Gewissenlose Opportunisten

Dass ausgerechnet Joschka Fischer, der ehemalige Turnschuh-Sponti, einmal zum Kriegstreiber werden würde, darauf wären seine Anhänger (ich fand ihn/die Grünen vorher auch lange Zeit gut) „damals“ wohl nicht im Traum gekommen. Ich finde es richtig und wirklich nachdenkenswert, wenn auch heute nochmal aufgezeigt wird, wie sich alles entwickelt hat und wie die Grünen ehemalige programmatische Ansprüche ins Gegenteil umgedreht haben. Frieden – was war das nochmal? Von „links“ rede ich lieber gar nicht erst. Die meisten Grünen sind längst auf der neoliberalen Schiene.

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Abendzuhauselicht mit Tönen

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Ach, da schwärmte ich gerade vom mallorquinischen Himmel und plötzlich habe ich auch hier ein schönes Ferbenspiel. Das überraschende Abendrot ließ mich die Kamera ergreifen und auf den Balkon eilen.

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Ah, ein paar Krähen waren auch da, sah ich aus dem Augenwinkel, zu sehr auf die Farben fixiert.

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Nein, viele Krähen. Seit Ende letzten Jahres werde ich frühmorgens von ihnen geweckt, dachte aber immer, es seien wie vorher nur einige, denn bekanntlich sind sie ziemlich laut. Bislang gab es hier jahrelang ein treues Krähenpärchen, dass immer pünktlich vor der Müllabfuhr einschwebte, die gelben Säcke aufhackte und ab und zu mal ein paar krächzende Töne von sich gab.

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Doch nun höre ich sie auch abends. An einem Weihnachtsabend sah ich, wie sie sich fast  lautlos auf den Dächern und in den Bäumen sammelten. Sehr viele Krähen. Eine Invasion. Ein Nachbar meinte, dass die Vögel letztes Jahr vielleicht besonders gute Vermehrungs- oder Brutbedingungen gehabt hätten. Möglich, ich weiß es nicht.

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Auf jeden Fall ist es beeindruckend, wenn der Himmel nun zweimal täglich fast schwarz wird über der Stadt und der Lärm der Tiere die Geräuschkulisse dominiert oder aber am längst dunklen Abend die Stille durch die Anwesenheit der schwarzen Silhouetten geradezu unheimlich wird – man hört nur die Flügelschläge. Das erinnert schon sehr an Hitchcock und ist etwas gruselig. Woher kommen sie bloß alle, ist das Leben in der Stadt einfacher für sie oder haben sie bald keine anderen Möglichkeiten mehr?

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Südlichtlust

Die letzten Jahre war ich ein paarmal im Februar auf Mallorca, einmal auch im Januar. Damit ließ es sich gut den hier oft erst spät einsetzenden Winter unterbrechen, die Rückkehr fiel aber umso schwerer. Diesmal bleibe ich hier und schon habe ich Sehnsucht. Nicht nur das frische Grün, die Blumenwiesen und die Mandelblüte werden mir fehlen, auch die Tiere auf den Weiden und die Besuchskatzen, die sonnigen Mittage und Nachmittage draußen am Meer oder auch auf einer Restaurantterrasse, aber auch das Licht.

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Morgens zaubert die Inselfeuchtigkeit kleine glänzende Perlen an jeden noch so gewöhnlichen Zweig.

Nachmittags blendet die Sonne, die früh untergeht und den Himmel in immer andere Farben taucht.

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Statt der krächzenden Krähen schwärmen Tauben durch die Lüfte, hörbar nur an ihrem Flügelschlag.

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„Nach Mitternacht“ von Irmgard Keun

Kürzlich bin ich bei einer wegen ihrer Buchrezensionen von mir geschätzten Blogger-Kollegin mal wieder auf Irmgard Keun gestoßen, von der ich bislang nichts gelesen hatte. Es spricht auf den ersten Blick zunächst für die Keun, dass ihre Bücher von den Nazis verboten wurden und gegen sie, dass ausgerechnet die deutsche „Frauenliteratur“ sie in den 70ern hochlobte und zu neuen Ehren führte, denn was unter dem zum Teil haarsträubenden Emanzengedöns veröffentlicht wurde und wird, hat mit anspruchsvoller Literatur oft nichts zu tun.

Irmgard Keun war eine Zeit lang mit Joseph Roth liiert. Angeblich sprachen sie untereinander nie über das, was sie schrieben, es hatte auch nichts Gemeinsames. Trotzdem ist mir die Autorin schon allein deswegen sympathisch, weil sie mit diesem Autor zusammen war und auch mit dem von mir noch mehr geschätzten Schriftsteller Stefan Zweig verkehrte. Angeblich war sie Roth – neben dem Emigrantenstatus – darin ähnlich, dass sie beide gesoffen haben. Ob da noch mehr war, vermag ich nicht zu beurteilen. Literarisch jedenfalls nicht, das steht fest.

Nun widerstrebte es mir irgendwie, als erstes Buch von Irmgard Keun ausgerechnet das zu lesen, mit dem sie erfolgreich wurde, „Gilgi“ und auch der später verfilmte Bestseller „Das kunstseidene Mädchen“ regte mich inhaltlich nicht übermäßig zum Lesen an. Also machte ich mich für den Anfang an „Nach Mitternacht“, ein Roman, der den Aufstieg Hitlers und die Manipulation der Bevölkerung vor dem Hintergrund einer Liebesgeschichte und anderer persönlicher Beziehungen beschreibt. Als Keun das Buch schrieb, war sie schon 35 und bereits seit zwei Jahren im Exil. Mit der Geschichte „entsteht ein authentisches Bild des ´gewöhnlichen, alltäglichen Faschismus´, indem Irmgard Keun mit den Erfahrungen von fast vier Jahren nationalsozialistischer Herrschaft zeigt, wie sich Menschen in der Diktatur eingerichtet und ihr angepasst haben“, heißt es im Klappentext. Das interessierte mich, denn genau von diesem gewöhnlichen Alltag liest man viel zu wenig (Ähnliches gilt ja über die Menschen unter der Stasi-Diktatur der DDR, wer schreibt schon wahrheitsgemäß darüber – wenn fast alle mitgemacht haben…).

Was soll ich sagen, ich bin enttäuscht. Schon wieder ein Buch, das ich nicht zuende lesen mag und schon nach weniger als 50 Seiten aus der Hand legte. Lakonischer Stil, neue Sachlichkeit – auch diese oft gelesenen eher freundlichen Kritiken haben mich zur Lektüre angespornt, doch ich finde davon wenig wieder oder es wird überlagert durch die mir zu mädchenhaft-übernaive Schreibweise. Manchmal hatte ich gar das Gefühl, Irmgard Keun richtete sich an Leser im Schulalter, wenngleich jene die an manchen Stellen in der Lakonie hervorblitzende Ironie noch gar nicht verstehen können. Doch, sie macht zum Teil hübsche Bemerkungen über den Führer und seine Gefolgschaft, die sie ins Lächerliche zieht. Und sie zeigt, wie schwierig es damals wurde und wie gefährlich es selbst unter Verwandten und Freunden war, seine Meinung über das Regime zu sagen. Aber wie sie das sprachlich macht und wie sie das in den Alltag von ja nur zwei Tagen einbettet, ist mir zu kindlich, zu gewöhnlich, ich habe nicht mal Lust, hier Zitate aufzuführen. Statt dass das Böse im Banalen klar entlarvt wird, finde ich hier, dass es durch die hingerotzte und für das Alter der Autorin sogar künstlich wirkende Sprache an Schärfe eher noch verliert.

Alfred Döblin soll sie zum Schreiben ermutigt haben, nachdem sie als Schauspielerin gescheitert war, und Tucholsky sagte über sie: „Eine schreibende Frau mit Humor, sieh mal an!“, sie habe Talent und aus ihr könne einmal etwas werden. Doch ja, manchmal fand ich Passagen treffend und wortwitzig und musste schmunzeln. Aber mit so einer Schreibe einen Roman zu gestalten erscheint mir doch etwas, na ja, einfach. Vielleicht hätte Irmgard Keun eher Kabarettistin werden sollen oder Sketchschreiberin als ausgerechnet Romanautorin? Sie würde gut in die Reihe der Kebekus- und Pussy-Terror-Frauen passen, über die ich mich aber auch nicht wirklich amüsieren kann, alles zu platt und wenig hintergründig. Diesen Roman aus wichtiger Zeit kann ich jedenfalls nicht beenden, ich kann dieser Art von Literatur nichts abgewinnen, dafür ist mir die Zeit zu schade und es würde mich Nerven kosten trotz vereinzelter kleiner Schmunzler über ein paar erfrischende Passagen. Und bei „Nach Mitternacht“ soll ihr Stil ja sogar schon „erwachsen“ gewesen sein. Schade eigentlich angesichts eines historisch so bedeutenden Themas, über das noch längst nicht alles gesagt wurde. Dass sie eine große Erzählerin gewesen sein soll, wie Thomas Mann über sie sagte, will sich mir jedenfalls nicht erschließen. Da lese ich zum Thema Nazizeit lieber Erich Maria Remarque.

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Panische Vögel

So schön Feuerwerke doch für uns Menschen sind – auf Tiere wirken sie bedrohlich. Das weiß jeder, der zum Beispiel Katzen hat, die dann unters Sofa oder in den verstecktesten Winkel der Wohnung flüchten.

Diesmal habe ich um Mitternacht und noch zehn Minuten später, also beim lautesten Getöse, zum erstenmal panische Vögel am Himmel entdeckt. Jedes Jahr schaue ich aus dem Fenster oder vom Balkon auf die Lichter am Himmel, doch noch nie zuvor habe ich die Reaktion der Vögel auf das Geschehen gesehen.

Ob Krähen oder kleine Vögel – aufgescheucht flatterten die armen schon in ihren Nestern schlafenden Tierchen diesmal kreuz und quer  durch die Gegend, landeten in Bäumen und flogen weiter, manche stürzten sich nach unten. Nein, das war nicht angenehm zu beobachten, die Tiere tun mir leid und mir ist der Spaß an all den Funken wirklich vergangen. Das hat mich so mitgenommen, dass ich es gleich hier schreiben muss. Viele Vögel sollen vor Schreck bis in 1000 Meter Höhe aufsteigen, las ich gerade, und nicht wenige überleben das nicht. Andere bekommen totale Orientierungsschwierigkeiten und manche werden schlicht von den Geschossen getroffen.

Warum muss jedes Individuum seine Knaller gen Himmel schießen? Warum kann man nicht als Alternative an manchen zentralen Orten ein Feuerwerk entzünden, dass für viele sichtbar ist – wenn es denn überhaupt sein muss? Das neue Jahr wird durch bunte Raketen nicht besser.

Ungeachtet dessen: Ein schönes 2019 wünsche ich euch!

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Zwischendurch, über den Wolken

Nach dem Überfluss an Farben, Plüsch und Glitter im Elsass dominierten am 25. Dezember Naturfarben. Na ja, ich hatte eigentlich keine erhofft, denn in Freiburg war es grau, die Wolken hingen bis ins Tal. Dass es weiter oben heiterer aussehen könnte, darauf war ich zumindest an diesem ersten Weihnachtstag nicht gefasst.

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Doch schon bald wurde es im schwarzen Wald hell und auf Höhe der Halde (über 1000 Meter) war der Teufel los: Autos und Menschenmassen auf dem Weg ins gleichnamige Restaurant und an allen Straßenrändern (ich hielt mich eher an die frierenden Pferde, auch fotografisch). Zum Skifahren taugten diese Weihnachten allerdings nicht, lediglich am Feldberg in der Ferne sah es so aus, als sei vielleicht Windersport möglich.

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Dafür entzückte der Blick aus der Vogelperspektive in eine andere Richtung: Einen solch flauschigen Wolkenteppich hatte ich bisher nur vom Flugzeug aus gesehen.

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Allerdings war er fotografisch leider schwer einzufangen.

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Nur knapp darüber, auf etwa 1200 Metern, lag auf dem Schauinsland dann doch ein Rest des Schnees, der vor ein paar Wochen gefallen war und Ahnungen auf mehr offen ließ.

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Bei der Abfahrt ins Hexental knapp unterhalb von Horben, nun schon auf ungefähr nur noch 400 Metern,  sahen die Wolken schon fast wieder gewöhnlich aus.

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Aber nur fast und das Licht verlieh ihnen etwas Besonderes.

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Richtig schön wurde es dann nochmal auf der Abfahrt nach Au. Durch die Wolken oder den Nebel drängten sich ein paar Sonnenstrahlen, die den Blick verdunkelten und den Wald als Zauberwald erscheinen ließen.

Und noch ein musikalisches Bild von Wolken/Nuages.

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Zwischendurch, im bunten Colmar

Ein kleiner Ausflug nach Colmar kann ja nie schaden, doch zu dieser Jahreszeit ist das Elsass noch elsässischer als sonst. Da mischen sich deutsche und französische Bräuche (aber es heißt ja sowieso, der Weihnachtsbaum sei dort und im Südwesten Deutschlands „erfunden“ worden). Am 24. Dezember erwarteten wir eine ruhige Altstadt, da sich in Deutschland schon alle Welt auf den ach so heiligen Abend vorbereitete, doch erst bei der Ankunft und Parkplatzsuche fiel mir wieder ein, dass dieser Tag in Frankreich ja ein ganz normaler Wochentag ist.

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Entsprechend voll und lebhaft war es in der Innenstadt, da tobte sozusagen das Leben. An manchen Straßen standen Polizeiautos quer, doch Fußgänger mit Knarre hätten wie in Strasbourg freie Hand gehabt, auch wenn mein Ausflugsbegleiter verschiedene mehr oder weniger dezent gekleidete Wachposten sah, die ich auf der Suche nach „schönen“ Motiven aber gar nicht wahrnahm.

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Wie auch schon in den letzten Jahren war im Elsass zu den Festtagen die kindliche Plüschtierkultur präsent. Vor allem die süßen Eisbären machten sich überall breit.

Vor mehr als 25 Jahren waren wir mal mit Freunden über Sylvester im Hotel Maréchal. Auch damals war es schon üppig bis kitschig geschmückt, doch Teddies gab es da und überhaupt im Elsass noch nicht. Damals dominierten überall noch die in Glanzpapier eingehüllten Päckchen, Tannenzweige und farbenfrohen Schleifen.

Auch waren mir zu der Zeit noch keine Asiaten und Russen in dieser Region begegnet, doch die Globalisierung schreitet voran. Vor allem Chinesen knipsten auf Teufel komm raus und ihre Damen standen verzweifelt bibbernd vor dem einzigen zentralen Klohäuschen an. So manche Winstub hatte ja auch geschlossen, schließlich war der 24. nicht nur kein Feiertag, sondern noch dazu ein Montag, sogar mein zufällig wiederentdecktes Bistro „Jadis et gourmande“, in dem ich vor ein paar Jahren zufällig eingekehrt war, blieb geschlossen.

Wie auch immer, im Viertel La petite Venise war es romantisch wie eh und je. Diesmal standen die alten Kähne unter Wasser. Für diejenigen, die sich ein wenig in die Kindheit zurückversetzen lassen möchten, ist Weihnachten im Elsass genau richtig. Man fühlt sich in eine Bilderbuch- oder Märchenwelt versetzt und steht staunend da.

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Ich finde es sooo schön. Und das, obwohl ich Weihnachten sonst so gar nichts mehr abgewinnen kann.

PS: Gelbwesten waren nicht dort, doch sie sollen auch mal frei haben und außerdem sind sie öffentlich meist an Samstagen aktiv. Ich hoffe, sie bleiben dran, haben Erfolg und ihre Aktionen strahlen auch auf Deutschland aus.

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Wieder mal Weihnachten

Auch dieses Weihnachten wird nicht eisig. So ganz offiziell-weltpolitisch jedenfalls, räusper, und Schnee wird’s ebenfalls kaum geben, jedenfalls nicht im Flachland.

Manchen erfreut’s, andere beängstigt’s. Wie auch immer, die Italienerinnen ziehen in diesen Tagen unverdrossen weiterhin rote Unterwäsche an, manche andere überall auf der Welt vielleicht rote Kleider, schließlich kann’s der Weihnachtsmann ja auch. An mir geht das alles vorbei, jedes Jahr ein Stück mehr, schließlich zähle ich nicht nur zu den Ungläubigen, sondern auch zu den Nichtweihnachtskonsumhektikern. Rot bleibt trotzdem meine Lieblingsfarbe.

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Hauptsache, im Innern bleibt’s irgendwie warm.

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Où va-t’on? Wohin geht’s?

In Frankreich gehen die Menschen wieder auf die Barrikaden. Gegen soziale Ungerechtigkeit. Nicht nur die gilets jaunes, sondern wie 68 nun auch die Studenten.

In den Medien ist dauernd vorrangig von der Gewalt auf den Straßen die Rede. Doch von wem geht  die Gewalt aus, die bekanntlich nicht nur physische Ausprägungen haben muss? Von den Gelbwesten oder nicht vielmehr von der Regierung? Ich lehne Gewalt ab, doch wie können die, die einfach nicht gehört, sondern arrogant ignoriert werden, sich sonst Gehör verschaffen (von den gewalttätigen Berufsrandalierern, die überall auf der Welt und an jedem Brennpunkt mitmischen und viel berechtigten Protest kaputtmachen, worauf sich viele Kritiker dann leider oft ausschließlich stürzen, rede ich hier nicht, die sind aber nicht in der Mehrheit)?

Warum muss es eine eher für Kurvenreichtum bekannte Schauspielerin aus den USA sein, die es auf den Punkt bringt, was in Frankreich passiert?

https://www.nachdenkseiten.de/?p=47676

Wie in Frankreich, so werden auch in Deutschland die Reichen immer reicher und die Armen und die Menschen mit mittleren Einkommen immer ärmer. In Deutschland gäbe es ebenfalls Gründe genug zu demonstrieren, das winzigste Beispiel ist auch hier noch die Diesel-Politik. Nur, die braven Bundesbürger zetteln keine Revolution an. Wer weiß, vielleicht wird sogar der reiche neoliberale Millionär Friedrich Merz neuer Bundeskanzler – perfekter Geistesbruder Macrons (sieht jetzt  aber eher nach AKK aus). Doch auch dann würde vermutlich höchstens die AfD auf die Straße gehen, deren Mitglieder – verlogener geht’s kaum – selbst oft zu den Reichen gehören. Wo bleibt ihr, ihr Kritiker, ihr (wirklichen) Linken? Warum zieht ihr den Schwanz ein? Ich höre nichts.

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Nach dem Friedhof der Stadtgarten

Vor gut zwei Wochen spazierte ich nicht nur über den alten Friedhof in  Freiburg, sondern auch durch den Stadtgarten.

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Dort bieten sich je nach Lichtverhältnissen im November oft wunderschöne Eindrücke.

Ich war etwas zu spät dran, in anderen Jahren war das Blätterrot noch roter, trotzdem beeindruckte mich die Farbenpracht. Gleichzeitig fragte ich mich, wieviel Kitsch erlaubt ist, doch können Naturfarben kitschig sein?

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Ich denke, nicht.

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Herrlich, dass seit den zehn Jahren, in denen ich hier lebe, der Turm des Freiburger Münsters erstmals nicht von Baugerüsten geziert ist.

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Und bevor der lange unbunte Winter kommt, speichere ich noch schnell dieses farbige Bild, das sich heute schon nicht mehr so präsentiert, auch wenn das Laub trotz des langen Sommers dieses Jahr viel später verblasst und fällt als gewöhnlich,

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