Die 9. Woche, 2015

Die Ziege muß dort weiden, wo sie angebunden ist.

(Honoré de Balzac)

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Das Jahr der Ziege

Das chinesische Horoskop sagt für 2015, dem Jahr der Ziege, ein eher sanftes, friedliches und soziales Jahr voraus. Soweit die deutschen Interpretationen. Für die Chinesen selbst ist das Jahr der Ziege allerdings angsteinflößend und ein Unglücksjahr. Wie passt das zusammen? Gar nicht. Was tun? Ich, sogar im Zeichen der Ziege geboren und nun doppelt betroffen, versuche jetzt mal einen Kompromiss und folge dem chinesischen Rat, was mir nicht allzu schwer fällt: Trage an jedem Tag des Jahres Rot, um das Unglück abzuwehren.

Määähhh!

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Schneewittchengleich

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Weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz

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You’re never too old to be young.

When in doubt, sing a silly song.

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Die 8. Woche, 2015

Where choice begins, Paradise ends, innocence ends, for what is Paradise but the absence of any need to choose this action?

(Arthur Miller)

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Die 7. Woche, 2015

Halbheiten sind mir zuwider. Ich brauche das Ganze.
Zwar kann ich es nicht,  aber ich will es erobern.

(Paul Gauguin)

Da guck ich mal:

http://www.fondationbeyeler.ch/?gclid=CKSxm5z92sMCFZQZtAodbgMA7w

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Statt Hartz IV lieber Neuanfang in Paris – interessante Geschichte

Eine mutige Familie wandert ohne Französischkenntnisse aus. Und bleibt.

http://www.ardmediathek.de/tv/WDR-Weltweit/Hartz-IV-nein-danke-Familie-Sommer-i/WDR-Fernsehen/Video?documentId=26236476&bcastId=7989132

“Das Wichtichste is, dass du inne Schule weiterkomms, damit du was wiieast”. Ach, das Westfälische. Schöne Doku, auch wenn die Famile zerbrach. Aber das wäre vielleicht auch in Deutschland geschehen…

Je vous dérange pas trop?

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Die sechste Woche, 2015

Le retour fait aimer l’adieu.

Die Rückkehr lässt uns den Abschied lieben.

(Alfred de Musset)

Gestern war ich gedanklich bei Mallorca und Fréderic Chopin, der mich aber heute an Alfred de Musset denken ließ, weil er wie Chopin auch eine Zeit lang mit George Sand verbandelt war. So arbeitet das Gehirn…

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Palma de Mallorca – von Modernisme bis Sobrassada

Nicht nur für George Sand war Palma de Mallorca eine Stadt mit besonderem Charakter und ungewöhnlicher Schönheit. Allerdings hatten sie und ihr Geliebter Fréderic Chopin nicht geahnt, dass sie dort Probleme haben würden, eine Bleibe zu finden. So landeten sie an der Westküste in der Kartause von Valdemossa, wo sie in erhöhter Lage über dem Meer mehr frieren mussten als das in der Inselhauptstadt der Fall gewesen wäre.

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Ich dagegen hatte Glück und fand für ein paar Tage eine kleine Dachwohnung am Rande der Altstadt – und es gab sogar eine Heizung, die auch nötig war, denn es war Februar. Zu meinem Geburtstag hatte ich mir dieses Vergnügen als Flucht aus dem Grau einmal für ein paar Tage gegönnt. Man kann dann aber durchaus schon draußen sitzen und es gibt kaum Touristen. Der Blick von meinem Heim auf Zeit über die Terrasse hinaus verlockte dazu, möglichst viele Winkel vom Palma zu entdecken. Auch wenn die Terrasse selbst ausgekostet werden wollte, zum Beispiel, indem ich dort ein paar besorgte Tapas verschlang. Ich könnte ausschließlich von Tapas leben!!!

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Das Wetter war mir hold, der Himmel meist leuchtend blau und ich glaube, ich habe die dies calms erwischt, die ruhigen Tage! Zu gern spazierte ich an den schönen flatternden Sonnentüchern aus dicht gewebtem weißen Leinen vorbei, anscheinend lieben die Bewohner nicht zuviel Sonne. Diese “Laken” sind schöner als Markisen. Und ein wenig geheimnisvoll.

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Einer meiner Lieblingsplätze, der mich ein wenig an Italien erinnert. Übrigens: Palma wurde schon 123 vor Christus gegründet. Sagt man jedenfalls, das Datum soll willkürlich festgelegt worden sein.

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Auf dem Weg ins Zentrum – ich wohnte am Rande der Altstadt – gab es in dekorativen Fenstern täglich andere Spiegelungen zu sehen.

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Auch kam ich immer an mindestens einer der vielen meist gotischen oder barocken Kirchen vorbei. Etwa an Sant Francesc, einer Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert.  Vor der Fassade steht das Denkmal von Fra Junéper Serra. Er war einer der Missionare, der den Indianern der “Neuen Welt” im 18. Jahrhundert den katholischen Glauben “näherbrachte”. Aus den Gründungen seiner Missionsgesellschaften entstanden Städte wie Los Angeles, San Franciso und San Diega. Serra wurde daher der “Vater Kaliforniens” genannt. Serra warf immer einen sehr scharfen Schatten und das schwarze Kreuz auf der Fassade wirkte auf mich fast wie eine Waffe, wenigstens wie eine Mahnung oder Drohung.

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Sehr schön gestaltet wurde die Rosette über dem ebenfalls reich verzierten Portal der Klosterkirche. Das nebenan liegende Kloster, das heute eine Schule beherbergt, wurde 1232 gegründet. Leider war die Tür immer verschlossen, wenn ich versuchte, den Kreuzgang mit dem Innenhof zu sehen.

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Nur ein paar Ecken weiter befindet sich die Kirche Santa Eulalia, eine der ältesten Kirchen der Stadt. Auch dieses neogotische Exemplar hat eine wunderschöne, aber weniger detailliert gearbeitete Fensterrosette.

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Direkt gegenüber an der Placa Eulalia, kann man in einem der Cafés einkehren. Eines Tages zur blauen Stunde trank ich dort einen Aperitif, als mir vor der Kirchenfassade eine Schar von prozessierenden Jünglingen in weißblauen Gewändern erschien, eine unwirkliche Angelegenheit in diesem Licht. Eigens zu diesem Zweck war die Straße für den Autoverkehr gesperrt worden, ich hatte mich schon über die Absperrung gewundert. Leider war es nicht mehr hell genug zum Fotografieren.

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Wem weniger nach Geistlichen noch nach Hochprozentigen ist, der mag vielleicht (Hoch)Geistiges. In Palma kommen Freunde von Antiquariaten voll auf ihre Kosten, in der Altstadt gibt es zahlreiche verschachtelte urige Läden und manche sehen tatsächlich wie ein Bazar oder eine Höhle Ali Babas aus. Auch altes Handwerk wird angeboten, ebenso wie Dekoratives und Nützliches für’s Haus, kurz nach dem Valentinstag noch mit Herzen verziert.

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Abseits der engen Gassen finden sich prachtvolle Jahrhundertwendebauten mit verglasten Erkern und wunderschönen schmiedeeisernen Balkongeländern.

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In der Fußgängerzone locken kleine Läden mit mallorquinischen Spezialitäten, zum Beispiel der berühmten roten luftgetrockneten Streichwurst Sobrassada. Daneben gibt es noch allerlei andere Würste und Delikatessen zu sehen…

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Und da naht schon der Hauptplatz, der belebteste Mittelpunkt von Palma, die Plaça Major.

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Der Weg dorthin wird gesäumt von einigen Bauten des Jugendstils, dessen mallorquinische Variante Modernisme genannt wird.

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Auch der Katalane Antoni Gaudí war in Palma tätig und hinterließ seine geschwungenen verspielten Spuren.

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Ich lasse die Bilder für sich sprechen…

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Und um die Ecke gibt es dann die neue Art “Jugendstil” zu sehen…, nicht weniger dekorativ:

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Dazwischen Altes und Halbaltes.

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Und da ist sie, die Plaça Major, um diese Jahreszeit je zur Hälfte in Licht und Schatten getaucht.

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Kopflose Gesellen und andere Gaukler versuchen die wenigen Touristen für sich einzunehmen.

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Am meisten Erfolg haben noch die asiatischen Schriftzeichen und Namensmalereien, die zum Teil den Verzierungen ähneln, mit der die schon mutig angepriesene Eiscreme lockt.

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Auf einer Seite des Platzes sind die Cafés immer besucht, je nach Tageszeit.

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Dort kann man dem Treiben zuschauen. Und vor sich hin grinsen. Rosa ist eben nicht gleich Rosa, stelle ich fest. Zwischen verführerischen Dessous und einem Pink “Panther” liegen Welten. Na ja, wer sich zum Affen machen will…

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Vielleicht erholt man seine Augen und guckt nach oben…

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Aber es gibt auch reale Waren, Hüte, Mützen, Schals, hübsch präsentiert, die das Auge erfreuen. Und der freundliche “Glücksverkäufer” posiert gern für ein Foto.

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Hat man genug vom “Trubel”, reichen ein paar Schritte um die Ecke und wieder ein anderes Stück Palma beginnt. Hier fühlt man sich fast wie im Mittelalter.

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Und dann wieder Bilder, die – nicht nur wegen Gaudí – plötzlich an Barcelona erinnern. Dort habe ich auch so einen Schirm an einer Fassade gesehen.

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An anderen Plätzen, in anderen Gassen, findet noch mehr mallorquinisches Leben der Ureinwohner statt, zu dem natürlich auch der Winterschlussverkauf gehört, “50 Prozent weniger” versprechen die Schilder. Und ich, ich lande nicht in Klamottenläden, sondern in einem winzigen Geschäft unterhalb der Treppe und erstehe einen Mini-Globus. In einem Fächerladen, in dem ich mich kaum entscheiden kann, werde ich auch fündig.

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Nicht weit von hier, in der Nähe des Born-Viertels, findet man Grün und Kanäle, die andalusisch anmuten. Der älteste Olivenbaum der Stadt steht allerdings eher Richtung Zentrum.

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Von hier aus wäre es nur noch einen Sprung weit ins Catalina-Viertel. Dort wird es noch ruhiger, obwohl es mittlerweile “in” ist. Ich aber erfreue mich einfach des Grüns in den Bäumen, des werbenden Kellners und der ausgestellten Sonnenbrillen, die mich die Jahreszeit vergessen lassen.

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Wie gern würde ich in all die Patios eintreten und sie näher erkunden, doch die Tore sind verschlossen.

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Es gibt aber auch Innenhöfe, deren Existenz man von außen nicht ahnt. In einem kleinen Café wollte ich ein Stück Kuchen zum Mitnehmen kaufen, da sah ich eine Tür nach hinten hinaus und entdeckte einen romantischen grünen Garten für Gäste, sogar mit Katze. Außerdem gab es einen Weinkeller mit uraltem Gewölbe, den man mir zeigte. Denn eigentlich war das Café eine Weinbar. Die Leute waren sehr nett und kommunikativ. Leider fand ich dieses Kleinod erst am letzten Tag, da muss ich nochmal hin!

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Abseits der Hauptströme gibt es überall kleine Plätze mit Cafés, die zum Verweilen und Gucken einladen.

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Der Friseursalon Rosa Mari hat heute geschlossen. Hinter anderen Fenstern finden sich Spitzen- und Häkeldeckchen.

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Je weiter man sich vom Kern entfernt, umso mehr fühlt man sich “woanders”, in einer anderen Zeit. Wobei: Einer der Eingänge zu meiner Wohnung hatte auch so eine steile enge Treppe! Es gab noch einen zweiten Eingang, durch ein breites Tor in eine Diele mit matt leuchtenden andalusischen Lampen. Von da aus führte ein Fahrstuhl bis in die Etage unter mir und von dort ging es führten ebenso schmale hohe Stufen bis zu meinem Nest hinauf.

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Da meine Wohnung am Rand der Altstadt lag, sah ich auch das untouristische Palma.

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Hier konnte man für fünf Euro ein appetitliches Mittagsmahl bekommen oder für die Hälfte des Preises ein belegtes Sandwich.

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In der Nähe der alten Markthalle wirkt Palma noch älter. Verfall neben frischer Wäsche und etwas Jugendstil.

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Fast ohne einem Menschen zu begegnen, ging ich um Häuserecken und staunte über frische Knospen und Blüten. Noch trugen die Bäume Orangenfrüchte. Meine Schritte hallten in den Gassen, als sei ich allein auf der Welt.

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Einmal fühlte ich mich in die Mitte des 20. Jahrhunderts versetzt, wenigstens. Ob hier noch Hausfrauen Garn, Knöpfe kaufen und Profis ihre Berufskleidung?

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Spätestens hier, auf dem Heimweg, wusste ich, dass ich nicht mehr weit von meinem Feriendomizil entfernt war, nur noch ein paar Ecken. Ein paarmal kam ich an diesem Platz vorbei – und nahm doch zweimal das falsche Seitensträßchen.

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Vermutlich lag es daran, dass ich vom Anblick dieser Fassade abgelenkt war. Ein solches Gebäude hatte ich in diesem Winkel der Altstadt überhaupt nicht vermutet und war umso überraschter.

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Nochmal Modernisme! Wer dem Charme dieser Stadt nicht erliegt, auch im Winter, dem ist nicht zu helfen. Jean Cocteau sagte einst: “À Palma de Majorque tout le monde est heureux” – “In Palma ist die ganze Welt glücklich”. Ich weiß nicht, ob das stimmt, im wirtschaftlich gebeutelten Spanien sicher nicht mehr. Trotzdem: Es ist eine wunderschöne Stadt, am Meer noch dazu.

Mitte/Ende im Februar ist die Mandelblüte übrigens fast schon vorbei… Wer die nebenbei auch auch sehen möchte, besucht die Insel besser Ende Januar/Anfang Februar. Das fand ich raus, als ich für einen Tag lang mit einem Mietwagen (für nicht mal zehn Euro!) durch die Landschaft fuhr. So grün und “verblümt” wie im Januar und Februar ist Mallorca zu keiner anderen Jahreszeit.

Die Sängerin María Concepción Balboa Buika – Künstlername Concha Buika – ist 1972 in Palma de Mallorca geboren.

Über andere Viertel der Stadt und einen Nachtspaziergang durch Altstadtgassen habe ich in den Reiseimpressionen unter der Kategorie “Mallorca” geschrieben.

Adéu (wie der Mallorquiner sagt und auch der Katalane an sich) denn auf Mallorca spricht man neben Spanisch/Kastilisch auch Katalanisch und vor allem auf dem Land auch die Variante Mallorquin.

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Sprachlos

http://www.spiegel.de/panorama/unfall-bei-magdeburg-autofahrer-lassen-schwerverletzte-liegen-a-1016149.html

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Richard von Weizsäcker lebt nicht mehr

Richard von Weizsäcker ist gestorben, 94 Jahre alt wurde er. Er war meiner Meinung nach der einzige Bundespräsident nach dem Krieg, der Format hatte. Und auch wenn ich nicht alles gut fand, was er sagte und seiner Partei immer kritisch gegenüberstand, so finde ich doch, dass er sich nie der Parteiraison unterworfen hat, auch als er noch nicht oder nicht mehr Präsident war, er hatte immer eine eigene Meinung und sie auch öffentlich vertreten. Ein kluger und weitsichtiger Mann, der sich schon vor ungefähr 20 Jahren deutlich gegen die Ausländerfeindlichkeit geäußert hat. Menschlich und politisch konnte ihm kein Bundespräsident bisher das Wasser reichen, der jetzige (Theologe), der mich sehr enttäuscht hat, gerade in diesen Zeiten, erst recht nicht.

Und heute, wenn auch (noch) nicht als Bundespräsidentin, kommen eiskalte rechte Frauen ans politische Ruder, denen die CDU nicht rechts genug ist und die extrem ausländerfeindlich sind, auch wenn sie dies zum Teil zu kaschieren versuchen. Beide, die AfD-Frau Frauke Petry, und die Pegida-Frau Kathrin Oertel, 39 und 37 Jahre alt, sind aus Ostdeutschland, sie pflegen untereinander engen Kontakt. Der Mann von Frauke Petry ist übrigens Pfarrer.

Was für eine Welt…

Rette sich, wer kann…? Doch wohin?

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