Sandsturm

Gerade hatte ich ein zitierenswertes Zitat erfunden, war beinahe aufgeregt, glaubte sogar, es notiert zu haben, gezeichnet U.Rotewelt. Doch es ist weg, ich habe es nicht festgehalten, selbst nicht in Gedanken. Das zweite Zitat, das sich direkt an das erste anschloss wie eine Kaskade oder eher die Folgedüne, hat sich auch aufgelöst. Alles wie weggeblasen, als sei ein Sandsturm darüber hinweggefegt. Vergebens suche ich Reste meiner eigenen Chiffren. Also habe ich jetzt nichts mehr zu zitieren und ein dritter Sinnspruch will mir nicht in den Sinn kommen, die Wüste bin ich. Andererseits, was nützen schon Zitate, und seien sie von einem selbst. So habe ich nur diese und andere Worte, die nichtssagend zwischen den Fingern zerrinnen und keinen Boden treffen. Vielleicht habe ich auch nur geträumt.

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Die Dame mit dem widerspenstigen Haar im französischen Film auf arte saß gerade im Café „Au Départ“, nachdem sie ihre neuen Schuhe – frisch gekauft in der Galerie des Palais Royal – zurückgeben musste, da ihr die Handtasche mit all ihrem Geld entrissen worden war. Nun ging sie mit einem noch halbfremden Monsieur ins Kino und auf dem Weg dahin dachte er „Beinahe hätte man sich noch untergehakt“.

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6 Antworten zu Sandsturm

  1. aquasdemarco schreibt:

    Schmunzel…, die Zitate sind nicht verschwunden, weg, sie kommen wieder, wenn du sie wirklich benötigst, vielleicht sind sie nur für dich, nicht für unsere Blogshows hier:-).

  2. Ulli schreibt:

    etwas, das ich nur allzu gut kenne, aber noch nie in so feine Worte und Bilder gekleidet gelesen, geschweige denn gedacht hätte, liebe Rotewelt! ganz großartig und auch die Geschichte der Dame und des Monsieurs …

    seufz …
    einen herzlichen Gruß vom vollmondigen blauen Berg in deine rote und so wunderbar poetische Welt …

  3. Lakritze schreibt:

    Ich habe mich damit abgefunden, daß mein Hirn ein Sieb für nutzlose Seltsamkeiten ist. Häufig ist das ärgerlich, manchmal unterhaltsam — vielleicht spült Dir Dein Gedächtnis die Worte wieder mal vorbei.

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