe, hast du dich ja in einen französischen Winkel zurückgezogen und musst dir das Elend hier nicht mehr mit ansehen, daher hast du mehr Abstand und kannst die Außenperspektive einnehmen. Ähnliches (Auswandern nach F) habe ich aber übrigens schon lange selbst vor, nur ist F auch Teil der EU und die wird ja mit D ebenfalls den Bach runtergehen, daher zögere ich, allerdings bin ich ziemlich sicher, dass es sich dort auch dann besser leben lässt.

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          • romanfidel schreibt:

            Schreib‘ mir einfach eine Mail, wenn Du konkrete Fragen hast 😉

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        • rotewelt schreibt:

          Wie Gerda schon sagte: So einfach ist das nicht. Aber natürlich muss man versuchen, auf Abstand zu gehen, weil man sonst krank wird. Das tut man aber ja schon automatisch. Wenn ich mit bisherigen Freunden nicht einmal mehr über die Themen sprechen kann, die mich am meisten beschäftigten, werden auch alle anderen Themen hohl und irrelevant, da hilft nur der Rückzug. Aber ich mag die „Herde“ nicht anfeuern, auch weil sie mich ja mit in den Abgrund zieht, ich bin ja selbst betroffen. Ich muss aus diesem Land raus, auch wenn Deutschland Europa mitreißen und kaputtmachen wird, aber woanders herrschen wenigstens nicht dieser extreme Untertanengeist und diese unerträgliche Dummheit, auch lebt man in vielen anderen Ländern gelassener und es wird noch gelächelt.

          Wie ich in deinem Blog las, lebst du in Westfrankreich am Meer, das ist natürlich ein Traum. Aber das scheint auch ein reiner Rückzugsort, eine selbstgewählte Isolation zu sein, denn den „Kretins“ scheinst du dort auch nicht zu entgehen…?

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          • romanfidel schreibt:

            Ja, das stimmt, in der Saison ist es teilweise recht hart und haarig mit den K. 😉
            Ich verstehe auch Euer feminin kleinliches Befremden gegenüber dem „Anfeuern“ ganz gut 😉 Das sollte leicht ironisch meine Verachtung der dummen Masse veranschaulichen. Natürlich kennt ein Kinderarzt Mitleid, aber das hilft den Kanaillen ja doch nicht. Gegen Deine Schmerzen im Mund, gute Ute, möchte ich gern helfen. Jeder muß selbst mit moralischen Einwänden klarkommen, das ist doch Binse. Mit sophistischem oder religiösem Palaver, auch griechischem wird das aber nix 😉 Also: Verzicht auf einen wunderschönen Beruf in der eigenen Praxis. Nicht bereut! Verzicht auf einen beträchtlichen Teil des Ruhegeldes. Nicht bereut! Verzicht auf dekadente, deutsche Bequemlichkeiten und noch viel mehr. Nicht bereut! Meine Eltern sind aus Ostpreußen unter ganz anderen Bedingungen geflohen. Warum eine radikale Entscheidung? Nicht wegen des Abstandes.oder der Distanzierung. Wegen des nil nocere. Mit den ganzen Impfungen ging das schon 2014 nicht mehr.
            Was mir an Franzosen gefällt: Auch wenn sie oft dumm sind und sich wie Deutsche als Presse- und TV-Klugscheißer fühlen, so machen sie das nicht so laut und aufdringlich. Wenn Maskenpflicht herrscht, dann scheuen sie das Bußgeld oder die schwerbewaffneten Gendarmen wie überall auf der Welt. Wer sich dann eine Einkaufshilfe leisten kann, muß keine Maske tragen. Und ich bin nun älter geworden und recht faul 😉 Und: Deutschland wird keineswegs Frankreich in einen Abgrund reißen. Jobs aller Art findet im Médoc jeder, der französisch spricht, freundlich und pfiffig ist. Ich kenn‘ Dich zwar gar nicht, aber ich glaube, Du kämst hier bestens zurecht, wenn Du nicht vor ständigem Mitleid mit den Deutschen zerfließt oder, wie sagt mein Lieblingsphilologe Dornseiff , zerflössest 😂

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          • rotewelt schreibt:

            Mit feminin und kleinlich hat es nun gar nichts zu tun, dass ich die Mitmacher nicht noch anfeuern möchte. Wie ich schrieb, wäre ich ja beim Niedergang selbst betroffen und davor will ich mich schützen. Und Mitleid habe ich in diesem Fall schon gar nicht (leichtes Mitleid hat Gerda und da sie Abstand von D hat, kann ich das auch nachvollziehen), denn sie wollen es ja alles genauso und wenn nicht oder wenn sie misstrauisch würden, könnten sie anfangen zu denken.
            So, du bist also Kinderarzt. Wurde 2014 hier schon die Masernpflichtimpfung eingeführt? Wie auch immer, wenn du hier heute noch praktizieren würdest und dir Eltern ihre Kinder zum Pieksen vorbeibringen würden, wäre das sicher endgültig untragbar gewesen. So konsequent sind aber die wenigsten.
            Meine Eltern sind auch „ausgewandert“ und schlimmeren Umständen, der Vater aus Pommern vertrieben, die Mutter aus dem Sudetenland geflohen (trotzdem ist so eine Auswanderung nicht ohne und muss sich mutig und kräftig genug dafür fühlen. Aber je schlimmer es hier wird, umso mehr wächst vermutlich meine Entschlossenheit und dann kommt vielleicht auch die Tatkraft zurück). Wahrscheinlich fühle ich mich deswegen schon immer ohne feste Heimat und ich könnte fast überall leben, habe im Studium auch ein halbes Jahr in Frankreich verbracht und hätte vielleicht gleich dableiben sollen. Im Médoc lässt es sich mit Sicherheit gut leben, vor allem, da die Weine aus dem Bordelais wohl immer meine Lieblinge sein werden, jedenfalls wenn ich vor die Wahl gestellt werden würde, mein Leben lang nur noch Weine aus einer Region trinken zu „müssen“. Ansonsten mag ich auch die Bretagne sehr und die Côte d’Azur, in der Nebensaison an ruhigen Orten jedenfalls.

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          • romanfidel schreibt:

            Warte nicht zu lange. Wäre ich 2014 einiges älter gewesen, hätte ich es vielleicht nicht mehr vermocht, wegzugehen. Verschwundene Tatkraft kommt oft nicht zurück, feminin kleinlich, hin oder her. Guck‘ auf die Fakten, nicht auf die Gefühle. Und ja, hier gibt’s nicht nur Bordeaux und St.-Emilion, sondern auch guten Rießling. Aber das Beste ist, hier lebt es sich auch gut völlig ohne Wein 😉

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        • gkazakou schreibt:

          Ich fühle mich gar nicht angesprochen durch deinen überforschen Stil. Worauf ich anspielte: „meine“
          Menschen (Mann und Sohn) haben sich schon dreimal impfen lassen und finden das toll und richtig. Sie tragen Maske aus Überzeugung. Kritische Informationen werden aggressiv abgelehnt. Ich kann also nirgendwo hin auswandern und meinen Frieden machen, nur hoffen, dass die Impfungen meine geliebten Menschen nicht umbringen. Soviel zum feminin kleinlichen Befremden. Du sprichst eine mir sehr unangenehme selbstherrlich männliche Sprache, die nicht besser ist als die der Impfjünger. .

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          • romanfidel schreibt:

            Ich weiß, Du fühlst Dich nur angesprochen, liebe Gerda, wenn es Dir paßt und schreibst dann gleich von überforsch, wo forsch schon falsch ist. Mein „feminin kleinlich“ ist aber auch wirklich heftiges Männerzeugs. Wenn das mal in falsche Hände kommt, nicht auszudenken! Übrigens, ganz toll, Deine Pünktchen hinter Impfjünger 😉 Wo lernt man das?

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  4. epikur schreibt:

    Vielleicht mag es ein Trost sein: Du bist mit diesen Gedanken und Gefühlen keineswegs allein! Viele, sehr viele wollen auswandern. Deutschland ist nicht mehr wiederzuerkennen. Die Menschen einfach leben lassen, Lebensfreude empfinden und Empathie zeigen – das kann der Deutsche nicht. Statdessen: Kontrollwahn, Denunziation und Diffamierung. Ich habe mich hier noch nie so unwohl gefühlt.

    Schweden: „Die Zuwanderung von Deutschen, ist im Jahr 2021 auf dem höchsten Stand seit 2008, Zuwachs zu 2020: 46 Prozent.“

    Wohl eher kein Zufall.

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    • rotewelt schreibt:

      Es ist schon ein gewisser Trost zu wissen, dass man nicht allein ist und zum Glück begegnet man ja noch netten und aufgewckten Menschen (wie ich vorgestern einer Kassiererin, die über die geplante Rente mit 70 etc. schimpfte) – und trotzdem, es hilft nicht viel. Wie du fühle ich mich in diesem Land inzwischen total unwohl. Nach Schweden zieht es offenbar viele Deutsche, aber das Land wäre mir wegen der fast vollzogenen Bargelsabschaffung suspekt – und die langen dunklen Winter wären nichts für mich. Manchmal frage ich mich, wie lange man noch aus D raus- und in andere Länder reinkommt…

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  5. noncitizen schreibt:

    Danke für deinen Beitrag und ich erlaube mir, einige meiner Gedanken hinzuzufügen.
    Ich würde nicht antworten, wenn mich das Thema nicht selber umtreibt.
    Was du schreibst betrifft aus meiner Sicht nicht nur Deutschland, sondern eher ganz Europa oder speziell die westliche Welt, wenn auch mit regionalen Unterschieden die sich wohl vor allem aus der Kultur und Mentalität ergeben.
    Italien z.B. war und ist von den Bestimmungen noch extremer als Deutschland aber das zwischenemenschliche hat dort etwas weniger gelitten.
    Nun ist der dortige „Drache“ geflüchtet, so würde ich das bezeichnen und ich sehe ähnliches auf ganz Europa zukommen.
    Die Machteliten, nicht nur in D, sind aus meiner Sicht nichts anderes als Marionetten und diese können ganz schnell fallengelassen werden.
    Vielleicht ist es in D gerade etwas extremer als in anderen Ländern, was wohl eher an der Schlüsselrolle liegt und hier die Srippenzieher der Marionetten aktiver sein müssen.
    Daraus ergibt sich die Frage, wohin denn auswandern?
    Ich selbst wohne seit vielen Jahren nicht mehr in D und war die letzten drei Jahre nicht dagewesen. Auch etwas aus Angst, dass mir das gleiche wieder passieren könnte, was mir vor vielen Jahren schon einmal passiert ist.
    Denn ich bin in dem Teil aufgewachsen, in dem man schon einmal wegen eines Paragraphen mit dem Namen „Öffentliche Herabwürdigung des Staates“ hinter Gitter gebracht werden konnte (die Maueröffnung habe ich noch von dort aus mitbekommen) – und wir sind zugegebenermassen wieder auf dem Weg dahin, wenn nicht schon da,
    Allerdings habe ich mir auch schon die Frage gestellt, was ich machen würde, wenn ich in D wäre. Auswandern?
    Es ist fast paradox, vor 2.5 Jahren hatte ich ernsthaft mit der Idee gespielt zurückzukehren. Und nur das grosse C und die damaligen Grenzschliessungen haben dies wohl verhindert. Manchmal sollte man Zeichen respektieren und so warte ich wohl lieber ab.
    Ich wünsche dir alles Gute, einen kühlen Kopf und ein Lauschen auf die Stimme des Herzens, für die richtigen Entscheidungen.

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    • horst schreibt:

      Jetzt hast du dummerweise die selbstgestellten Fragen nicht beantwortet: In welches Land kann/sollte man auswandern? Wohin bist du ausgewandert? Welche Vor- und Nachteile gibt es im Vgl zu D?

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    • rotewelt schreibt:

      Viele, die wie du aus dem Osten kommen oder dort leben und damals entsprechende Erfahrungen gemacht haben, sind momentan sensibler und kritischer gegenüber den umgreifenden Veränderungen, die sich hier abspielen. Wohin hat es dich denn gezogen und lebst du dort zufriedener? Da du mit dem Gedanken gespielt hast zurückzukehren, wohl eher nicht, vermute ich. Sicher tust du wirklich gut daran, erst einmal abzuwarten.
      Ja, ich weiß, der gesamte industrialisierte Westen ist mit Marionetten besetzt und daher muss man wirklich das Herz sprechen lassen und schauen, wo es menschlicher zugeht als hier. Der Drache in Italien ist gefallen und in Frankreich hat sich die parlamentarische Zusammensetzung zu ungunsten Macrons geändert, was ja schon zum Wegfall des Pass Sanitaire geführt hat, aber man weiß nicht, wie es weitergeht.
      Danke für für deine Wünsche und auch dir alles Gute! Ja, es ist keine einfache Entscheidung.

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      • noncitizen schreibt:

        Es waren damals mehr die Verlockungen des Südens, als die Umstände in Deutschland, die mich Richtung Italien gezogen haben.
        Bis vor 2.5 Jahren hatte ich mich kaum mehr mit D beschäftigt und bin fast dankbar dass es so gekommen ist, denn diese Zeit hat mir die Augen geöffnet.
        Aber wie gesagt, es gab Länder, in denen die Massnahmen noch extremer als in D. Und trotzdem verlässt kaum ein Italiener freiwillig sein Land. Es sind fast immer ökonomische Gründe auf Grund fehlender oder schlechter Arbeitsmöglichkeiten – auch in meinem Fall.
        Wenn man seine Brötchen jedoch nicht dort verdienen muss. ist es aus meiner persönlichen Sicht immer noch ein recht lebenswertes Land.
        Am 25. September sind dort Wahlen und den Namen Giorgia Meloni wird man wohl sehr bald auch ausserhalb Italiens oft hören. Dann werden die Medien ein neues Feindbild haben. Ciao!

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        • rotewelt schreibt:

          Italien ist, was das Menschliche betrifft, auch meiner Meinung nach noch lebenswerter als hier. Meloni wird gezielt mit Mussolini in Verbindung gebracht, man darf wirklich gespannt sein, wie es weitergeht!

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  6. DS-pektiven schreibt:

    Jo, es ist alles nur noch ein reines Irrenhaus hier. Und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, sind diese Irren auch noch abgrundtief böse.

    Ich hab in meinem Blog ja schon viel drüber geschrieben. Misanthrop bin ich nicht erst seit 2020. Das konnte man in den letzten 20, 30 Jahren immer wieder erleben. Daher überrascht mich eigentlich nur noch das Ausmaß an Niedertracht und Dummheit, mit der die Masse alle Errungenschaften der Aufklärung im Klo runterspülen.

    Wohin? Ich muss fast sagen, dass es mir egal ist. Eine wirkliche Wahl habe ich eh keine; denn auch zum Auswandern und Flüchten braucht man die entsprechenden Mittel und Connections. Mit Glück kann ich mich irgendwo dranhängen bzw. auf irgendeinen Zug mit aufspringen.

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    • rotewelt schreibt:

      Ja, das abgrundtief Böse existiert wirklich, die meisten wollen es jedoch nicht sehen. Wenn dich als „langjähriger“ Misanthrop das Ausmaß an Dummheit und Mitläufertum der Masse überrascht, will das schon was heißen… Ich bin auch nur noch fassungslos. Tja, Connections zum Auswandern wären wirklich praktisch.

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